Lars Vogt spielt und leitet Klavierkonzert von Robert Schumann – Philharmonisches Konzert fast ausverkauft

Die Norddeutsche Philharmonie wird unter Leitung des international bekannten Pianisten und Dirigenten Lars Vogt (46) ihre Reihe der Philharmonischen Konzerte am 26., 27. und 28. Februar im Großen Haus Rostock fortsetzen. Der aus Düren (NRW) stammende Vogt feiert auf allen großen Bühnen der Welt seine Erfolge als Pianist, und seit einiger Zeit auch als Dirigent bzw. in Doppelfunktion. 2015 wurde er zum Künstlerischen Leiter der Royal Northern Sinfonia in Newcastle berufen. Lars Vogt gab bereits im Jahr 1992, noch am Anfang seiner Karriere, in Rostock sein Debüt. Damals spielte er Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll. 25 Jahre später wird er es wieder in der Hansestadt zu Gehör bringen. Diesmal leitet er das Konzert vom Klavier aus.
Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll ist bereits 1845 bei seiner Uraufführung in Dresden begeistert aufgenommen worden. Seine Frau Clara, die den Solopart spielte, schrieb anschließend über das Werk: „… wie reich an Erfindung, wie interessant vom Anfang bis zum Ende ist es, wie frisch und welch ein schönes zusammenhängendes Ganze!“ Der Entstehungsprozess dieses Klavierkonzertes war allerdings ein recht schwieriger. Zunächst hatte Schumann (1810-1856) ein einsätziges Werk, eine Phantasie für Klavier und Orchester, geschrieben. Es wurde 1841 uraufgeführt, ließ sich jedoch bei keinem Verleger verkaufen. Erst die 3-sätzige Fassung brachte dann den Erfolg.
Vogt hat nach Rostock ein weiteres Schumann-Konzert mitgebracht. Es ist das einzige Konzert für Violoncello, das Schumann um 1850 schrieb. Das Echo war damals niederschmetternd. „Widerwärtig, greulich, langweilig“, heißt es in einem Zeitungsbericht. Schumann war mit diesem Werk wohl seiner Zeit voraus. Im 20. Jahrhundert setzte sich das Cellokonzert nach und nach durch und heute schwärmen Musiker und Publikum von der Ausdrucksvielfalt und –stärke und dem gewitzten und virtuosen Finale.
Den Solopart am Violoncello übernimmt Tanja Tetzlaff. Sie studierte an der Musikhochschule Hamburg und am Mozarteum Salzburg und besitzt ein breit gefächertes Repertoire. In der Saison 2016/17 ist Tanja Tetzlaff als Solistin ebenfalls beim Iceland Symphony Orchestra, dem Royal Northern Sinfonia Orchestra und dem Tokyo Metropolitain Orchestra zu Gast. Ihr besonderes Interess gilt der Kammermusik, sie spielt regelmäßig Klaviertrio mit Christian Tetzlaff und Lars Vogt.
Das 6. Philharmonische Konzert beginnt an jedem Abend zunächst aber mit der Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21 von Ludwig van Beethoven (1770-1827). Der große Komponist begann im Jahr 1799 die Arbeit an der Sinfonie und stellte sie ein Jahr später fertig. Die Uraufführung unter seiner Leitung am 2. April 1800 in Wien war ein großer Erfolg. Zugleich erklangen in Wien auch Beethovens Septett op. 20 sowie sein erstes Klavierkonzert. Doch kaum jemand konnte ahnen, welch großes sinfonische Werkschaffen mit der 1. Sinfonie seinen Beginn nahm.
Vor den Philharmonischen Konzerten gibt es jeweils eine 15-minütige Einführung. Interessierte Musikfreunde können viel Wissenswertes über die Komponisten und ihre Werke erfahren. Diese Einführung findet eine halbe Stunde vor Konzertbeginn im Intendanzfoyer statt.

Für alle drei Konzertabende gibt es nur noch Restkarten, entweder an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters, eventuell auch noch an der Abendkasse. Termine: Großes Haus des Volkstheaters Rostock, 26. Februar 18.00 Uhr sowie am 27. und 28. Februar um 19.30 Uhr.

Text: Anette Pröber
Fotos: Giorgia Bertazzi, Felix Broede

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