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Dirigent Roger Epple leitet 8. Philharmonisches Konzert in Rostock

Der Dirigent Roger Epple übernimmt kurzfristig die Leitung des 8. Philharmonischen Konzerts der Norddeutschen Philharmonie für den leider verhinderten Roman Brogli-Sacher. Roger Epple zählt zu den herausragenden deutschen Dirigenten seiner Generation. Nach festen Dirigentenpositionen an der Oper Leipzig und am Mannheimer Nationaltheater wurde er 1996 als Generalmusikdirektor an das Opernhaus Halle berufen, wo er acht Jahre lang die künstlerische Leitung des größten und bedeutendsten Orchesters des Landes Sachsen-Anhalt übernahm, von 2012 bis 2016 war Roger Epple Generalmusikdirektor am Oldenburgischen Staatstheater. Er dirigierte bedeutende Orchester im In- und Ausland u.a. in Paris, Amsterdam, Dublin, Brüssel, Sao Paulo, Mexiko-Stadt, Berlin, München, Dresden und Leipzig. Zahlreiche CD-Einspielungen u.a. für Sony, Teldec, Capriccio und cpo dokumentieren seine Vielseitigkeit. Für seine Einspielung von Karl Amadeus Hartmanns Wachsfigurenkabinett wurde ihm der Echo-Klassik verliehen.
Im Großen Haus Rostock startet Epple den Konzertabend mit dem grandiosen Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op.15 von Johannes Brahms (1833-1897). Das Werk hat eine lange Entstehungsgeschichte, bevor es zu einem Meisterwerk wurde, das zu den beliebtesten Werken Brahms zählt. Es wurde ab 1854 komponiert und am 22. Januar 1859 im königlichen Hoftheater in Hannover uraufgeführt. Am Klavier saß damals der Komponist.
In Rostock wird der renommierte Brahms-Interpret Gerhard Oppitz (geb. 1953) zu erleben sein. Oppitz hat sämtliche Werke des norddeutschen Komponisten auf Schallplatte eingespielt und in Konzertzyklen vorgetragen. 2009 wurde der Pianist mit dem Brahms-Preis ausgezeichnet. Gerhard Oppitz lehrt als Professor seit 1981 an der Münchner Musikhochschule und erhielt für sein Schaffen 2014 den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst.
Nach der Pause erklingt die Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88 von Antonin Dvorák (1841-1904), der von Brahms maßgeblich gefördert und beeinflusst worden war. Der böhmische Komponist schrieb die Sinfonie Nr. 8 anlässlich seiner „Aufnahme in die Böhmische Kaiser-Franz-Joseph-Akademie für Wissenschaft, Literatur und Kunst“. Das Werk ist lyrisch und frohgestimmt. Der Komponist ließ sich von der Landschaft am Sommersitz in Vysoká inspirieren. Die von Dvorák selbst dirigierte Uraufführung am 2. Februar 1890 in Prag mit dem Orchester des Tschechischen Nationaltheaters gestaltete sich als Erfolg. Zu Lebzeiten des Komponisten wurde die Sinfonie als Nr. 4 gezählt.
Vor jedem Philharmonischen Konzert gibt es die Möglichkeit, an einer Konzerteinführung teilzunehmen. Es wird Wissenswertes über die Komponisten und Werke vermittelt. Die Einführung findet eine halbe Stunde vor Konzertbeginn im Intendanzfoyer statt.

Termine des 8. Philharmonischen Konzerts: Großes Haus des Volkstheaters Rostock am 23. April um 18:00 Uhr, am 24. und 25. April um jeweils 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und – soweit vorhanden – an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: privat, Peter Dynow

