Beiträge in Kategorie:Philharmonisches Konzert

Klassik-Stars in Rostock: Klarinettistin Sharon Kam und Gastdirigent Christof Prick

8. Philharmonisches Konzert mit Werken der norddeutschen Komponisten Johannes Brahms und Carl Maria von Weber

Weltstars im Großen Haus des Rostocker Volkstheaters. Das 8. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie macht es möglich. Mit der israelischen Klarinettistin Sharon Kam und dem in Hamburg geborenen Dirigenten Christof Prick werden zwei gefeierte Klassik-Stars in Rostock ihr Debüt geben.
Sharon Kam gehört seit über 20 Jahren zu den weltweit führenden Klarinettistinnen und arbeitet mit den bedeutendsten Orchestern in den USA, Europa und Japan. Sie wurde bereits zweimal mit dem ECHO Klassik als „Instrumentalistin des Jahres“ ausgezeichnet: 1998 für ihre Aufnahme von Carl Maria von Weber mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Kurt Masur und im Jahr 2006 für ihre CD mit dem MDR Sinfonieorchester und Werken von Spohr, Weber, Rossini und Mendelssohn. Die Aufnahme „American Classics“ mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung ihres Ehemannes Gregor Bühl wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Sharon Kam lebt heute mit ihrem Mann und drei Kindern in Hannover.
Sharon Kam wird in der Hansestadt von Carl Maria von Weber (1786-1826) das Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 1 f-Moll op. 73 spielen, das Weber 1811 für Joseph Heinrich Bärmann, den führenden Klarinettisten seiner Zeit schrieb. Ein Werk, das einen großen Gefühlsbogen von Melancholie bis zu Humor und Lebensfreude spannt. Sharon Kam sagte im Interview für die Rostocker Theaterzeitung, dass sie sich freue, mit dem erfahrenen Dirigenten Christof Prick das theatralische Stück neu zu interpretieren.
Christof Prick ist regelmäßiger Gastdirigent an der Wiener Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin und an der Sächsischen Staatsoper Dresden. Er leitete im Laufe seiner Karriere als Generalmusikdirektor Klangkörper in Saarbrücken, Karlsruhe, Hannover und Nürnberg. Von 2001 bis 2012 war er als ordentlicher Professor für das Hauptfach Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg tätig. Christof Prick stand oft am Pult der Metropolitan Opera in New York und wird nun erstmals mit der Norddeutschen Philharmonie die Rostocker Konzertfreunde erfreuen.
Prick hat neben den in Eutin geborenen Carl Maria von Weber einen zweiten norddeutschen Komponisten in Rostock auf das Programm gesetzt: den Hamburger Johannes Brahms (1833-1897). Brahms zählt zu den bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte und auch zu den meistgespielten. Zu hören sind zu Beginn des Abends die Variationen über ein Thema von Haydn op. 56a. Allerdings ist das mehrsätzige Instrumentalstück, das Brahms kunstvoll zur Variation nutzte, fälschlicherweise dem Komponisten Joseph Haydn zugeschrieben worden. Die Uraufführung der Brahmschen Variationen für Orchester fand am 2. November 1873 in Wien unter seiner Leitung statt.
Nach der Pause spielt die Norddeutsche Philharmonie dann die 3. Sinfonie F-Dur op. 90 von Johannes Brahms. Er komponierte sie 1883 in seinem 50. Lebensjahr. Clara Schumann äußerte sich über diese Sinfonie in einem Brief an Brahms überschwänglich: „Welch ein Werk, welche Poesie, die harmonischste Stimmung durch das Ganze, alle Sätze wie aus einem Gusse, ein Herzschlag, jeder Satz ein Juwel! – Wie ist man von Anfang bis zu Ende umfangen von dem geheimnisvollen Zauber des Waldlebens! Ich könnte nicht sagen, welcher Satz mir der liebste?“
Eine halbe Stunde vor Beginn der Philharmonischen Konzerte gibt es die Möglichkeit, eine Konzerteinführung zu erleben. Im Intendanzfoyer des Großen Hauses wird viel Wissenswertes über die Werke und die Komponisten vermittelt.

