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Norddeutsche Philharmonie mit drei romantischen Sommer-Highlights

Zu lauen Sommerabenden gehören für viele Musikfreunde Classic Open Air Konzerte. Die Norddeutsche Philharmonie präsentiert sich im Monat Juli gleich mehrfach romantisch unter dem Himmelszelt. Am 8. Juli um 18:00 Uhr spielen die Musiker des Rostocker Orchesters im IGA-Park unter Leitung des österreichischen Dirigenten Volker M. Plangg, der in Rostock als Gastdirigent einen guten Namen hat. Geboten wird eine musikalische Reise mit Carl Maria Weber, Peter Tschaikowsky, Jean Sibelius, Georges Bizet, Giacomo Puccini, Johann Strauss und anderen großen Komponisten. Das weiße Sonnensegel unter dem Himmelszelt gestattet eine gute Akustik und schützt Orchester und Besucher vor kleinen Regenschauern.
„Eine romantische Nacht“ verspricht die Norddeutsche Philharmonie beim Classic Open Air am 21. Juli ab 19:30 Uhr auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Lucia Aliberti, die Königin der italienischen Gesangstechnik Belcanto, wird berühmte Arien und Duette von Puccini bis Verdi singen und italienischen Charme versprühen. Längst sind diese Arien große Hits und Ohrwürmer. An dem Jubiläumsabend der vierzigjährigen Bühnenkarriere von Lucia Aliberti stehen der Sängerin der russische Startenor Pavel Kolgatin und ein Aufgebot an jungen, preisgekrönten Sängern zur Seite. Die Norddeutsche Philharmonie spielt an diesem Abend unter Leitung des Dirigenten Roman Brogli-Sacher. Es moderiert die Schauspielerin Nadine Schori.
Ein weiteres Highlight in diesem Sommer ist das Konzert an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, das die Norddeutsche Philharmonie am 10. Juli um 19:30 Uhr gibt. Dieses Konzert unter Leitung von Manfred Hermann Lehner wird veranstaltet vom Lions Club Rostock, der sein 25. Jubiläum mit Werken von Bernstein, Korngold und Dvorak feiert. Zugleich ist es ein wohltätiges Konzert, das Spenden für die Stiftung der Orchesterakademie sammelt, nähere Information finden Sie in diesem Artikel.

Text und Fotos: Anette Pröber

Lions Club feiert Jubiläum mit Konzert zugunsten junger Talente der Orchesterakademie

Vor 25 Jahren wurde in Rostock der Lions Club gegründet. Das Jubiläum fällt in das 100. Jahr des internationalen Wirkens der Lions Clubs, die sich weltweit für bürgerliche und kulturelle Werte engagieren. Die Jubiläen werden mit einem wohltätigen Konzert an der Hochschule für Musik und Theater Rostock gefeiert. Am 10. Juli um 19:30 Uhr spielt die Norddeutsche Philharmonie unter Leitung von Manfred Hermann Lehner Werke von Bernstein, Korngold und Dvorak.
„Wir freuen uns sehr, dass mit dem Jubiläumskonzert die Stiftung der Orchesterakademie unterstützt wird“, hebt Dr. Thomas Diestel, Vorsitzender der Philharmonischen Gesellschaft Rostock e.V. und des Kuratoriums der Stiftung hervor. Die Stiftung schaffe die großartige Möglichkeit, junge Musiker an der Orchesterakademie auf den Orchesterberuf vorzubereiten und sie während dieser Zeit der Zusatzqualifikation mit Stipendien zu unterstützen. Derzeit kommen drei junge Musikerinnen und Musiker in den Genuss dieser besonderen Förderung.
Prof. Dr. Christian Plath, ebenfalls im Vorstand der Philharmonischen Gesellschaft und gleichzeitig Lions-Mitglied, hat geholfen, das Konzert mit vorzubereiten. „Wir fördern junge Menschen, unsere Kultur in die Zukunft zu tragen. Klassische und zeitgenössische Musiktraditionen sind ein wertvolles Kulturerbe.“ Die Hansestadt Rostock besitze mit der 120 Jahre alten Norddeutschen Philharmonie einen „kostbaren Juwel“, den es zu erhalten gelte. Plath hofft, dass sich viele Rostocker und Konzertbesucher finden, die die Orchesterakademie und damit den Talente-Nachwuchs für das Orchester mit einer Spende unterstützen.
Der Vorsitzende der Philharmonischen Gesellschaft Dr. Thomas Diestel betont: „Wir brauchen auch in Zukunft einen erstklassigen Klangkörper in der Hansestadt.“ Die Philharmonische Gesellschaft werde sich weiter dafür einsetzen, dass die besten jungen Musiker in die Orchesterakademie aufgenommen werden und nach ihrem Stipendiat die Möglichkeit erhalten, als Orchestermitglieder fest eingestellt zu werden.
Termin: Konzert der Norddeutschen Philharmonie im Katharinensaal der Hochschule für Musik und Theater Rostock: 10. Juli 2017 Beginn: 19:30 Uhr, Empfang ab 18:30 Uhr im Foyer