8. Philharmonisches Konzert: Wiedersehen mit Florian Krumpöck am Klavier

Mit schneller Feder in wenigen Wochen komponiert und dann in mühevoller Kleinarbeit verfeinert. So entstand eines der bedeutendsten Werke tschechischer Klavierliteratur: Antonin Dvoráks Klavierkonzert in g-Moll. Der Komponist schrieb das Werk im August und September 1876 in Prag, zwei Jahre später wurde es uraufgeführt. Vom ersten Federstrich bis zum Erstdruck des Werkes vergingen jedoch sieben Jahre, in denen Dvorák immer wieder korrigierte. Die handschriftliche Partitur weist ungewöhnlich viele Ergänzungen mit Bleistift, Rotstift, Blaustift sowie in roter Tinte und viele überklebte Stellen auf.
Die Norddeutsche Philharmonie spielt dieses große romantische Werk für Klavier und Orchester unter der Leitung von Marcus Bosch, der seit 2011 Generalmusikdirektor des Staatstheaters und der Staatsphilharmonie Nürnberg ist. Bosch trifft auf den ehemaligen Rostocker Generalmusikdirektor Florian Krumpöck, der den Klavierpart übernommen hat. Krumpöck hat sich in Rostock vor allem mit zahlreichen Musiktheater-Premieren und Sinfoniekonzerten einen Namen gemacht, mit dem Mahler-Zyklus oder auch dem Beethoven-Marathon mit den neun Sinfonien an vier aufeinanderfolgenden Tagen im IGA-Park. In mehreren Konzerten agierte Florian Krumpöck als dirigierender Pianist.
Sowohl Bosch als auch Krumpöck haben sich bereits mehrfach intensiv mit dem Werk von Antonin Dvorák (1841 – 1904) befasst, der Einflüsse von Klassik und Romantik mit Elementen der Volksmusik verband. Der tschechisch-folkloristische oder auch slawische Stil prägte mehrere Schaffensperioden des Böhmen. Die Musik strahlt Heimatliebe, Naturverbundenheit und tiefe Religiosität aus. Mit Dvoráks vielseitigem Werk fand das tschechische Musikschaffen seine unverwechselbare nationale Identität.
Eine ähnliche Rolle wie Dvorák für die Tschechen spielte Bela Bartók (1881 – 1945) für die Ungarn. Der in Groß-Sankt-Nikolaus/Nagyszentmiklos geborene Komponist, Pianist und Musikethnologe gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Moderne. Auch Bartók faszinierte die Schlichtheit und Direktheit der Volksmusik und des Volksliedes, gern ließ er sich inspirieren und suchte nach einem eigenen harmonischen Stil.
Beim 8. Anrechtskonzert der Norddeutschen Philharmonie wird eines der bekanntesten Stücke Bartóks zu Gehör gebracht, das „Konzert für Orchester“. Es entstand 1943 in den USA, in die er 1940 vor dem Faschismus emigriert war. Die Angst, dass sein Heimatland eine deutsche Kolonie werden könnte, trieb Bartók „weg aus der Nachbarschaft dieses verpesteten Landes“ und veranlasste ihn zu einem „Sprung ins Ungewisse aus dem gewussten Unerträglichen.“ Heimisch wurde Bartók allerdings nicht, er fühlte sich in den USA nicht wohl, was sich auf die Gesundheit auswirkte. Da an seinen Werken nur geringes Interesse bestand, war auch die finanzielle Lage der Familie schwierig. Die amerikanische Vereinigung der Komponisten, Autoren und Verleger ermöglichte ihm eine Heilbehandlung und unterstützte auch durch die Auftragsvergabe von Werken.
So schrieb Bartók das Werk „Konzert für Orchester“ als Auftragsarbeit für die Stiftung des Dirigenten Sergei Kussewitzki. Es wurde eines der bekanntesten und beliebtesten Werke Bartóks. Am 26. September 1945 starb Béla Bartók in New York City an Leukämie. Er wurde auf dem Ferncliff-Friedhof in New York beerdigt. Erst 1988, angesichts des politischen Tauwetters in Ungarn, konnten die sterblichen Überreste nach Budapest überführt und dort am 7. Juli im Rahmen eines Staatsbegräbnisses auf dem Friedhof Farkasrét beigesetzt werden. Bartók gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Vielen Menschen wurde auch Bartóks Klavierstück Allegro barbaro in der Adaption der Musikgruppe Emerson, Lake and Palmer auf deren Debütalbum bekannt. Der am 12. März 1988 entdeckte Asteroid (4132) Bartók wurde 1989 nach ihm benannt.

