Beiträge in Kategorie:Spielzeit 2015/2016

Klassik unterm Segeldach im IGA-Park

Freunde der Norddeutschen Philharmonie können sich wieder auf spannende Sommerkonzerte freuen. Am 1. und 2. Juli 2016 spielt die Norddeutsche Philharmonie unter dem markanten Segeldach im IGA-Park. Seit Jahren sind diese Open-Air-Konzerte sehr beliebt.
Am ersten Tag heißt es ab 20:00 Uhr „Viva Espana“. Dirigent Manfred Hermann Lehner und das Orchester werden die Zuhörer mit auf eine musikalische Spanienreise nehmen. Für typisch spanische Rhythmen sorgen unter anderem Georges Bizets „Carmen“-Suite, Alexis-Emanuel Chabriers Rhapsodie „Espana“ und Maurice Ravels „Bolero“.
Das Motto des zweiten Konzertes lautet „We are the Champions“ und widmet sich vor allem dem Thema Sport, es begleitet musikalisch die Fußball-EM 2016. Die musikalische Leitung hat der australische Gastdirigent Nicholas Milton. Solistin ist die Mezzosopranistin Jasmin Etezadzadeh.
Dieses Open-Air-Ereignis beginnt bereits um 18:00 Uhr. Karten sind an allen Vorverkaufsstellen des Theaters erhältlich.

ACHTUNG: Für die beiden Konzerte der Reihe KLASSIK IM PARK am 01. & 02.07. 2016 gibt es bis zum 28. Juni 30% Rabatt an der Theaterkasse, bitte teilen Sie dort Ihren Rabattwunsch mit!

Text: Anette Pröber, Foto: Bernd Schwarz

Philharmonischer Saisonabschluss mit Opernchor und Singakademie: märchenhaft, freudvoll, sommerlich

Mit Florian Krumpöck wird ein guter alter Bekannter das 10. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie am kommenden Sonntag, Montag und Dienstag im Großen Haus leiten.
Der österreichische Pianist und Dirigent, ehemaliger Generalmusikdirektor in Rostock, ist jetzt freiberuflich tätig. Er hat zum Saisonabschluss ein leicht beschwingtes, sommerliches Programm für das Rostocker Publikum gewählt.
Im ersten Teil des Abends erklingen die Ouvertüre zu „Ein Sommernachtstraum“ op. 21 und Ausschnitte aus der Bühnenmusik op.61, die Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) schrieb. Die Ouvertüre komponierte Mendelssohn im Sommer 1826 im Alter von 17 Jahren. In ihr spiegelt sich seine Begeisterung für die fantastische Märchenwelt und den poetischen Zauber, den Shakespeare in seinem „Sommernachtstraum“ entwarf. Der junge Mendelssohn besaß ein außergewöhnliches Talent, hatte schon früh mit dem Komponieren begonnen.
Im Alter von elf Jahren verfasste er bereits 60 Werke, darunter Lieder, Klaviersonaten und Orgelstücke. Die Sommernachtstraum-Ouvertüre führte er übrigens erstmals im Herbst 1826 in der Leipziger Straße 3 in Berlin auf. Dort befindet sich heute der Sitz des Deutschen Bundesrates im ehemaligen Preußischen Herrenhaus.
Der Sommernachtstraum sollte den Komponisten später noch einmal intensiv beschäftigen. Im Jahr 1843 schrieb Mendelssohn im Auftrag des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. für eine Aufführung des Sommernachtstraums im Neuen Palais in Potsdam zwölf weitere Musiknummern. Es entstand eine Sammlung von instrumentalen, vokalen und melodramatischen Stücken, von denen der Hochzeitsmarsch das wohl berühmteste Stück ist. So stellt der „Sommernachtstraum“ heute ein zweiteiliges Musikwerk aus der einsätzigen Ouvertüre und der mehrsätzigen Bühnenmusik dar und gehört zu den meist gespielten Werken des Komponisten.
Die Rostocker Konzertfreunde können sich bei der Aufführung auf die Frauen des Opernchores und der Singakademie freuen. Als Sopranistinnen werden Jamila Raimbekova und Theresa Grabner zu erleben sein, während Sandra-Uma Schmitz und Ulrich K. Müller aus dem Schauspielensemble des Volkstheaters die sprecherischen Rollen übernehmen.
Nach der Pause wird ein Werk des Mendelssohn Freundes Robert Schumann (1810 –1856) zu Gehör gebracht. Schumann besaß eine literarisch- musikalische Doppelbegabung und gehört gemeinsam mit Mendelssohn Bartholdy zu den bedeutendsten Komponisten der Romantik. Gespielt wird die 3. Sinfonie Es-Dur op. 97 von Schumann, die chronologisch seine letzte Sinfonie ist und zum Ende des Jahres 1850 entstand. Diese Sinfonie wird auch als die „Rheinische“ bezeichnet, weil sie unmittelbar nach dem Umzug von Robert und Clara Schumann von Dresden nach Düsseldorf entstand. In Sachsen hatte Schumann keine Festanstellung gefunden. Der herzliche Empfang als Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf versetzte ihn in eine euphorische Stimmung, die sich in der 3. Sinfonie als lebensfrohe Grundstimmung niederschlägt. Manche sehen darin auch die typisch „rheinische Fröhlichkeit“. Es ist übermittelt, dass auch der Anblick des Kölner Doms inspirierend gewirkt hat und die Fertigstellung des Werkes in kurzer Zeit gelang. Allerdings verwandelte sich die anfängliche Euphorie bald in Unzufriedenheit, vermutlich auch wegen gesundheitlicher Probleme. Die 3. Sinfonie aber strahlt positive Lebenskraft aus.
Vor dem Konzert wird wie immer auch eine Konzerteinführung geboten, die viel Wissenswertes über Komponisten und Werke vermittelt. Dazu treffen sich Interessierte eine halbe Stunde vor Beginn auf der „Brücke“.