Spenden für die Stiftung Orchesterakademie der Norddeutschen Philharmonie Rostock werden jederzeit gern entgegengenommen.

Text: Anette Pröber

Philharmonischer Saisonabschluss in Halle 207 mit Beethovens Tripelkonzert und „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss

Die Philharmonische Konzertreihe der 120. Spielzeit endet mit einem besonderen Hörgenuss. Das 10. Philharmonische Konzert wird in Rostocks akustisch bestem Konzertsaal – der Halle 207 auf dem ehemaligen Werftgelände – am kommenden Sonntag, Montag und Dienstag gegeben. Zur Freude der Orchestermitglieder und der vielen Fans der Norddeutschen Philharmonie können auch mehr Zuhörer als gewöhnlich das Konzert erleben. Statt 520 Gäste wie im Großen Saal des Volkstheaters fasst die Halle 207 rund 700 Besucher.
Die vielen großartigen Klavierwerke, die jedes der zehn Philharmonischen Konzerte der 120. Spielzeit zu einem „Flügelfest“ machten, finden mit dem Tripelkonzert von Ludwig van Beethoven einen grandiosen Abschluss. Beethoven (1770-1827), großer deutscher Komponist und Pianist, war zu Beginn seiner Laufbahn vor allem ein geachteter Klaviervirtuose. Er liebte es, auf dem Klavier frei zu improvisieren und zu fantasieren. In den ersten zehn Jahren in Wien entstanden allein 20 seiner 32 Klaviersonaten. Das Tripelkonzert – Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur op. 56 – schrieb er um das Jahr 1804. Fast zeitgleich mit der 3. Sinfonie (Eroica), der 5. Sinfonie, der Klaviersonate Nr. 23 (Appassionata) und der einzigen Oper Fidelio. Die Uraufführung war dann vier Jahre später im Mai 1808 in Wien. Das Tripelkonzert weist Ähnlichkeiten zur Gattung des Klaviertrios und der Sinfonia Concertante auf, wie sie auch Haydn und Mozart pflegten. Der Part der drei Solisten wird gegenüber dem Orchesterspiel herausgehoben und betont. Das Tripelkonzert versprüht Leichtigkeit, Fröhlichkeit und Spielfreude.
Die Rostocker Klassikfreunde können sich freuen, die Soloparts sind beim Juni-Konzert besonders hochkarätig besetzt. Am Klavier ist Matthias Kirschnereit (geb. 1962) zu erleben, Preisträger des Echo Klassik und vieler namhafter Wettbewerbe im In- und Ausland. Der Pianist übernahm 1997 eine Professur an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Rostock und lebt heute in Hamburg. Ebenfalls gut bekannt in Rostock ist Julian Steckel (geb. 1982), er ist seit 2011 Professor für Violoncello an der HMT. Er erhielt den Echo Deutschen Musikpreis Klassik in der Sparte Nachwuchskünstler 2012 und lebt in Berlin. Die Dritte im Bunde ist Lena Neudauer (geb. 1984). Die hochbegabte junge Violinistin gewann bereits mit 15 Jahren den Leopold-Mozart-Wettbewerb, seit 2010/11 hatte sie eine Professur für Violine an der Hochschule für Musik Saar in Saarbrücken inne, seit Herst 2016 ist sie Professorin an der Hochschule für Musik und Theater München.
Geleitet wird das Konzert von Roman Brogli-Sacher. Der Dirigent, Jahrgang 1966, leitete stolze 15 Jahre das Orchester der Hansestadt Lübeck, davon zwölf Jahre als Generalmusikdirektor und außerdem sieben Jahre als Operndirektor. Seit 2015 dirigiert er das Jiangsu Symphony Orchestra im chinesischen Nanjing (Nanking).
Als Appetizer erklingt in der Halle 207 an jedem Konzertabend das 1977/78 entstandene Orchesterwerk „Ikaros“ des Lübecker Komponisten Friedhelm Döhl (geb. 1936). Den Konzertabschluss bildet Richard Strauss‘ (1864-1949) mit seinem Werk „Also sprach Zarathustra“ (Op. 30) frei nach dem deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche (1844-1900). Der in München geborene Richard Strauss wurde vor allem durch seine orchestrale Programmmusik (Tondichtungen), sein gewaltiges Liedschaffen und seine Opern bekannt. Richard Strauss komponierte insgesamt über 250 musikalische Werke. Er schrieb 9 Tondichtungen. Vorbilder für seine Werke fand er in den Programmsinfonien und sinfonischen Dichtungen von Hector Berlioz und Franz Liszt, vor allem aber in den Sinfonien und Ouvertüren Ludwig van Beethovens. „Also sprach Zarathustra“ ist eine gewaltige sinfonische Dichtung, bei der der Komponist auch an Goethes Faust gedacht haben soll. Der gewaltigen Hymne, die den Kampf von Gut und Böse aufgreift, wohnt eine große Musikalität inne. Das Werk wurde 1896 in Frankfurt am Main uraufgeführt und hat seitdem immer wieder große Künstler inspiriert, das Thema neu zu interpretieren. Das Anfangsthema des Stücks dient übrigens auch zur Untermalung des Feuerwerks am Ende jeder Vorstellung der Störtebeker-Festspiele in Ralswiek auf Rügen.