Die Konzerttermine für das 8. Philharmonische Konzert sind Sonntag, 3. April 2016 um 18:00 Uhr sowie Montag und Dienstag (4. & 5. April) jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und (wenn noch vorhanden) an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber, Fotos: Peter Dynow

Geigerin Christine-Maria Höller und Dirigent Florian Krumpöck zu Gast beim 4. Philharmonischen Konzert

Am kommenden Wochenende kehrt Florian Krumpöck zum 4. Philharmonischen Konzert erstmals wieder ans Dirigentenpult ins Große Haus des Volkstheaters Rostock zurück. Er war nach seiner Zeit als hiesiger Generalmusikdirektor an die Oper Kopenhagen gewechselt. Krumpöck wird zum Auftakt des Abends das Konzert für Violine und Orchester d-Moll von Aram Chatschaturjan (1903- 1978) zu Gehör bringen, das der Komponist im Sommer 1940 für den berühmten Geiger David Oistrach (1908-1974) geschrieben hatte und dieser im November des gleichen Jahres in Moskau uraufführte.
Das Violinkonzert gehört zu den herausragenden Werken, die den Weltruhm von Aram Chatschaturjan begründeten und die bis heute sehr populär sind. Zu nennen sind des Weiteren das Klavierkonzert von 1937 und das Ballett „Gayaneh“, das Chatschaturjans Säbeltanz, sein bekanntestes Werk, enthält. In Rostock wird das kontrastreiche und lebhafte Violinkonzert mit seinen folkloristischen Melodien die Konzertfreunde erfreuen. Als Solistin wurde mit Christine-Maria Höller (36) eine österreichische Geigerin gewonnen, die am Mozarteum Salzburg mit Auszeichnung ihr Studium abschloss, dort heute lehrt und als neuer Star aus Salzburg gilt. In den Jahren 2003 und 2005 war sie bereits bei den Festspielen in Mecklenburg-Vorpommern zu erleben.
Nach der Pause wird die Norddeutsche Philharmonie Rostock von Antonin Dvorak (1841-1904) die Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der neuen Welt“ spielen, die typisch amerikanisches Kolorit verströmt. Diese Sinfonie ist die erste Komposition des böhmischen Musikers nach seinem Amtsantritt als Direktor des National Conservatory of Music in New York 1892. Die attraktive Stelle schuf für ihn die Mäzenin und Präsidentin des Konservatoriums Jeannette Thurber, die beseelt davon war, eine amerikanische Nationalkultur zu schaffen. Mit Dvorak fand sie einen Komponisten, der die Spirituals der amerikanischen Plantagenarbeiter und Indianer studierte und in seine Werke mit einfließen ließ. Die Stelle in New York füllte Dvorak bis zum Frühjahr 1895 aus. Dann kehrte er vorzeitig in die Heimat zurück, weil er vier seiner sechs Kinder in Prag hatte zurücklassen müssen. Die Honorare aus Amerika ermöglichten Dvorak den Erwerb eines Palais in der Prager Neustadt, dem er den Namen „Villa Amerika“ gab. Dort befindet sich heute das Dvorak- Museum.

Das 4. Philharmonische Konzert können Sie am Sonntag, 7. Dezember um 18 Uhr sowie am Montag und Dienstag, 8. und 9. Dezember jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock erleben, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

