Beiträge in Kategorie:Spielzeit 2012/2013

Alle neun Sinfonien Ludwig van Beethovens im IGA-Park

Nachtrag aus aktuellem Anlass: Das erste Konzert am Dienstag fand trotz widrigster Witterungsumstände erfolgreich statt. Die Zuhörer, die sich vom Regen nicht abhalten ließen, erlebten ein begeisterndendes Konzert und bedankten sich mit Standing Ovations bei der Norddeutschen Philharmonie Rostock und ihrem GMD Florian Krumpöck. Trotz des strömenden Regens im zweiten Teil des Konzertes blieben Publikum und Orchester dank der Überdachung durch das IGA-Zelt trocken und genossen Beethovens fünfte Sinfonie in einmaliger Atmosphäre. Lassen Sie sich also keinesfalls von schlechten Wetterprognosen abhalten, ausübende Künstler und Veranstaltungsort haben die Feuerprobe bestanden…

Die Norddeutsche Philharmonie Rostock bietet Ihnen in der kommenden Woche im Rahmen des Sommerprogramms des Volkstheaters eine außergewöhnliche Reihe von vier Konzerten, bei denen sämtliche neun Sinfonien des Meisters der klassischen Sinfonik zur Aufführung gebracht werden. Generalmusikdirektor Florian Krumpöck, der alle vier Konzerte im IGA-Park dirigieren wird, richtet sich im Folgenden mit einer sehr persönlichen Einladung an Sie:

„Sehr geehrte Musikfreunde, sehr geehrte Freunde der Norddeutschen Philharmonie Rostock,

vom 25. bis zum 28. Juni unternimmt die Norddeutsche Philharmonie Rostock eine der spannendsten aber auch schwierigsten musikalischen Reisen, die man innerhalb der großen Sinfonik machen kann: Wir spielen an vier aufeinanderfolgenden Abenden alle neun Sinfonien von L. v. Beethoven in Rostocks wunderbarem IGA-Park.
Vielleicht fragen Sie sich, was die Beweggründe einer solchen künstlerischen Kraftanstrengung sind? Bitte erlauben Sie mir dazu ein paar persönliche Gedanken:
Das Zyklische in der Musik hat mich seit jeher fasziniert, da sich dabei sowohl für den interessierten Hörer als auch für die ausübenden Künstler die Möglichkeit einer Gesamtschau auf die künstlerische, aber oft auch menschliche Entwicklung eines Komponisten bietet. Ein enger zeitlicher Rahmen fördert dabei die Erinnerung, die Konzentration und die Bildung eines übergeordneten Bogens. Bei kaum einem Komponisten bietet ein Gesamtzyklus ein so messerscharfes Porträt einer einzigen Musikerpersönlichkeit, quasi im Zeitraffer, wie beim Titanen Beethoven, der als erklärter Humanist nicht nur Utopien über Menschlichkeit und Brüderlichkeit wie in der neunten Sinfonie, sondern auch Politisches wie in der dritten und fünften Sinfonie, Naturbilder wie in der sechsten Sinfonie, beißende Ironie (achte Sinfonie), versteckte Leidenschaften (vierte Sinfonie) oder jubilierende Lebensfreude wie in der zweiten und siebten Sinfonie komponierte. Eine solche Gesamtschau ermöglicht auch einen Blick auf den Umsturz der klassischen Sinfonik, wie sie davor von Haydn und Mozart perfektioniert wurde. Wir erleben die Entwicklung der Sinfonie an sich, die mit der Anlehnung an die Tradition in der ersten Sinfonie beginnt. Bereits in der dritten Sinfonie mit ihren gigantischen Ausmaßen wird diese Tradition komplett durchbrochen, in der achten karikiert, um schließlich, wenn instrumentale Mittel nicht mehr ausreichen, um eine der größten und wichtigsten Botschaften der Menschheit zu übermitteln, in der neunten Sinfonie komplett ad acta gelegt zu werden. Mit dem Hinzufügen der menschlichen Stimme schlägt Beethoven bereits eine direkte Brücke zu Gustav Mahler, dem wahrscheinlich wichtigsten Sinfoniker des 20. Jahrhunderts. Es ist nur zu verständlich, dass die Komponisten um und nach Beethoven (insbesondere Schubert, später Schumann, Brahms und Bruckner) wohl so niedergeschmettert von der utopischen Anlage (die vielleicht auch nur durch die völlige Ertaubung Beethovens so möglich war?) der neunten Sinfonie waren, dass sich erst Mahler wieder an die menschliche Stimme in seinen frühen Wunderhorn-Sinfonien wagte.
Nachdem ich bereits zweimal die 32 Klaviersonaten von Beethoven zyklisch zur Aufführung brachte, ist es mir eine ganz besondere persönliche Freude, Ihnen zusammen mit der Norddeutschen Philharmonie meinen ersten geballten Zyklus der Sinfonien des Bonner Meisters zu präsentieren. Die Programmzusammenstellung erfolgte absichtlich nicht chronologisch, um auch jedes einzelne Konzert zu einem dramaturgisch spannenden Erlebnis zu machen.

