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Zweifache Echopreisträgerin Ragna Schirmer als Solistin beim Septemberkonzert

Am kommenden Sonntag wird die 120. Saison der Norddeutschen Philharmonie Rostock eingeläutet. Im Jahr 1897, zwei Jahre nach der Eröffnung des Theaters, war das Orchester in der Hansestadt gegründet worden. Seitdem hat sich eine großartige Musiktradition entwickelt. Weder Krieg noch leere Kassen ließen das Orchester verstummen. Musik gibt Menschen Hoffnung, Kraft und Menschlichkeit.
Die Norddeutsche Philharmonie feiert das Jubiläumsjahr mit seinen zahlreichen Klassikfans und mit namhaften Gastdirigenten und Solisten. Jedes der zehn Anrechtskonzerte wird ein „Flügelfest“, denn die Klaviermusik steht 2016/17 im Mittelpunkt. Herausragende Pianisten werden musikalische Glückwünsche überbringen.
Den Auftakt am Klavier gibt die zweifache Echopreisträgerin Ragna Schirmer. Die 44-jährige Pianistin, die aus Hildesheim stammt und heute in Halle an der Saale lebt, hat bereits zahlreiche Ehrungen erfahren. Als einzige ihres Fachs gewann sie zweimal den Bach-Preis in Leipzig (1992 und 1998). 2012 wurde sie mit dem Händel-Preis der Stadt Halle geehrt. Ragna Schirmer spielt im Rostocker Großen Haus Werke von Mozart und Haydn am Klavier.
Rostocks Ehrendirigent Wolf-Dieter Hauschild (79) hat die Leitung des Eröffnungskonzertes übernommen. Hauschild, der im Laufe seines Lebens zahlreiche Engagements in Berlin, Leipzig, später in Stuttgart und Essen, bestritt, war in den Jahren von 2002 bis 2004 Generalmusikdirektor des Volkstheaters Rostock und Chefdirigent der Norddeutschen Philharmonie. Hauschild hat das gesamte Chorwerk von Johannes Brahms, mehrere Händel-Oratorien sowie Sinfonien von Anton Bruckner und Werke von Max Reger für Schallplatte und CD eingespielt.
Zuerst erklingt im September-Anrechtskonzert das Rondo für Klavier und Orchester in A-Dur (KV 386) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791). Das anmutige Stück hat Mozart 1782 in Wien komponiert. Die Umstände der Entstehung sind allerdings umstritten, manche Musikwissenschaftler sehen in dem Stück kein eigenständiges Werk. Im Anschluss wird von Joseph Haydn (1732 – 1809) das Konzert für Klavier und Orchester D-Dur Hob. XVIII:11 zu Gehör gebracht. Haydn verbrachte bekanntlich den größeren Teil seiner beruflichen Laufbahn als Hofmusiker auf dem Landsitz der wohlhabenden ungarischen Familie Esterházy, wo er deren Orchester und Oper leitete. Haydn und Mozart verband seit etwa 1781 eine enge Freundschaft, die sich auch auf das Schaffen der beiden großen Komponisten auswirkte.
Nach der Konzertpause spielt die Norddeutsche Philharmonie die Sinfonie Nr. 4 Es-Dur von Anton Bruckner (1824 – 1896). Bruckner ist ein österreichischer Komponist der Romantik, der erst spät in seinem Leben die Anerkennung von seinen Zeitgenossen erfuhr. Dabei gehörte Bruckner durchaus zu den innovativsten Komponisten seiner Zeit. Er übte großen Einfluss auf die Musikgeschichte aus. Seine vierte Sinfonie wird auch „Die Romantische“ genannt, sie ist neben der Siebenten die wohl beliebteste Sinfonie von Bruckner. Die Uraufführung am 20. Februar 1881 in Wien mit den Wiener Philharmonikern war sehr erfolgreich.
Wer Interesse hat, mehr über die Komponisten und ihre Werke zu erfahren, kann an einer Konzerteinführung eine halbe Stunde vor Konzertbeginn im Intendanz-Foyer teilnehmen.