Termine: 8. Philharmonisches Konzert im Großen Haus des Volkstheaters Rostock am 8. April um 18:00 Uhr , am 9. und 10. April um 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Foto: Peter Dynow

Dirigent Ariel Zuckermann und Cellist Alban Gerhardt sind gemeinsam im 7. Philharmonischen Konzert zu erleben

Das 7. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie Rostock verspricht Hörgenuss der Extraklasse. Der deutsche Cellist Alban Gerhardt, der für Einspielungen seiner Cellokonzerte schon zweimal den ECHO-Musikpreis erhielt, wird im Großen Haus zu Gast sein. Der Berliner Musiker wird das berühmte Cellokonzert von Edward Elgar interpretieren, das melancholisch und kraftvoll zugleich ist.
Den britischen Komponisten Edward Elgar (1857-1934) kennen weltweit viele Menschen durch sein Werk „Pomp & Circumstance March No.1“. Darin enthalten die Hymne „Land of Hope and Glory“, jährlich ein Höhepunkt der Last Night oft he Proms. Der Brite hinterließ der Musikwelt auch zwei Solokonzerte, eines für Violine und eines für Cello. Das 1919 uraufgeführte Cellokonzert e-Moll op. 85 entstammt seiner letzten Schaffensperiode. Elgar beendete seine Partitur mit den Worten: „Finis. R.I.P.“ Es wurde sein letztes großes, vollendetes Werk. Nach der Uraufführung in der Londoner Queen’s Hall schrieb der Kritiker des Observer: „Das Werk ist wunderbar… von der bedeutungsschweren Einfachheit, die Elgars Musik der letzten Jahre kennzeichnet… von einer tiefen Weisheit und Schönheit, die seiner Einfachheit zugrunde liegt.“
Vor dem ausdrucksstarken Cellokonzert des Briten Edward Elgar werden in Rostock von der Norddeutschen Philharmonie die Orchesterskizzen „Stille und Umkehr“ des deutschen Komponisten Bernd Alois Zimmermann (1918-1970) dargeboten. Zimmermann gehörte zu den Komponisten der musikalischen Avantgarde, der in Auseinandersetzung mit der Neuen Musik zu einem eigenen Stil fand.
Am Pult der Norddeutschen Philharmonie Rostock steht an den drei Abenden des 7. Philharmonischen Konzertes der israelische Dirigent Ariel Zuckermann, seit 2015 Leiter und Dirigent des Israel Chamber Orchestra. Ariel Zuckermann hat sich zunächst als Flötist einen Namen erworben, errang Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben, seit 2002 ist er Solist des renommierten Ensembles „The World Quintet“. Als Dirigent gründete er das Hermes-Orchester München, das vorwiegend aus führenden Mitgliedern verschiedener deutscher Orchester besteht.
Im zweiten Teil des Abends erklingt von Antonin Leopold Dvorák (1841-1904) die Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70. Sie gehört zu den großen drei Sinfonien (Nr.7, 8, 9) des tschechischen Komponisten, die er im Zenit seines Schaffens geschrieben hat. In diese Zeit fällt auch die Ernennung Dvoráks als Ehrenmitglied der Londoner Philharmonie-Gesellschaft, verbunden mit dem Auftrag, eine neue Sinfonie zu schreiben. Als Dirigent führte er seine 7. Sinfonie in der St. James Hall in London auf und feierte mit ihr einen der größten Erfolge.

Konzertbesucher, die mehr über die Werke und Komponisten des März-Konzertes erfahren möchten, können an einer etwa 15-minütigen Einführung teilnehmen, die eine halbe Stunde vor Konzertbeginn im Intendanzfoyer geboten wird.