Es wäre mir eine große Ehre, wenn Sie mit uns dieses 4-tägige Fest im IGA-Park gemeinsam feiern würden.

Herzlichst,
Ihr Florian Krumpöck“

Die vier Konzerte finden vom 25. bis zum 28. Juni 2013 jeweils um 20:00 Uhr im IGA-Park Rostock statt.
Im ersten Konzert am 25. Juni erklingen die Symphonien Nr. 1 C-Dur op. 21, Nr. 8 F-Dur op. 93 und Nr. 5 c-Moll op. 67 „Schicksalssymphonie“,
im zweiten Konzert am 26. Juni folgen Symphonie Nr. 4 B-Dur op. 60 und Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“,
im dritten Konzert am 27. Juni dann die Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 „Pastorale“ und die Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92,
das vierte Konzert am 28. Juni mit Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 36 und Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 „An die Freude“ beendet die Konzertreihe.
Auf den Seiten des IGA-Parks finden Sie nähere Informationen zur Anfahrt, Karten erhalten Sie an den Kassen des Volkstheaters, Kombi-Tickets für zwei bzw. vier Konzertabende gibt es exklusiv und zum Sonderpreis in der Vorverkaufskasse in der Doberaner Straße 134/135 (Tel.: 0381-381 4700).
Für spontane Konzertbesucher gibt es jeweils ab 19:00 Uhr Karten an der Abendkasse direkt an der Bühne im IGA-Park. Bitte beachten Sie, dass die Bezahlung der Karten hier nicht mit EC- oder Kreditkarte möglich ist, also nur mit Bargeld gezahlt werden kann.
Einzelkarten kosten in der Vorverkaufskasse Doberaner Straße sowie an der Abendkasse je nach Platz 24,- bzw. 30,- Euro. Schüler, Studenten, Schwerbehinderte und Abonnenten des Volkstheaters erhalten Karten zu ermäßigten Preisen.

10. Philharmonisches Konzert beendet noch nicht die Spielzeit

Das 10. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie Rostock unter Leitung von GMD Florian Krumpöck findet am Samstag, 8. Juni um 19:30 Uhr, Sonntag, 9. Juni um 18:00 Uhr und am Montag, 10. Juni um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volstheaters statt, Karten erhalten Sie wie immer an den Kassen des Volkstheaters und bei ticket online.