Das 1. Philharmonische Konzert der neuen Spielzeit findet am Sonntag, 25. September 2016 um 18:00 Uhr sowie am Montag und Dienstag, 26. und 27. September um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock statt, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und – soweit vorhanden – an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber, Fotos: Martin Goffing

4. Philharmonisches Konzert – Florian Krumpöck gleichzeitig Dirigent und Pianist

Das am Wochenende bevorstehende 4. Philharmonische Konzert möchten wir wieder mit einem Text ankündigen, den Anette Pröber für den Ostsee-Anzeiger schrieb:
Mit dem wohl populärsten aller Mozartkonzerte möchte die Norddeutsche Philharmonie die Konzertfreunde im Dezember im Großen Haus in Rostock erfreuen. Auf dem Programm steht das erste d-Moll-Klavierkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791), das eine neue Qualität im Schaffen des Künstlers markierte. Mozart distanzierte sich mit diesem Werk von der gefälligen Gebrauchsmusik seiner Zeit und bekannte sich zur individuellen Freiheit des Künstlers. Bei Mozart steht das dunkle d-Moll für Schicksal, Leidenschaft und Tod. Das Klavierkonzert wurde am 11. Februar 1785 im Wiener Casino „Zur Mehlgrube“ uraufgeführt, wobei Mozart selbst den Solopart übernahm.
Beim Philharmonischen Dezemberkonzert erwartet die Klassikfans auch wieder eine Besonderheit – der Rostocker Generalmusikdirektor Florian Krumpöck wird gleichzeitig als Dirigent und Pianist agieren.
Nach der Pause erklingt dann die Sinfonie Nr. 4 Es-Dur von Anton Bruckner (1824 – 1896), die auch die „Romantische“ genannt wird. Den Zusatz trägt das Werk aufgrund des vielfältigen Einsatzes des romantischsten aller Instrumente, des Hornes.
Das 4. Philharmonische Konzert findet am 7. und 9. Dezember um 19:30 Uhr und am 8. Dezember um 18:00 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock statt, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

9. Philharmonisches Konzert ist Wagner-Jubiläumskonzert

Als Ankündigung für das 9. Philharmonische Konzert übernehmen wir diesmal einen Text, den die Journalistin Anette Pröber für den Ostsee-Anzeiger verfasste, im Anschluss lesen Sie ein von ihr geführtes Interview mit dem Dirigenten des Abends GMD Florian Krumpöck, welches sie uns freundlicherweise zur Verfügung stellte.
Rostocks 9. Philharmonisches Konzert findet im Großen Haus des Volkstheaters statt. Karten für die Konzerte am Samstag, 11. Mai um 19:30 Uhr, Sonntag, 12. Mai um 18:00 Uhr und am Montag, 13. Mai um 19:30 Uhr erhalten Sie über die Kassen des Volkstheaters und bei ticket online.

Der vor 200 Jahren geborene Komponist und Begründer der Bayreuther Festspiele Richard Wagner (1813-1883) steht im Mittelpunkt des 9. Philharmonischen Konzerts, das die Norddeutsche Philharmonie unter Leitung von Florian Krumpöck am kommenden Wochenende im Rostocker Großen Haus gibt.
Das Wagner-Jubiläumskonzert wird maßgeblich von den Wagner Freunden und Verehrern Anton Bruckner (1824-1896) und Franz Liszt (1811-1886) geprägt. Wobei Franz Liszt später auch zum Schwiegervater von Wagner wurde, weil dieser dessen Tochter Cosima heiratete.
Von Franz Liszt wird der „Totentanz“, eine symphonische Dichtung für Klavier und Orchester, zu Gehör gebracht. Der aus Luxemburg stammende Pianist Jean Muller (geb. 1979) wird den Solopart am Klavier übernehmen. Muller ist bekannt für seine einfühlsamen und zugleich atemberaubenden virtuosen Darbietungen. Er hat bereits zahlreiche internationale Preise gewonnen und zählt Liszt zu seinen Lieblingskomponisten.
Ein Hörerlebnis besonderer Art ist sicher auch die sogenannte Wagner-Sinfonie von Anton Bruckner. Die Sinfonie No. 3 in d-Moll war Richard Wagner gewidmet. Bruckner schrieb sie 1873 und überarbeitete sie später mehrfach. Gespielt wird in Rostock die zweite Fassung aus dem Jahr 1877.
Dargeboten wird von der Norddeutschen Philharmonie unter Leitung von Florian Krumpöck auch das kleine „Treppenstück“ von Richard Wagner:
das „Siegfried-Idyll“. Wagner hat das Stück 1870 für seine Frau Cosima komponiert, die den gemeinsamen Sohn Siegfried geboren hatte. Die Uraufführung fand am 25. Dezember frühmorgens am 33. Geburtstag Cosimas in Wagners Landhaus bei Luzern statt. Aus Platzgründen nahmen die Musiker mit kleiner Streicher-Besetzung im Treppenhaus Aufstellung, weshalb das Stück von Wagners Kindern nur „Treppenmusik“ genannt wurde.