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Konzert für zwei Klarinetten von Franz Krommer beim ersten Konzert der Reihe Barocksaalklassik in dieser Spielzeit

Freunde der Barocksaalklassik werden am 1. November in dem wohl schönsten Rostocker Konzertsaal musikalisch verwöhnt. Zwei Klarinettisten stehen im Mittelpunkt des ersten Konzertes der Barocksaalklassik.
Der stellvertretende Soloklarinettist Thomas Widiger und die Klarinettistin Claudia Dillner werden im Doppelkonzert op. 91 von Franz Krommer gemeinsam konzertieren. Das Stück gilt als virtuos und sehr anspruchsvoll. Auf mannigfaltige Weise kommunizieren die Klarinetten miteinander und mit dem Orchester. Krommer, Zeitgenosse Wolfgang Amadeus Mozarts und Joseph Haydns, beherrschte grandios den musikalischen Stil seiner Zeit.
Unter der bewährten Leitung von Manfred Hermann Lehner erklingen an diesem Spätnachmittag des Weiteren zwei Sinfonien von Joseph Haydn, die Nummern 88 und 89.
Die beiden weniger bekannten Werke zwischen den Pariser Sinfonien (Nr. 82 bis 87) und den berühmten Londoner-Sinfonien (Nr. 93 bis 104) besitzen ebenso kompositorische Qualitäten, haben Reife und Witz. In ihnen spiegelt sich die unendliche Spiellust des Meisters.

Das 1. Konzert der Reihe Barocksaalklassik findet am 1. November 2015 um 16:00 Uhr im Rostocker Barocksaal statt, Konzertkarten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters und an der Abendkasse vor Ort.

Text: Anette Pröber, Fotos: Martin Goffing (1)

Ehrendirigent Wolf-Dieter Hauschild zum Abschluss der Konzertsaison mit Werken von Schubert, Brahms und Peteris Vasks am Pult

Mit einem Stück des lettischen Komponisten Peteris Vasks endet die musikalische Ostsee-Rundreise der diesjährigen Konzertsaison. Der heute 69-Jährige hatte sein eindrucksvolles Werk „Musica dolorosa“ für Streichorchester 1983 geschrieben. Die persönliche Trauermusik in Andenken an seine Schwester wurde für die Letten am Ende der Sowjetära zur Trauermusik eines ganzen Volkes, das sich gegen Agonie, Verzweiflung und Unterwerfung zur Wehr setzte.
Stets habe er mit der Musik „Wichtiges“ sagen wollen, meinte Vasks. Immer ginge es dabei um Ideale, um Glaube und um Liebe. Als Musiker verstehe er sich als Gewissen seines Volkes und sei damit wohl immer in Opposition zum Staat. Für seine Kompositionen errang der in Riga lebende freischaffende Komponist dreimal den Großen Musikpreis Lettlands, er ist Ehrenmitglied der Lettischen Akademie der Wissenschaften und wurde 2001 von der Königlich Schwedischen Musikakademie aufgenommen.
Am Pult leitet Wolf-Dieter Hauschild das Konzert, Ehrendirigent der Norddeutschen Philharmonie. Hauschild, geboren 1937 in Greiz, war ein bekannter und erfolgreicher Dirigent in der DDR. Er erlangte mit dem Konzert zur Wiedereröffnung der Semperoper in Dresden 1985 auch international Aufmerksamkeit. Im gleichen Jahr verließ er das Land und wurde in Stuttgart Generalmusikdirektor. Seitdem führte er viele große deutsche Klangkörper, von 2002 bis 2004 war er Generalmusikdirektor am Volkstheater Rostock.
Für den Abschluss der Konzertsaison hat der Dirigent tragende große Meisterwerke ausgewählt. Zunächst bringt er von Franz Schubert (1797 – 1828) die „Unvollendete“ zu Gehör, die aus nur zwei Sätzen besteht, was dem damaligen Zeitgeist vollkommen widersprach. Die Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 erlangte erst viele Jahre nach dem Tod des Komponisten musikgeschichtliche Bedeutung. Der Grund, warum das Werk unvollendet blieb, ist unter Musikwissenschaftlern umstritten. Jedoch gibt es die Theorie, dass Schubert nicht die Notwendigkeit sah, noch einen dritten und vierten Satz zu schreiben, da er alle seine Intentionen bereits umgesetzt hatte.
Den Konzertabend beschließen wird die Norddeutsche Philharmonie mit der Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73 von Johannes Brahms (1833 – 1897). Die Uraufführung des Werkes im Entstehungsjahr 1877 wurde zu einem der größten Erfolge des Komponisten, der häufig mit Beethoven verglichen wurde. Brahms Freund, der Chirurg Theodor Billroth, schrieb über die Sinfonie Nr. 2 begeistert: „Das ist ja lauter blauer Himmel, Quellenrieseln, Sonnenschein und kühler grüner Schatten!“ Der rechte Abschluss für das Konzertjahr 2014/2015, so möchte man meinen.