Rostocks 10. Philharmonisches Konzert wird eingeleitet mit Friedhelm Döhls „Gesang der Frühe“ / Dialog mit Schumann für großes Orchester. Friedhelm Döhl ist ein in Lübeck lebender Komponist, der 1982 zum Professor für Komposition an der Lübecker Hochschule für Musik berufen wurde und später auch als deren Rektor tätig war. Das Rostocker Publikum erlebte ihn als Composer in Residence beim „Brücken“ – Festival für Neue Musik 2010, wo Konzerte mit seinen Werken, aber auch seine Vorträge und Seminare den Schwerpunkt des Festivals bildeten. Sein „Gesang der Frühe“ wurde 2006 vom Philharmonischen Orchester Lübeck unter Leitung von Roman Brogli-Sacher uraufgeführt. Die 20-minütige Fantasie für großes Orchester erinnert schon im Namen an Robert Schumanns „Gesänge der Frühe“ (fünf Klavierstücke op. 133 von 1853) und so kann man dieses Werk auch als eine Art Antwort auf Schumanns Musik verstehen, ohne dass deren direkte Einflüsse wahrzunehmen sind.
Von Robert Schumann selbst ist denn auch das zweite Stück des Abends, sein Konzertstück für vier Hörner und großes Orchester op. 86 wird von
Prof. Thomas Hauschild, Anna Magdalena Euen, Svenja Wolf und Konrad Balint vorgetragen. Prof. Thomas Hauschild, Sohn des Ehrendirigenten der Norddeutschen Philharmonie Wolf-Dieter Hauschild, betreut eine Hornklasse an der Hochschule für Musik in Leipzig, welcher auch seine drei Mitspieler entstammen. Das Konzertstück Schumanns galt zu seiner Zeit als eine Art Unikum, war doch das Horn bisher nur sehr selten als Soloinstrument zur Geltung gekommen, lediglich Mozarts Hornkonzerte bildeten hier eine namhafte Ausnahme. Inzwischen hatte die Entwicklung des Horns immense Fortschritte gemacht, durch die Ventiltechnik war es nun realisierbar, alle Halbtonschritte sauber zu intonieren, dies war auf den zu Mozarts Zeiten gebräuchlichen Naturhörnern nahezu unmöglich. Nichtsdestotrotz gilt Schumanns Konzertstück für vier Hörner auch auf den heutigen modernen Instrumenten noch zur anspruchsvollsten Horn-Literatur.
Nach der Pause erklingt die 1. Sinfonie in c-Moll op. 68 von Johannes Brahms, der dem Ventilhorn übrigens wesentlich weniger zugetan war, seine Bezeichnung „Blechbratsche“ war wohl nicht allzu schmeichelhaft gemeint. Dafür wusste der gebürtige Hamburger umsomehr die inspirierende Landschaft unserer Ostseeküste zu schätzen, schließlich hat er nach einem zähen vierzehnjährigen Schaffensprozess die erklingende Sinfonie in Sassnitz auf Rügen in einer Art Schlussspurt fertigstellen können. So ist denn seine 1. Sinfonie auch keinesfalls ein Jugendwerk, vielmehr hören wir das Ergebnis seines beharrlichen Ringens, ein würdiges Erbe des symphonischen Schaffens von Ludwig van Beethoven anzutreten.

Die Sinfonien Beethovens sind es auch, an die wir Sie an dieser Stelle noch erinnern wollen, schließlich ist die laufende Spielzeit mit dem letzten Philharmonischen Konzert keinesfalls beendet. In Rostock bisher einmalig, spielt die Norddeutsche Philharmonie unter Leitung von GMD Florian Krumpöck vom 25. bis zum 28. Juni 2013 sämtliche neun Beethovensinfonien in vier Freiluftkonzerten auf der IGA-Bühne Rostock, die schon während der IGA 2003 den heimlichen Titel „bestklingender Saal Rostocks“ erwerben konnte. Im Online-Ticketverkauf sind lediglich Eintrittskarten für einzelne Konzertabende buchbar, Kombi-Tickets für mehrere Konzertabende erhalten sie exklusiv und zum Sonderpreis in der Vorverkaufskasse des Volkstheaters in der Doberaner Straße 134/135 (Tel.: 0381-381 4700).