Termine: 7. Philharmonisches Konzert im Großen Haus des Volkstheaters Rostock am 11. März um 18:00 Uhr , am 12. und 13. März um 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Peter Dynow

Dirigent Marc Piollet leitet 6. Philharmonisches Konzert

Klangwelten zwischen Melancholie und kraftvollem Optimismus

Die Norddeutsche Philharmonie lädt zum 6. Philharmonischen Konzert der Saison 2017/18 und spielt mit der Sinfonie Nummer 6 in h-Moll von Peter Tschaikowski (1840 – 1893) im zweiten Teil des Abends ein grandioses Werk, mit wundervoll melancholischen, tragischen, zerstörerischen und kraftvoll optimistischen Melodien. Tschaikowski hatte seinem Freund, dem Großfürsten Konstantin, angekündigt, eine Sinfonie zu schreiben, „die den Schlußstein meines ganzen Schaffens bilden soll“. In ihr wollte er seine „ganze Seele“ legen. Der russische Großmeister gab seinem Werk den Namen: „Pathétique“ (die Pathetische). Die Sinfonie wurde unter seiner Leitung in St. Petersburg neun Tage vor seinem überraschenden und bis heute mysteriösen Tod uraufgeführt.
Die Leitung der Norddeutschen Philharmonie hat der international renommierte Dirigent Marc Piollet übernommen, der erstmals in Rostock gastiert. Der in Paris geborene und in Berlin lebende Dirigent war von 2004 bis 2012 Generalmusikdirektor am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, hatte viele Engagements an bedeutenden Opernhäusern und stand am Pult der renommiertesten Orchester der Welt. Seit 2016 hat er an der Kunstuniversität Graz eine Professur und leitet eine Dirigentenklasse. Marc Piollet wird nach Rostock zwei Werke mitbringen, die eng mit seiner Heimatstadt Paris korrespondieren.
Den Auftakt der drei Konzertabende bildet jeweils die sinfonische Dichtung „Prélude à l’après-midi d’un faune“ (Vorspiel zum Nachmittag eines Faunes) nach Stéphane Mallarmé, die der französische Komponist Achille-Claude Debussy (1862 – 1918) schrieb. Das nur zehnminütige Instrumentalwerk, das am 22. Dezember 1894 in der Société Nationale de Musique in Paris uraufgeführt wurde, verschaffte Debussy den künstlerischen Durchbruch als Impressionist. Seine Musik gilt als Bindeglied zwischen Romantik und Moderne.
Ebenfalls eine Uraufführung in Paris erlebte 1910 das Ballett „Der Feuervogel“ des in Russland geborenen Komponisten Igor Strawinski (1882 – 1971). Das auf zwei russischen Märchen basierende Werk schrieb Strawinski für das Ensemble Ballets Russes im Pariser Théatre National de l’Opèra. Die Verbindung von russischer Märchentradition mit effektvollen Figuren und Bildern wie dem glänzenden Feuervogel, dem Wunderbaum, dem Riesenei und einem doppelköpfigen Ungeheuer sowie einer eindrucksvollen Musik zeigte beim Publikum große Wirkung. In der Kritik wurde das Ballett als „glitzernde, sinnbetörende Erscheinung“ beschrieben, unterstrichen durch eine „üppig-farbenreiche Ausstattung“ und die „in allen Klangfarben schillernde Musik“. Strawinski fertigte von der Partitur mehrere Fassungen für konzertante Aufführungen an. 1911 und 1919 entstanden die Suite Nr. 1 und Nr. 2 für Orchester, 1945 folgte die Ballettsuite für Orchester. Die Musik zum Feuervogel gilt als richtungsweisendes Werk am Beginn des 20. Jahrhunderts.
Eine etwa 15minütige Einführung in das Konzert können Interessierte im Theaterfoyer eine halbe Stunde vor Konzertbeginn erleben.

