7. Philharmonisches Konzert: Dirigent Hu Yongyan bringt Flair der Peking-Oper nach Rostock

Voller Spannung sehen die Musikfreunde wie auch die Musiker der Norddeutschen Philharmonie dem 7. Philharmonischen Konzert entgegen. Der Principal Guest Conductor Hu Yongyan feiert in Rostock seinen Einstand. Nach vielen Jahren hat Rostock wieder einen ersten Gastdirigenten, der die Leitung mehrerer Konzerte übernimmt. Doch es ist nicht allein die große Erwartung an die Zusammenarbeit mit dem international renommierten chinesischen Dirigenten, die das Premierenfieber steigen lässt. Orchesterdirektor Hans-Michael Westphal erklärt: „Wir spielen ein chinesisches Musikstück in Anlehnung an eine Peking-Oper, das ist völlig neu für uns. Noch nie haben wir traditionelle chinesische Musikinstrumente in unsere Arbeit integriert.“ Verschiedene Kulturen würden aufeinander prallen, er sei sehr neugierig auf die gemeinsame Arbeit mit Hu Yongyan.
Hu Yongyan ist in Shanghai geboren, studierte am Konservatorium in Peking, an der Yale University in New Haven und an der Juilliard School in New York City und hat international bereits für viel Aufsehen gesorgt. Er arbeitete als Gastdirigent mit Orchestern wie Orchestre National de France, Royal Philharmonic, Buffalo Philharmonic, New Jersey Symphony, Singapore Symphony, Hong Kong Philharmonic und China Philharmonic. Er gastierte beim Festival Wien Modern und beim Beethovenfest Bonn. Sein Konzert mit dem Hollywood Bowl Orchestra in Los Angeles wurde weltweit übertragen. Mit Beethovens 9. Sinfonie und der in seiner Heimat China beliebten „Yellow River Cantata“ gab Hu Yongyan 2003 sein Debüt in der Carnegie Hall. Im klassischen Bereich arbeitete er mit Künstlern wie Yo-Yo Ma, Itzhak Perlman, Lang Lang, Barbara Hendricks und Pinchas Zukerman, im Pop u. a. mit Charlotte Church, Nana Mouskouri und Mark O’Connor.
Und nun eben mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Präsentieren wird der chinesische Dirigent auch ein zeitgenössisches Stück aus der Heimat. Die sinfonische Fantasie „Lebe wohl, meine Konkubine“ für Sopran vom Komponisten Xia Guans, der sein Werk für traditionelle chinesische Instrumente und Sinfonieorchester schrieb. Dieses Stück besitze viel vom Flair einer Peking-Oper, verspricht die Rostocker Dramaturgin Corina Wenke. In der traditionellen chinesischen Oper vermischen sich bekanntlich viele künstlerische Elemente wie Singen, Tanzen und darstellendes Spiel. Die Solistin Junhua Chen bringe neben ihren farbenprächtigen Kostümen auch eine eigene Maskenbildnerin mit, erzählt Wenke. „Der Zuschauer darf sehr gespannt sein. Er wird in die Zeit von vor 2000 Jahren entführt und erlebt eine dramatische Liebesgeschichte.“
Musikalische „Romeo und Julia“-Versionen stellen auch die anderen Werke des Konzertabends dar. Von Leonard Bernstein (1918-1990) sind die Sinfonischen Tänze aus der „West Side Story“ zu hören. Im Jahr 1957 hatte der weltberühmte Dirigent und Komponist eine moderne „Romeo und Julia“-Adaption auf die amerikanische Musicalbühne gebracht, die vom Broadway aus einen gigantischen Siegeszug in der ganzen Welt feierte. Die Sinfonischen Tänze erlebten 1961 mit den New Yorker Philharmonikern ihre Uraufführung.
Die Suite „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofjew (1891-1953) vervollständigt den musikalischen Abend im Großen Haus. Sie entstand nach dem gleichnamigen Ballett, das Prokofjew im Jahr 1935 im Auftrag des Bolschoi-Theaters schrieb und das am 30. Dezember 1938 in Brünn in der damaligen Tschechoslowakei uraufgeführt wurde. Das Ballett bildet einen Höhepunkt im musikalischen Schaffen von Prokofjew. Bis 1946 fertigte der Komponist insgesamt drei Suiten für Orchester sowie Klavierbearbeitungen einiger Stücke an.

Das 7. Philharmonische Konzert erklingt am Sonntag, 29. März 2015 um 18:00 Uhr und am Montag und Dienstag, 30. und 31. März 2015 jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

Text: Anette Pröber
Fotos: Künstler

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