Das 10. Philharmonische Konzert findet am Sonntag, 19. Juni 2016 um 18:00 Uhr sowie Montag und Dienstag (20. & 21. Juni) jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock statt, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und (wenn noch vorhanden) an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber, Foto: Peter Dynow

8. Philharmonisches Konzert: Wiedersehen mit Florian Krumpöck am Klavier

Mit schneller Feder in wenigen Wochen komponiert und dann in mühevoller Kleinarbeit verfeinert. So entstand eines der bedeutendsten Werke tschechischer Klavierliteratur: Antonin Dvoráks Klavierkonzert in g-Moll. Der Komponist schrieb das Werk im August und September 1876 in Prag, zwei Jahre später wurde es uraufgeführt. Vom ersten Federstrich bis zum Erstdruck des Werkes vergingen jedoch sieben Jahre, in denen Dvorák immer wieder korrigierte. Die handschriftliche Partitur weist ungewöhnlich viele Ergänzungen mit Bleistift, Rotstift, Blaustift sowie in roter Tinte und viele überklebte Stellen auf.
Die Norddeutsche Philharmonie spielt dieses große romantische Werk für Klavier und Orchester unter der Leitung von Marcus Bosch, der seit 2011 Generalmusikdirektor des Staatstheaters und der Staatsphilharmonie Nürnberg ist. Bosch trifft auf den ehemaligen Rostocker Generalmusikdirektor Florian Krumpöck, der den Klavierpart übernommen hat. Krumpöck hat sich in Rostock vor allem mit zahlreichen Musiktheater-Premieren und Sinfoniekonzerten einen Namen gemacht, mit dem Mahler-Zyklus oder auch dem Beethoven-Marathon mit den neun Sinfonien an vier aufeinanderfolgenden Tagen im IGA-Park. In mehreren Konzerten agierte Florian Krumpöck als dirigierender Pianist.
Sowohl Bosch als auch Krumpöck haben sich bereits mehrfach intensiv mit dem Werk von Antonin Dvorák (1841 – 1904) befasst, der Einflüsse von Klassik und Romantik mit Elementen der Volksmusik verband. Der tschechisch-folkloristische oder auch slawische Stil prägte mehrere Schaffensperioden des Böhmen. Die Musik strahlt Heimatliebe, Naturverbundenheit und tiefe Religiosität aus. Mit Dvoráks vielseitigem Werk fand das tschechische Musikschaffen seine unverwechselbare nationale Identität.
Eine ähnliche Rolle wie Dvorák für die Tschechen spielte Bela Bartók (1881 – 1945) für die Ungarn. Der in Groß-Sankt-Nikolaus/Nagyszentmiklos geborene Komponist, Pianist und Musikethnologe gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Moderne. Auch Bartók faszinierte die Schlichtheit und Direktheit der Volksmusik und des Volksliedes, gern ließ er sich inspirieren und suchte nach einem eigenen harmonischen Stil.
Beim 8. Anrechtskonzert der Norddeutschen Philharmonie wird eines der bekanntesten Stücke Bartóks zu Gehör gebracht, das „Konzert für Orchester“. Es entstand 1943 in den USA, in die er 1940 vor dem Faschismus emigriert war. Die Angst, dass sein Heimatland eine deutsche Kolonie werden könnte, trieb Bartók „weg aus der Nachbarschaft dieses verpesteten Landes“ und veranlasste ihn zu einem „Sprung ins Ungewisse aus dem gewussten Unerträglichen.“ Heimisch wurde Bartók allerdings nicht, er fühlte sich in den USA nicht wohl, was sich auf die Gesundheit auswirkte. Da an seinen Werken nur geringes Interesse bestand, war auch die finanzielle Lage der Familie schwierig. Die amerikanische Vereinigung der Komponisten, Autoren und Verleger ermöglichte ihm eine Heilbehandlung und unterstützte auch durch die Auftragsvergabe von Werken.
So schrieb Bartók das Werk „Konzert für Orchester“ als Auftragsarbeit für die Stiftung des Dirigenten Sergei Kussewitzki. Es wurde eines der bekanntesten und beliebtesten Werke Bartóks. Am 26. September 1945 starb Béla Bartók in New York City an Leukämie. Er wurde auf dem Ferncliff-Friedhof in New York beerdigt. Erst 1988, angesichts des politischen Tauwetters in Ungarn, konnten die sterblichen Überreste nach Budapest überführt und dort am 7. Juli im Rahmen eines Staatsbegräbnisses auf dem Friedhof Farkasrét beigesetzt werden. Bartók gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Vielen Menschen wurde auch Bartóks Klavierstück Allegro barbaro in der Adaption der Musikgruppe Emerson, Lake and Palmer auf deren Debütalbum bekannt. Der am 12. März 1988 entdeckte Asteroid (4132) Bartók wurde 1989 nach ihm benannt.