Kindermusikfest und Kinderkonzerte

“Pfeifen, Zwitschern, Tirilieren“ – unter diesem Motto steht das Kindermusikfest am 29. Mai 2013 ab 9.30 Uhr im Rostocker Freizeitzentrum in der Kuphalstraße in Reutershagen. Rund 200 Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren werden erwartet, um im Freien gemeinsam zu singen, zu basteln und sich mit Musik zu beschäftigen. Seit vielen Jahren gestalten die Musiker der Norddeutschen Philharmonie dieses Fest, um Kinder auch für klassische Töne zu begeistern. In Kammerorchesterbesetzung werden sie nicht nur bekannte Kinderlieder anstimmen oder ihre Instrumente vorstellen. Geboten wird ein spannendes und zugleich lustiges Programm, bei dem die Jüngsten unter anderem den Vogelfänger „Papageno“ aus der Oper „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart kennenlernen. Die Kinder basteln eigene kleine Musikinstrumente und werden zum Schluss gemeinsam mit den Musikern der Norddeutschen Philharmonie die „Kindersinfonie“ von Leopold Mozart spielen, dem Vater des weltbekannten Komponisten.
Unterstützung findet das Kinderprogramm der Norddeutschen Philharmonie durch die Philharmonische Gesellschaft Rostock. Der Vorsitzende Dr. Thomas Diestel verweist darauf, dass musikalische Erlebnisse gerade für Kinder so wichtig sind, „weil sie Lebensfreude fördern und soziales Miteinander“. Diestel betont: „Wer ein Instrument erlernt, mit anderen regelmäßig gemeinsam singt oder musiziert, stärkt seine kreativen und emotionalen Fähigkeiten und seine Intelligenz.“ Von Musik und seiner Faszination profitiert der Mensch ein Leben lang, sie bietet Entspannung und Bereicherung. Die Grundlage dafür wird in jungen Jahren gelegt.
Den Vorsitzenden der Philharmonischen Gesellschaft freut es deshalb sehr, dass zwei der drei Kinderkonzerte der Norddeutschen Philharmonie am 27. Mai in der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (8:30 Uhr, 10:00 Uhr und 11:30) Uhr bereits ausverkauft sind. „Alles was fliegt“ heißt das Konzertprogramm, das geleitet und moderiert wird von Manfred Hermann Lehner. Kindgerecht wird erklärt, wie Komponisten es schaffen, Vögel, Insekten, Hexen und Elfen musikalisch durch die Lüfte schwirren zu lassen. Wie klingen solche fliegenden Wesen? Welche Instrumente zaubern welche Töne? Die Norddeutsche Philharmonie Rostock wird verschiedene kleine musikalische „Flug“- Stücke vorstellen und sicher die Kinder mit ihrer Kunst begeistern.

Text: Anette Pröber

9. Philharmonisches Konzert ist Wagner-Jubiläumskonzert

Als Ankündigung für das 9. Philharmonische Konzert übernehmen wir diesmal einen Text, den die Journalistin Anette Pröber für den Ostsee-Anzeiger verfasste, im Anschluss lesen Sie ein von ihr geführtes Interview mit dem Dirigenten des Abends GMD Florian Krumpöck, welches sie uns freundlicherweise zur Verfügung stellte.
Rostocks 9. Philharmonisches Konzert findet im Großen Haus des Volkstheaters statt. Karten für die Konzerte am Samstag, 11. Mai um 19:30 Uhr, Sonntag, 12. Mai um 18:00 Uhr und am Montag, 13. Mai um 19:30 Uhr erhalten Sie über die Kassen des Volkstheaters und bei ticket online.

Der vor 200 Jahren geborene Komponist und Begründer der Bayreuther Festspiele Richard Wagner (1813-1883) steht im Mittelpunkt des 9. Philharmonischen Konzerts, das die Norddeutsche Philharmonie unter Leitung von Florian Krumpöck am kommenden Wochenende im Rostocker Großen Haus gibt.
Das Wagner-Jubiläumskonzert wird maßgeblich von den Wagner Freunden und Verehrern Anton Bruckner (1824-1896) und Franz Liszt (1811-1886) geprägt. Wobei Franz Liszt später auch zum Schwiegervater von Wagner wurde, weil dieser dessen Tochter Cosima heiratete.
Von Franz Liszt wird der „Totentanz“, eine symphonische Dichtung für Klavier und Orchester, zu Gehör gebracht. Der aus Luxemburg stammende Pianist Jean Muller (geb. 1979) wird den Solopart am Klavier übernehmen. Muller ist bekannt für seine einfühlsamen und zugleich atemberaubenden virtuosen Darbietungen. Er hat bereits zahlreiche internationale Preise gewonnen und zählt Liszt zu seinen Lieblingskomponisten.
Ein Hörerlebnis besonderer Art ist sicher auch die sogenannte Wagner-Sinfonie von Anton Bruckner. Die Sinfonie No. 3 in d-Moll war Richard Wagner gewidmet. Bruckner schrieb sie 1873 und überarbeitete sie später mehrfach. Gespielt wird in Rostock die zweite Fassung aus dem Jahr 1877.
Dargeboten wird von der Norddeutschen Philharmonie unter Leitung von Florian Krumpöck auch das kleine „Treppenstück“ von Richard Wagner:
das „Siegfried-Idyll“. Wagner hat das Stück 1870 für seine Frau Cosima komponiert, die den gemeinsamen Sohn Siegfried geboren hatte. Die Uraufführung fand am 25. Dezember frühmorgens am 33. Geburtstag Cosimas in Wagners Landhaus bei Luzern statt. Aus Platzgründen nahmen die Musiker mit kleiner Streicher-Besetzung im Treppenhaus Aufstellung, weshalb das Stück von Wagners Kindern nur „Treppenmusik“ genannt wurde.