Text: Anette Pröber, Fotos: www.christinemariahoeller.at & Philipp Horak

1. Philharmonisches Konzert der 120. Saison – Achtung, neue Termine!

Die Norddeutsche Philharmonie Rostock eröffnet ihre 120. Konzertsaison mit drei Werken, die – jedes für sich – einen festen Platz in der Musikgeschichte haben und im Repertoire eines Sinfonieorchesters nicht fehlen sollten.
Joseph Haydns Symphonie Nr. 103 Es-Dur „mit dem Paukenwirbel“, die vorletzte, die er komponierte, wurde in London am 2. März 1795 uraufgeführt. Der namensgebende Paukenwirbel, der – ungewöhnlich für den Beginn einer Sinfonie – ganz am Anfang steht, ist im Autograph als ganze Note mit Fermate notiert und mit „Intrada“ überschrieben. Da Angaben zur Dynamik fehlen, billigt der Komponist dem ausführenden Pauker einen großen Gestaltungsspielraum zu. Ebenso kann der Begriff „Intrada“ als Aufforderung zu einer  Improvisation verstanden werden, eine durchaus gängige Praxis zur damaligen Zeit, bei der auch in Instrumentalkonzerten vom jeweiligen Solisten eine frei improvisierte Kadenz verlangt wurde. Lassen Sie sich also überraschen, mit welcher Interpretation die Norddeutsche Philharmonie Rostock Sie überraschen wird …
Auch die übrigen Sätze zeigen bis hin zum Finale, „Allegro con spirito“ auf meisterliche Art und Weise den Komponierstil Haydns, mit wenigen Mitteln und aus dem Nichts kommend einen großen musikalischen Satz zu bauen. Der zweite Satz „Andante più tosto allegretto“ skizziert mit Volksweisen aus Ungarn und Kroatien ein Idyll, während der dritte Satz das „Menuet – Trio“ einen Tanz darstellt, mit dem sich gerne der Adel des 18. Jahrhunderts identifizierte – wären da nur nicht ein paar zusätzliche Takte, die ein Tanzen nach dieser Musik eigentlich unmöglich machten. Das Londoner Publikum war bei der Uraufführung jedenfalls verblüfft und begeistert zugleich. Die Londoner vergötterten Joseph Haydn nahezu, der englische König bot ihm aufgrund seiner Beliebtheit und Wertschätzung gar eine Wohnung auf Schloss Windsor an.
Seine ersten acht „Slawischen Tänze“ (op. 46) komponierte Antonín Dvořák 1878 ursprünglich für Klavier zu vier Händen. Bereits kurz nachdem Dvořák die Orchesterfassung erstellte, traten sie ihren Siegeszug durch die großen Konzertsäle an. Alle namhaften Dirigenten wollten sie in ihr Programm aufnehmen. 1886 entschloss sich der Komponist auf Anraten seines Verlegers Fritz Simrock, acht weitere Slawische Tänze (op. 72) zu komponieren, die er schließlich von November 1887 bis Januar 1888 ebenfalls orchestrierte. Aus dieser zweiten Serie hören wir die Tänze Nr. 5 – 8. Die Stücke orientieren sich hauptsächlich an charakteristischen Mustern böhmischer und mährischer Volkstänze, mitunter hat Dvořák aber durchaus auch Tänze der Nachbarländer einfließen lassen. So handelt es sich beim Tanz Nr. 5 beispielsweise um einen „Spacirka„, einen langsamen böhmischen Schreittanz, der zu einem schnellen Rundtanz übergeht, Tanz Nr. 7 ist hingegen ein serbischer Kolo.
Johannes Brahms, der erst 22 Jahre nach seinem ersten Klavierkonzert das zweite Werk dieser Gattung komponierte, hat wohl mehr eine Sinfonie mit Klaviersolo geschaffen. Mit vier Sätzen und einer Aufführungsdauer von etwa 50 Minuten wirkt das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83 im Vergleich zu damaligen Klavierkonzerten regelrecht monumental und war zum Zeitpunkt seiner Enstehung dass längste überhaupt. Das Werk erlebte seine Uraufführung 1881 in Budapest und kein geringerer als Brahms selbst spielte den Solopart. Es wurde – im Gegensatz zum damals mit eher zögerlichem Beifall bedachten ersten Klavierkonzert – recht schnell ein großer Erfolg.
Den Solopart des Konzertes übernimmt der Pianist Lars Vogt, der bereits zum fünften Mal mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock musiziert. Die Leitung des Konzertes hat der englische Dirigent David Parry.