Die Konzerttermine für das 8. Philharmonische Konzert sind Sonntag, 3. April 2016 um 18:00 Uhr sowie Montag und Dienstag (4. & 5. April) jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und (wenn noch vorhanden) an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber, Fotos: Peter Dynow

Weitere Musikfreunde und Mitstreiter gesucht

Der Verein der Philharmonischen Gesellschaft Rostock e.V. engagiert sich seit seiner Gründung 1994 für die Norddeutsche Philharmonie, um den großartigen Klangkörper für Rostock und die Region zu erhalten und bessere Bedingungen für das Orchester und die Konzertfreunde zu schaffen. Heute zählt der Verein rund 190 Mitglieder.
„Es ist wichtig, Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen zu übernehmen und sich für Musik und Kultur in der Hansestadt stark zu machen“, sagt der Vorsitzende Dr. Thomas Diestel. Der Rostocker Unternehmer ist Geschäftsführer der Dr. Diestel GmbH und seit vielen Jahren als Klassikfan an der Spitze des Vereins tätig. Diestel erinnert daran, welche langjährigen kulturellen Traditionen es in der Hansestadt gibt. 1895 wurde das Theater und 1897 das Orchester gegründet. Aus solchen starken Wurzeln gelte es Kraft zu schöpfen, sagt er. Denn vom „ruhigen, stabilen Fahrwasser“ für die Norddeutsche Philharmonie sei man auch in der 119. Konzertsaison 2015/16 weit entfernt. Trotz der erfolgreichen letzten Spielzeit mit über 40.000 Zuhörern, einer mehr als 80-prozentigen Besucherauslastung und entsprechend hohen Einnahmen.
Als ein „sehr hoffnungsvolles Zeichen“ wertet Diestel die vom Verein initiierte Gründung der Stiftung für die Orchesterakademie. 100.000 Euro brachte der Verein als Grundkapital in die Verbrauchsstiftung ein. Orchesterdirektor Hans-Michael Westphal begrüßt die Initiative und erklärt: „Die Stiftung schafft die großartige Möglichkeit, junge Musiker in der Orchesterakademie auf den Orchesterberuf vorzubereiten und sie während dieser Zeit der Zusatzqualifikation
mit Stipendien zu unterstützen.“ Westphal wirkt auch im Vorstand der Stiftung mit und freut sich, dass die ersten Akademisten nach dem Bewerbungsverfahren bereits in der kommenden Spielzeit das Orchester verstärken werden. „Jedes große Orchester nutzt so eine Akademie, um talentierte junge Musiker zu gewinnen. Für den Nachwuchs, aber auch für das Orchester ist die Zusammenarbeit eine Befruchtung“, sagt Westphal, der seit 1985 im Orchester und seit 1991 als Solofagottist engagiert ist.
Der Verein der Philharmonischen Gesellschaft Rostock e.V. freut sich über jeden Musikfreund und Mitstreiter. „Wir werden in der nächsten Zeit gezielt Mäzene ansprechen und um finanzielle Unterstützung für die Orchesterakademie werben. Wir freuen uns zudem über jeden, der mit kleinen Spenden dabei ist oder einfach seine Begeisterung bei uns einbringt“, unterstreicht Dr. Thomas Diestel als Vorsitzender des Vereins, der auch das Kuratorium
der Stiftung leitet.