Termine Bühne 207: 18. Juni, 18.00 Uhr, 19. und 20. Juni um 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Steven HaberlandGiorgia Bertazzi, Marco Borggreve, Holger-Braack

Sebastian Knauer spielt „Concerto in F“ von George Gershwin

Gastdirigent aus China Yongyan Hu leitet 9. Philharmonisches Konzert

Das 9. Philharmonische Konzert bringt ein Wiedersehen mit dem chinesischen Gastdirigenten Yongyan Hu, der in Rostock eine große Fangemeinde hat, und Hörerlebnisse der besonderen Art verspricht. Wie bei seinen vorangegangenen Auftritten in Rostock wird er auch diesmal eine Komposition aus seiner Heimat mitbringen: die Cantonese Suite für Orchester von Xiaogang Ye. Von diesem Komponisten stammte auch das Klavierkonzert „Scent of the Green Mango“, das in der letzten Saison in Rostock gefeiert wurde.
Der Dirigent Yongyan Hu ist in Shanghai geboren, studierte am Konservatorium in Peking, an der Yale University in New Haven und an der Juilliard School in New York City und hat international bereits für viel Aufsehen gesorgt. Er arbeitete als Gastdirigent mit Orchestern wie Orchestre National de France, Royal Philharmonic, Buffalo Philharmonic, New Jersey Symphony, Singapore Symphony, Hong Kong Philharmonic und China Philharmonic. Er gastierte beim Festival Wien Modern und beim Beethovenfest Bonn. Mit Beethovens 9. Sinfonie und der in seiner Heimat China beliebten „Yellow River Cantata“ gab Yongyan Hu 2003 sein Debüt in der Carnegie Hall. Im klassischen Bereich arbeitete er mit Künstlern wie Yo-Yo Ma, Itzhak Perlman, Lang Lang, Barbara Hendricks und Pinchas Zukerman, im Pop u. a. mit Charlotte Church, Nana Mouskouri und Mark O’Connor.
Mit dem Pianisten Sebastian Knauer betritt ein weiterer Star die Rostocker Konzertbühne im Großen Haus. Der in Hamburg geborene Knauer, vielen durch das Schleswig-Holstein-Festival und die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ein Begriff, wird George Gershwin (1898 – 1937) zu Gehör bringen. Das Klavierkonzert in F-Dur entstand 1925, ein Jahr nach der Rhapsody in Blue, die Gershwin große Bekanntheit gebracht hatte. Gershwin erhielt von der New York Symphony Society den Auftrag, ein Orchesterwerk zu schreiben. Er sagte ein Klavierkonzert zu und bekam die Garantie für sieben Auftritte als Solist in New York, Philadelphia, Washington und Baltimore. Die Uraufführung seines Concerto in F fand am 3. Dezember 1925 in der Carnegie Hall mit dem Komponisten am Klavier unter Leitung von Dirigent Walter Damrosch statt. Geboren war eine geniale Mischung aus klassischer Musik, Jazz und Blues. Der Gershwin Sound hat bis heute nichts von seiner hinreißenden Leichtigkeit verloren.
Den zweiten Teil des 9. Philharmonischen Konzertes bestimmt Peter Tschaikowskis (1840 – 1893) Sinfonie Nr. 5 e-Moll. Das Werk entstand 1888 und wird bestimmt durch das Schicksalsmotiv. Der Komponist, der häufig von Selbstzweifeln und Schaffenskrisen geplagt wird, fragte sich, ob er sich „dem Glauben in die Arme werfen“ soll. Diese Sinfonie gehört neben der 4. Und 6. Zu den populärsten des russischen Meisters.
Vor den Philharmonischen Konzerten gibt es an allen drei Abenden eine Konzerteinführung. Jeweils eine halbe Stunde vor Beginn wird im Intendanzfoyer Wissenswertes über die Werke und Komponisten vermittelt.