Wir weisen noch einmal ausdrücklich auf die neuen Konzerttermine hin, ab dieser Spielzeit finden die Philharmonischen Konzerte Sonntags bis Dienstags statt, so dass Sie das 1. Philharmonische Konzert also am Sonntag, 28. September 2014 um 18:00 Uhr und am Montag, 29. September und Dienstag, 30. September jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters erleben können.
Neue Termine bergen stets ein gewisses Risiko. Wir möchten Sie deshalb um Ihre Mithilfe bitten, diese Änderung in Rostock und Umgebung bekannt zu machen!
(Den ankündigenden Text zu diesem Philharmonischen Konzert verfasste dankenswerterweise der Soloschlagzeuger der Norddeutschen Philharmonie, Wolfgang Morbitzer.)

5. Philharmonisches Konzert – Debüt für gefragten Cellisten Julian Steckel

Julian Steckel vor Premiere mit der Norddeutschen Philharmonie / 31-jähriger HMT-Professor spielt Dvoráks Cellokonzert Sein Debüt bei der Norddeutschen Philharmonie gibt am kommenden Wochenende beim 5. Philharmonischen Konzert der junge Cellist Julian Steckel. Der 31-jährige aus Rheinland-Pfalz stammende Musiker ist als Solist weltweit gefragt, seitdem er im Jahr 2010 den ARD-Musikwettbewerb gewann. 2012 erhielt er den Echo Deutschen Musikpreis Klassik in der Sparte Nachwuchskünstler (Cello). Steckel ist seit 2011 Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater Rostock und lebt heute in Berlin. Dem Rostocker Publikum wird er sich im Großen Haus mit Antonin Dvoráks Cellokonzert vorstellen. Das Cellokonzert h-moll, Opus 104, gehört zu den bekanntesten Werken von Antonin Dvorák (1841 – 1904) und ist eines der berühmtesten Cellokonzerte überhaupt. Dvorák schrieb es um den Jahreswechsel 1894/1895 in den USA. Johannes Brahms soll, nachdem er die Partitur gelesen hatte, ausgerufen haben: „Warum habe ich nicht gewusst, dass man ein Cellokonzert wie dieses schreiben kann? Hätte ich es gewusst, hätte ich schon vor langer Zeit eines geschrieben!“ Der zweite Teil des 5. Philharmonischen Konzertes ist dem Komponisten Jean Sibelius (1865 – 1957) gewidmet, dem bedeutendsten Vertreter der nationalen finnischen Musik. Die Norddeutsche Philharmonie spielt die sinfonische Dichtung „Finlandia“ op. 26, die in ihrer Entstehungszeit im Jahr 1899 eine wahre Welle der Begeisterung auslöste. Sie wurde zur heimlichen Nationalhymne, weil sich die Finnen in dem musikalischen Werk mit ihrem Nationalstolz und ihrem Protest gegen die Russifizierung Finnlands wiederfanden. Die russischen Behörden erließen zeitweise sogar Aufführungsverbote. Bis heute ist das patriotisch-emotionale Stück in Finnland sehr beliebt. Mit der Sinfonie Nr. 5 erklingt anschließend ein Werk von Jean Sibelius, welches im Auftrag der finnischen Regierung entstand und anlässlich des 50. Geburtstages des Komponisten im Dezember 1915 uraufgeführt wurde. Geleitet wird das Konzert vom italienischen Dirigenten Marzio Conti (53). Nach einer internationalen Karriere als Flötist fand der Florentiner zum Dirigieren. Seit 1999 ist er regelmäßig als Dirigent von bedeutenden italienischen und ausländischen Orchestern und Opernhäusern in Europa, Amerika und Asien eingeladen. Conti ist u. a. Chefdirigent des Nationalorchesters von Andorra und Künstlerischer Leiter des Sinfonischen Orchesters von Sanremo. In Rostock tritt er zum ersten Mal auf. (Diesen ankündigenden Text für das 5. Philharmonische Konzert verdanken wir ein weiteres Mal Anette Pröber, die ihn für den Ostsee-Anzeiger schrieb.) Das 5. Philharmonische Konzert findet am 25. und 27. Januar um 19:30 Uhr und am 26. Januar um 18 Uhr im Großen Haus des Rostocker Volkstheaters statt, Karten erhalten Sie noch an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse. Sie sollten jedoch nicht zu lange zögern, für das Konzert am Sonntag werden die Karten bereits knapp.