Text und Foto: Anette Pröber

7. Philharmonischen Konzert mit Beethovens „Eroica“, Webern und Mahler

Achtung, Änderung:
Aufgrund der Erkrankung des Dirigenten Patrick Lange, dem wir gute Genesung wünschen, wird das Konzert kurzfristig von Gerrit Prießnitz übernommen.

Das Philharmonische März-Konzert wird Beethoven-Freunde begeistern. Mit der berühmten 3. Sinfonie Es-Dur op. 55 erklingt ein Meisterwerk voller Kraft und Pathos, das Beethoven später als sein bedeutendstes Werk bezeichnete. Ludwig van Beethoven (1770-1827) hatte die Sinfonie, die 1802 und 1803 entstand, dem Feldherrn Napoleon und den Idealen der Revolution „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ gewidmet. Sie sollte sogar den Titel Bonaparte tragen. Doch aus Enttäuschung darüber, dass sich Napoleon 1804 selbst zum Kaiser krönte, nahm Beethoven die Widmung zurück. Er soll das Deckblatt mit den Worten zerrissen haben: „Ist der auch nichts anderes, wie ein gewöhnlicher Mensch! Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Füßen treten, nur seinem Ehrgeize fröhnen; er wird sich nun höher wie alle anderen stellen, ein Tyrann werden!“ Die Sinfonie erhielt den Titel „Sinfonia eroica“, die Heroische.

Dirigiert wird das 7. Philharmonische Konzert am 13., 14. und 15. März von dem jungen deutschen Dirigenten Patrick Lange. Der 34-Jährige, der seine musikalische Ausbildung im Knabenchor der Regensburger Domspatzen begann und im Alter von 12 Jahren seinen ersten Dirigierunterricht am Stadttheater Regensburg erhielt, hat nach dem Studium sehr schnell Karriere gemacht. 2007 gab er sein Debüt an der Komischen Oper Berlin, seit 2008/09 wirkte er dort als Erster Kapellmeister und von 2010 bis 2012 als Chefdirigent. Seitdem ist er auf den berühmtesten Opern- und Konzertbühnen zu Hause, dirigierte an der Wiener Staatsoper, an der Semperoper Dresden, an der Bayerischen Staatsoper in München, an der Oper Sydney, an der Pariser Oper und vielen mehr.

Für sein erstes Rostocker Konzert hat Patrick Lange ein Wiener Programm gewählt. Zu Beginn erklingt Anton Weberns (1883-1945) Passacaglia für Orchester op. 1. Passacaglia ist ursprünglich ein spanischer Volkstanz, der im 16. Jahrhundert nach Italien und Frankreich kam und zum Bühnentanz wurde. Das zehnminütige Werk wurde 1908 in Wien komponiert und im gleichen Jahr dort auch uraufgeführt. Von Gustav Mahler (1860-1911) werden „Lieder eines fahrenden Gesellen“ (1884) zu Gehör gebracht. Der österreichische Komponist war einer der bedeutendsten Komponisten der Spätromantik und einer der berühmtesten Dirigenten seiner Zeit. Der Liedzyklus entstand in einer Zeit, als Mahler Chorleiter und Kapellmeister in Kassel war und sich in eine Sopranistin verliebte, die seine Gefühle nicht erwiderte. Die Lieder schildern die Gedanken eines Gesellen, der in der Zeit seiner Wanderschaft zugleich versucht, eine unglückliche Liebschaft zu verarbeiten. In Rostock werden die Lieder von Bariton Björn Bürger (30) vorgetragen, festes Ensemblemitglied der Oper Frankfurt am Main.
Eine halbe Stunde vor Konzertbeginn gibt es die Möglichkeit, an einer Konzerteinführung teilzunehmen, die Wissenswertes über die Komponisten und ihre Werke vermittelt.

Das 7. Philharmonische Konzert findet am 13. März um 18:00 Uhr sowie am 14. und 15. März um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock statt. Wie gewohnt sind Karten an den Vorverkaufskassen des Volkstheaters und (wenn noch vorhanden) an der Abendkasse erhältlich.

Text: Anette Pröber, Foto: Peter Dynow