2. Philharmonisches Konzert mit dem preisgekrönten jungen Pianisten William Youn

Romantische Utopien von Robert Schumann (1810-1856) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) stehen im Mittelpunkt des 2. Philharmonischen Konzertes der Norddeutschen Philharmonie. Beide Komponisten haben in Leipzig gewirkt und waren sich freundschaftlich verbunden. Mendelssohn, in Hamburg geboren, war 1835 dem Ruf nach Sachsen für das Amt des Gewandhauskapellmeisters gefolgt. Nach Mendelssohn frühem Tod übernahm der Däne Niels Wilhelm Gade (1817-1890), Schüler von Mendelssohn, diese Position in der Messe- und Kulturstadt. Die drei berühmten „Leipziger“ Mendelssohn, Schumann und Gade liefern den musikalischen Genuss für die Konzertabende Mitte Oktober.
Geleitet wird die Norddeutsche Philharmonie von Roland Kluttig, seit 2010 Generalmusikdirektor am Landestheater in Coburg. Roland Kluttig, 1968 als Sohn des Dirigenten Christian Kluttig in Radeberg geboren, hat als Gastdirigent bereits viele namhafte Orchester geführt. Auf sein Debüt in Rostock freue er sich besonders, sagte er im Vorfeld der OZ-Theaterzeitung. Er wisse, „dass das Orchester sehr ambitioniert ist, und einen hohen Leistungsstand besitzt.“
Internationales Flair bringt der 35-jährige koreanische Pianist William Youn nach Rostock. William Youn, der seine Wahlheimat in München gefunden hat, ist mehrfacher Preisträger internationaler Wettbewerbe. Er konzertiert von Berlin über Seoul bis New York mit Orchestern wie dem Cleveland Orchestra, den Münchner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Mariinsky Theatre oder dem Seoul Philharmonic Orchestra.
Im Großen Haus Rostock spielt William Youn Mendelssohns „Capriccio brillant“ und sein 2. Klavierkonzert. Das Klavierkonzert op. 40 hatte Mendelssohn Bartholdy unmittelbar nach seiner Hochzeitsreise mit seiner Frau Cecile im Sommer 1837 geschrieben. Der Komponist, der zugleich ein grandioser Pianist war, bezeichnete den Schluss als „Klavierfeuerwerk“.
Eröffnet werden die Konzertabende mit der Ouvertüre „Nachklänge von Ossian“, von Niels W. Gade, dessen 200. Geburtstagsjubiläum in diesem Jahr gefeiert wird. Gades Stil war zu Beginn seiner Komponistenlaufbahn national geprägt, er ließ vielfach nordisch-volksliedhafte Melodik einfließen. In der Ossian-Ouvertüre ist dies deutlich hörbar. Das Stück machte Gade zu Beginn seiner Karriere schlagartig bekannt, denn er gewann mit der Ouvertüre einen Kompositionswettbewerb des Kopenhagener Musikvereins. In den Leipziger Jahren (1843 bis 1848) veränderte sich sein Stil, von Mendelssohn und Schumann geprägt.
Nach der Pause erklingt Robert Schumanns Sinfonie Nr. 2, die Einflüsse von Johann Sebastian Bach, eines weiteren Leipzigers, erkennen lässt. Die Sinfonie in C-Dur entstand im Winter 1845/46. In dieser Zeit erreichte Schumanns Gesundheit einen ersten Tiefpunkt. Er litt unter Schlaflosigkeit und Depressionen. Die Arbeit an der Sinfonie bezeichnete Schumann als „Widerstand des Geistes, durch den ich meinen Zustand zu bekämpfen suchte“. Am 5. November 1846 wurde das viersätzige Werk unter Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt.

Vor den drei Philharmonischen Konzerten gibt es jeweils eine kurze Konzerteinführung. Dazu bitte 30 Minuten vor Beginn im Intendanzfoyer einfinden.
Termine: Großes Haus Rostock: 15. Oktober Beginn 18.00 Uhr sowie am 16. und 17. Oktober um jeweils 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Sebastian Klein, Irène Zandel, Peter Dynow

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