Das 10. Philharmonische Konzert findet am Sonntag, 28. Juni 2015 um 18:00 Uhr und am Montag und Dienstag, 29. und 30. Juni 2015 jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock statt, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

Text: Anette Pröber

5. Classic Light – Wunschkonzert mit Wiederholung

Das letzte Classic Light-Konzert dieser Saison steht wie schon in den Jahren zuvor unter dem Motto Wunschkonzert. Die Wunschkonzerte der letzten Jahre waren beim Publikum derart beliebt, dass die kurzweilige Veranstaltung am kommenden Sonntag gleich zweimal stattfinden wird, um allen Interessenten gerecht zu werden.
Die Norddeutsche Philharmonie Rostock freut sich also, Sie am Sonntag, den 19. April 2015 um 11:00 Uhr und um 16:00 Uhr zu diesem Highlight in der Yachthafenresidenz Hohe Düne begrüßen zu dürfen.
Die Programmauswahl erfolgte natürlich wieder ganz nach Ihren Wünschen:
So werden neben beliebten Werken wie der „Barcarole“ aus Hoffmanns Erzählungen von Jaques Offenbach und der Moldau von Bedrich Smetana auch Werke der Strauß-Familie zu hören sein. Ebenso werden Raritäten wie der Türkische Marsch von Wolfgang Amadeus Mozart in der Fassung für Orchester gespielt.
Lassen Sie sich von vielen weiteren „Schmankerln“ der Musikliteratur überraschen, der 1. Kapellmeister des Volkstheaters, Hermann Manfred Lehner, leitet nicht nur das Rostocker Orchester sondern wird auch Sie in gewohnter Manier charmant moderierend durch das überaus vielfältige Programm geleiten.

Text: Anderl Ott
Foto: Yachthafenresidenz Hohe Düne

Beim 2. Konzert der Reihe „Classic light“ in der Yachthafenresidenz Hohe Düne steht „Faust“ im Mittelpunkt

Faust – kaum eine andere Gestalt aus der Dichtung ruft so viele Assoziationen hervor wie Goethes sagenhafter Gelehrter, der seine Seele der Erkenntnis willen an den Teufel verkauft und schließlich ein grausiges Ende nimmt.
Faust, dessen Dilemma letztlich die Einsicht in die Beschränktheit der menschlichen Erkenntnisfähigkeit ist, versucht durch einen Pakt mit dem Teufel, die Begrenzungen seines Geistes aufzulösen, um Einsicht in das Wesen der Dinge zu erlangen, ein Wunsch, den Gelehrte seit Menschengedenken hegen, wenngleich auch mit dem Bewusstsein der Unerfüllbarkeit dieses Sehnens sehr unterschiedlich umgegangen wird, man denke hierbei an das sokratische Paradoxon „ich weiß, daß ich nichts weiß“ …
Johann Wolfgang von Goethe war jedoch nicht der erste, der die Geschichte des mysteriösen Gelehrten zu Papier brachte, der Stoff um den sagenhaften Doktor Faustus geht auf Johann Georg Faust zurück, einen Wunderheiler, Alchimisten, Magier, Astrologen und Wahrsager, der um 1480 in Knittlingen geboren wurde und um 1541 in Staufen im Breisgau bei einem alchemistischen Experiment verstarb. Schon zu Lebzeiten polarisierte er sehr stark: während er die intellektuell etwas einfacher strukturierte Bevölkerung mit seinen Kunststücken beeindrucken konnte, wetterte insbesondere der Klerus gegen seine Auftritte, und der Unfall in der Alchemistenküche (heute würde man es Chemielabor nennen), bei dem laut zeitgenössischen Augenzeugenberichten sein Körper in „grässlich deformiertem Zustande“ gefunden wurde bestätigte die vorherrschende Meinung, Faust habe sein Wissen nicht auf natürliche Weise erlangt und der Teufel habe sich seiner Seele bemächtigt – der Weg zur sagenhaften Verklärung war geebnet.
Goethe nun hat sich über einen Zeitraum von 60 Jahren immer wieder mit dem Fauststoff auseinandergesetzt, beginnend mit dem Urfaust, einem ersten Entwurf, dessen Erarbeitung 1772 begann, weiterführend zu „Faust. Ein Fragment“ (1788) und „Faust. Der Tragödie erster Teil“ (1808) bis hin zu „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“ (1732).
Goethes großer Verdienst besteht (neben der Größe der dichterischen Leistung) darin, Faust aus der volkstümlichen Verwobenheit eines schaurigen Schwankes herausgelöst zu haben. Der Weimarer Geheimrat erhebt Faust mit seinem Werdegang, seinem gespaltenen Empfinden und den daraus resultierenden Handlungen zum Prototyp des modernen Menschen, dessen Problem darin besteht mehr zu wollen als ihm zusteht.
Goethes Horizont musikalische Dinge betreffend war nicht so weit gesteckt wie in anderen Bereichen, was sich deutlich in der Ablehnung der schubertschen Vertonung seiner Texte und der Bevorzugung der Kompositionen von Zelter zeigt. Trotzdem konnten sich Komponisten zeitgenössischer und nachfolgender Generationen der Stringenz und Modernität der Literatur Goethes nicht entziehen und schufen so großartige Werke, die die Psychologie des faustschen Dramas von einer anderen, emotionaleren Seite zeigt.
Die Norddeutsche Philharmonie Rostock möchte Ihnen unter der Leitung von Manfred Hermann Lehner Werke zu Gehör bringen, denen die Geschichte von Faust zugrunde liegt.
Das Rostocker Orchester führt Kompositionen von Wagner, Liszt, Berlioz, Spohr, Lortzing, Gounod und Strauß auf, die das Thema Faust jeweils von unterschiedlichen Standpunkten her betrachten, sei es dramatisch oder auch mit einem Augenzwinkern wie bei Strauß.

Text: Anderl Ott, Bild: Bühnenbildentwurf von Helmut Jürgens für „Faust II“ von J. W. Goethe, Aufführung München 1949

Das 2. Konzert der Reihe „Classic light“ wird am Sonntag, dem 13. Dezember 2014 gleich zwei Mal in der Yachthafenresidenz Hohe Düne erklingen, die Vorstellung um 16.00 Uhr ist fast ausverkauft, für die Vorstellung um 11:00 Uhr sind noch Karten an den Vorverkaufskassen des Volkstheaters und direkt vor der Vorstellung an der Kasse vor Ort erhältlich.