Termine: 6. Philharmonisches Konzert im Großen Haus des Volkstheaters Rostock am 4. Februar 2018 um 18:00 Uhr, am 5. und 6. Februar 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Foto: Felix Broede

Pianistin Martina Filjak gastiert beim 5. Philharmonischen Konzert in Rostock

Klangvoller Auftakt mit Bernstein und Gershwin

Die Musikwelt feiert im Jahr 2018 das 100. Geburtstagsjubiläum des Musikgenies Leonard Bernstein (1918 – 1990). Gleich zu Jahresbeginn wird in Rostock bei den Philharmonischen Konzerten Bernstein zu hören sein. Der in Boston vor 100 Jahren geborene Sohn einer jüdischen Einwandererfamilie aus der Ukraine hatte in Harvard Klavier und Komposition studiert. Schon als junger Mann erlangte er Anerkennung als Dirigent und stand mit weltberühmten Orchestern auf der Bühne. Mit seinen Kompositionen für den Broadway erreichte er Weltruhm. Zu den erfolgreichsten Musicals gehören „On the Town“ (1944), „West Side Story“ (1957) und „Candide“ (1974). Am kommenden Sonntag, Montag und Dienstag wird Bernsteins „Divertimento“ erklingen. Dieses Werk schrieb er anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Boston Symphony Orchestra. Die Weltpremiere gab es am 25. September 1980.
Ein weiterer herausragender amerikanischer Komponist, Pianist und Dirigent steht im Jahr 2018 und beim Rostocker Konzert im Mittelpunkt. George Gershwin (1898-1937) wurde vor 120 Jahren in Brooklyn geboren. Ihm zu Ehren spielt die Norddeutsche Philharmonie unter der Leitung von Marcus Bosch eine der bekanntesten Kompositionen von Gershwin, die „Rhapsody in Blue“. Ein Welterfolg wie auch das Musical „Ein Amerikaner in Paris“ und die Oper „Porgy and Bess“. Am 7. Januar 1924 begann Gershwin zunächst mit der Niederschrift der Rhapsody für zwei Klaviere. Der befreundete amerikanische Komponist und Arrangeur Ferde Grofé erstellte nahezu zeitgleich aus der Klavierfassung die Partitur für das Whitemans Jazzorchester, so dass die „Rhapsody in Blue“ bereits einen Monat später am 4. Februar vollendet war. Das Konzert in der New Yorker Aeolian Hall am 24. Februar 1924 wurde zum historischen Ereignis. Bei der Uraufführung war die Créme de la Créme des musikalischen und gesellschaftlichen New York zugegen.
Zum zweiten Mal Gast der Norddeutschen Philharmonie wird die Pianistin Martina Filjak sein. Die gebürtige Kroatin studierte in Zagreb, Wien und Hannover und belegte Meisterklassen an der Klavierakademie in Como. Seit dem Gewinn des ersten Preises beim Internationalen Cleveland Klavierwettbewerb konzertiert Martina Filjak auf den wichtigsten Konzertpodien der Welt, u.a. in der Carnegie Hall New York, im Konzerthaus Berlin und im Musikverein Wien. Am 7., 8. und 9. Januar wird Martina Filjak in Rostock das Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 415 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) zu Gehör bringen. Es ist das größte und bedeutendste der ersten Wiener Konzerte von Mozart. Die Uraufführung wurde am 23. März 1783 im alten Wiener Burgtheater gefeiert.
Abgerundet wird das Konzertprogramm im Januar mit einem Werk des deutschen Komponisten Richard Strauss (1864-1949), der durch sein Liedschaffen und seine Opern bekannt wurde. Es erklingt die Suite op. 59 „Der Rosenkavalier“.
Zu den Philharmonischen Konzerten wird regelmäßig eine 15-minütige Werkeinführung angeboten. Sie vermittelt Wissenswertes und beginnt im Ateliertheater eine halbe Stunde vor dem Konzert.