Termine Großes Haus Rostock: 14. Mai um 18.00 Uhr und am 15. und 16. Mai um 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und – soweit vorhanden – an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Steven Haberland, Peter Dynow

Dirigent Roger Epple leitet 8. Philharmonisches Konzert in Rostock

Der Dirigent Roger Epple übernimmt kurzfristig die Leitung des 8. Philharmonischen Konzerts der Norddeutschen Philharmonie für den leider verhinderten Roman Brogli-Sacher. Roger Epple zählt zu den herausragenden deutschen Dirigenten seiner Generation. Nach festen Dirigentenpositionen an der Oper Leipzig und am Mannheimer Nationaltheater wurde er 1996 als Generalmusikdirektor an das Opernhaus Halle berufen, wo er acht Jahre lang die künstlerische Leitung des größten und bedeutendsten Orchesters des Landes Sachsen-Anhalt übernahm, von 2012 bis 2016 war Roger Epple Generalmusikdirektor am Oldenburgischen Staatstheater. Er dirigierte bedeutende Orchester im In- und Ausland u.a. in Paris, Amsterdam, Dublin, Brüssel, Sao Paulo, Mexiko-Stadt, Berlin, München, Dresden und Leipzig. Zahlreiche CD-Einspielungen u.a. für Sony, Teldec, Capriccio und cpo dokumentieren seine Vielseitigkeit. Für seine Einspielung von Karl Amadeus Hartmanns Wachsfigurenkabinett wurde ihm der Echo-Klassik verliehen.
Im Großen Haus Rostock startet Epple den Konzertabend mit dem grandiosen Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op.15 von Johannes Brahms (1833-1897). Das Werk hat eine lange Entstehungsgeschichte, bevor es zu einem Meisterwerk wurde, das zu den beliebtesten Werken Brahms zählt. Es wurde ab 1854 komponiert und am 22. Januar 1859 im königlichen Hoftheater in Hannover uraufgeführt. Am Klavier saß damals der Komponist.
In Rostock wird der renommierte Brahms-Interpret Gerhard Oppitz (geb. 1953) zu erleben sein. Oppitz hat sämtliche Werke des norddeutschen Komponisten auf Schallplatte eingespielt und in Konzertzyklen vorgetragen. 2009 wurde der Pianist mit dem Brahms-Preis ausgezeichnet. Gerhard Oppitz lehrt als Professor seit 1981 an der Münchner Musikhochschule und erhielt für sein Schaffen 2014 den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst.
Nach der Pause erklingt die Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88 von Antonin Dvorák (1841-1904), der von Brahms maßgeblich gefördert und beeinflusst worden war. Der böhmische Komponist schrieb die Sinfonie Nr. 8 anlässlich seiner „Aufnahme in die Böhmische Kaiser-Franz-Joseph-Akademie für Wissenschaft, Literatur und Kunst“. Das Werk ist lyrisch und frohgestimmt. Der Komponist ließ sich von der Landschaft am Sommersitz in Vysoká inspirieren. Die von Dvorák selbst dirigierte Uraufführung am 2. Februar 1890 in Prag mit dem Orchester des Tschechischen Nationaltheaters gestaltete sich als Erfolg. Zu Lebzeiten des Komponisten wurde die Sinfonie als Nr. 4 gezählt.
Vor jedem Philharmonischen Konzert gibt es die Möglichkeit, an einer Konzerteinführung teilzunehmen. Es wird Wissenswertes über die Komponisten und Werke vermittelt. Die Einführung findet eine halbe Stunde vor Konzertbeginn im Intendanzfoyer statt.

Termine des 8. Philharmonischen Konzerts: Großes Haus des Volkstheaters Rostock am 23. April um 18:00 Uhr, am 24. und 25. April um jeweils 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und – soweit vorhanden – an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: privat, Peter Dynow