2. Kammerorchesterkonzert „Die Tageszeiten“ in Wismar und Warnemünde

Als Joseph Haydn im Mai 1761 seinen Posten als stellvertretender Kapellmeister des Fürsten Anton Paul von Esterházy antrat, war er noch keine 30 Jahre alt. Mit ihm begannen noch viele weitere junge begabte Musiker ihre Tätigkeit am Hofe Esterházys, so dass Joseph Haydn hier eine ganz besonders inspirierende Umgebung vorfand. Diese Aufbruchstimmung veranlasste ihn dazu, seine drei Sinfonien Nr. 6, 7 und 8 zu komponieren, welche zusammen eine Tageszeiten-Triologie bilden und dem Fürsten auf ganz besondere Weise sowohl die musikalische Qualität seiner Musiker als auch die kompositorischen Fähigkeiten seines jungen Kapellmeisters aufzeigten. Ob Haydn eine vierte, die Nacht beschreibende Sinfonie plante oder sogar komponierte und diese später verschollen ist, gilt bis heute als ungeklärt. Die drei Sinfonien mit den Untertiteln „Le Matin“ (Der Morgen), „Le Midi“ (Der Mittag) und „Le Soir“ (Der Abend) beschreiben einen Tagesablauf nicht im eigentlichen Sinne von Programmmusik, vielmehr werden Stimmungen zu den verschiedenen Tageszeiten musikalisch abgebildet. Hierbei nimmt die Sinfonie Nr. 6 eine besondere Rolle ein, da hier doch recht programmatisch erstmals ein Sonnenaufgang skizziert wird, ein Thema, dem sich Haydn später sowohl in seinen „Jahreszeiten“ als auch in der „Schöpfung“ wieder widmete.
In allen drei Sinfonien lässt Haydn mehrfach Musiker aus dem Orchester solistisch hervortreten, so dass man die Sinfonien damals auch als „große Concertini“ bzw. „konzertante Sinfonien“ bezeichnete.
Ergänzend zu Joseph Hadyns „Die Tageszeiten“ hören wir im bevorstehenden 2. Kammerorchesterkonzert das Werk eines Kollegen der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Auch der Geiger und Komponist Malte Hübner beschreibt in seinem „Concerto piccolo“ den Lauf des Tages. Sein im Jahr 2010 entstandenes Stück mit dem Untertitel „come un perpetuo mobile“ besteht aus den drei Sätzen „Am Morgen“, “ Am Tage“ und „Vom Abend zur Nacht“ und beschreibt dem Untertitel folgend anhand der Tageszeiten das sich immer wiederholende wechselvolle Spiel von Ruhe und Bewegung.

Das 2. Kammerorchesterkonzert dieser Spielzeit ist sowohl in der St.-Georgen-Kirche in Wismar als auch im Bernsteinsaal des Warnemünder Hotels Neptun zu hören. Das Konzert in Wismar findet am Freitag, dem 3. Mai 2013 um 19:30 statt, das Warnemünder Konzert können Sie am 5. Mai, also am Sonntagnachmittag um 16:00 Uhr hören. Manfred Hermann Lehner dirigiert die Norddeutschen Philharmonie Rostock.
Sowohl für Wismar als auch für Warnemünde ist sonniges, wenn auch noch recht kühles Wetter vorhergesagt, so dass sich die Konzerte wieder einmal hervorragend mit einem Spaziergang kombinieren lassen.