Termine: 5. Philharmonisches Konzert im Großen Haus des Volkstheaters Rostock am 7. Januar 2018 um 17:30 Uhr, am 8. und 9. Januar 2018 um 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Martin Goffing, Romano Grozich

Schostakowitschs Revolutionspauken und Beethovens populärstes Klavierkonzert im 4. Philharmonischen Konzert

Das letzte Philharmonische Konzert dieses Jahres verspricht ein besonderes zu werden. Mit Revolutionsmusik und Dramatik von Schostakowitsch, mit stürmischen und lyrischen Momenten von Beethoven. Am Pult wird Marcus Bosch, Generalmusikdirektor in Nürnberg und ordentlicher Professor an der HMT München, stehen und die Norddeutsche Philharmonie dirigieren. Musiker und Zuhörer werden voller Spannung auf den gemeinsamen Auftritt blicken. Denn Bosch übernimmt ab der Saison 2018/19 die künstlerische Verantwortung über das Rostocker Orchester und wird als Conductor in Residence wirken.
Dem Rostocker Konzertpublikum ist Marcus Bosch (geb. 1969) kein Unbekannter. Seit 2013 ist er regelmäßig Gastdirigent der Norddeutschen Philharmonie Rostock gewesen. Geplant sind in den kommenden drei Jahren je acht Konzertprojekte sowie das Kuratieren des Konzertprogramms. Marcus Bosch freut sich auf die Aufgabe an der Ostsee, er hat bereits häufig hervorgehoben, wie sehr er die Haltung des Orchesters in kulturpolitisch schwierigen Zeiten schätzt. Mit Bosch kommt jemand mit großem Renommee in die Hansestadt, einer der gefragtesten und innovativsten Dirigenten seiner Generation.
Als erstes Werk des Abends wird das fünfte und letzte Klavierkonzert von Ludwig von Beethoven (1770 – 1827) zu hören sein. Es erfreut sich weltweit größter Beliebtheit, gehört zu den meistaufgeführten Klavierkonzerten. Den Solopart übernimmt in Rostock der junge deutsche Pianist Alexander Schimpf (geb. 1981), der diesseits und jenseits des Atlantiks erfolgreich ist. Als Solist wurde Schimpf u.a. vom Wiener Kammerorchester, dem Marinskij-Orchester St. Petersburg, den Dresdner Philharmonikern, den Nürnberger Symphonikern und dem Beethoven-Orchester Bonn eingeladen.
Mit Pauken und Trommeln, den Waffen der Revolution, beginnt der zweite Teil des Konzertabends. „Das Jahr 1917“ lautet der Untertitel für die 12. Sinfonie in d-Moll von Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975), der dieses Werk 1960/61 komponierte und Wladimir Illjitsch Lenin widmete. Es ist ein Werk, das noch immer widersprüchlich bewertet wird. Wollte Schostakowitsch der Oktoberrevolution linientreu ein Denkmal setzen und sie glorifizieren? Oder setzt er sich kritisch mit dem Totalitarismus auseinander? Der Schluss des Werkes ist überinstrumentiert, übermäßig laut und blechern. Eine Auseinandersetzung mit dem Krieg, der alles zerstört und die Menschen ratlos zurücklässt. Interpretationen sind viele möglich. Auch das Leben des Komponisten, das von Aufruhr und Anpassung zugleich Zeugnis ablegt, wirft viele Fragen auf und ist nur aus der Historie heraus erklärbar.
Eine ausführliche Konzerteinführung mit Wissenswertem zu den Werken und Komponisten können Besucher wie gewohnt eine halbe Stunde vor Beginn im Intendanzfoyer erleben.

Termine für das 4. Philharmonische Konzert: Großes Haus des Volkstheaters Rostock am 10. Dezember um 18.00 Uhr und am 11. und 12. Dezember um 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Martin Goffing