8. Philharmonisches Konzert – Maurice Ravel & Dmitri Schostakowitsch

Dmitri Schostakowitsch und Maurice Ravel prägen das 8. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie am kommenden Wochenende im Großen Haus des Volkstheaters Rostock.
In den Abend geht es beschwingt mit „Le tombeau de Couperin“ von Maurice Ravel. Die Suite erinnert an französische Tänze des 17. und 18. Jahrhunderts.
Im Anschluss hören wir Ravels Konzert für Klavier und Orchester G-Dur, vorgetragen von der jungen kroatischen Pianistin Martina Filjak, einer der vielversprechendsten jungen Künstlerinnen der letzten Jahre, die weltweit Lobeshymnen für ihre poetische Leidenschaft und technische Beherrschung des Klaviers erntet, ebenso wie für ihre charismatische Persönlichkeit und magnetische Bühnenpräsenz.
Dirigieren wird ein weiteres Mal der Generalmusikdirektor der Norddeutschen Philharmonie Rostock Florian Krumpöck.
Mit der 5. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975) erklingt dann ein symphonisches Opus von großer Klangfülle, Leidenschaft und Dramatik. Das Werk schrieb der russische Komponist 1937 auf der Krim, als der stalinistische Terror die Sowjetunion beherrschte. Schostakowitsch, bereits in Kritik geraten, galt nach der Uraufführung der 5. Sinfonie in Leningrad als rehabilitiert. Der verlorene Sohn war offiziell unter die Fittiche der linientreuen Kulturpolitik zurückgekehrt. Das Werk und vor allem der Schlusssatz wurden lange Zeit als Triumph des Systems gesehen und gefeiert.
Ein Trugschluss, wie sich nach Erscheinen der Memoiren herausstellte:
„Was in der Fünften vorgeht, sollte jedem klar sein. Der Jubel ist unter Drohungen erzwungen. So als schlage man uns mit einem Knüppel und verlange dazu: Jubeln sollt ihr! Jubeln sollt ihr! Und der geschlagene Mensch erhebt sich, kann sich kaum auf den Beinen halten. Geht, marschiert, murmelt vor sich hin: Jubeln sollen wir, jubeln sollen wir. Man muss schon ein kompletter Trottel sein, um das nicht zu hören.“
Schostakowitsch wandelt in der Stalin-Ära auf einem schmalen Grat zwischen ideologischer Vereinnahmung und künstlerischer Selbstverwirklichung. In seiner 5. Sinfonie parodiert er die berüchtigten Bankette hoher Parteigremien, in denen Lobpreisungen der Partei und ihres Vorsitzenden Stalin einander abwechselten.

Rostocks 8. Philharmonisches Konzert dieser Spielzeit findet am 13. und 15. April 2013 um 19.30 Uhr und am 14. April 2013 um 18.00 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters statt, Karten erhalten Sie über die bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters und an der Abendkasse.

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