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Werke von Jean Sibelius und Edward Grieg mit Ewa Strusinska und Lars Vogt im 4. Philharmonischen Konzert

Erst im Januar dieses Jahres erfreute Ewa Strusinska, Chefdirigentin an der neuen Philharmonie Stettin, die Rostocker Konzertfreunde mit Musik aus den Ostsee-Anrainer-Staaten. Jetzt im Dezember kommt sie wieder nach Rostock und bleibt den Komponisten der Ostseeländer treu.
Strusinska präsentiert mit der Norddeutschen Philharmonie beim 4. Philharmonischen Konzert der Saison zwei Werke des finnischen Großmeisters Jean Sibelius (1865 – 1957) und dazu ein Klavierkonzert des norwegischen Komponisten und Pianisten Edward Grieg (1843 – 1907). Gespielt wird von Grieg das Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16, es ist das einzige Konzert, das Grieg vollendete. Er hat es im Anschluss mindestens sieben Mal bearbeitet. Grieg bewunderte Robert Schumann und ließ sich von diesem vermutlich auch inspirieren. Schon beim Studieren am Konservatorium Leipzig hörte Grieg um 1858 Clara Schumann das a-Moll-Konzert ihres Mannes spielen. Sein eigenes Klavierkonzert, ebenfalls in a-Moll geschrieben, brachte Grieg am 3. April 1869 in Kopenhagen zur Uraufführung. Es wurde ein voller Erfolg und gehört noch heute zu den beliebtesten Klavierkonzerten.
Edward Griegs größte Bedeutung liegt in der Klavier- und Kammermusik, seine Lyrischen Stücke sind vielgespielte Werke der Hausmusik. In Rostock ist am Klavier der berühmte Pianist Lars Vogt zu erleben.
Erneut bringt die Norddeutsche Philharmonie in diesem Jahr den finnischen Komponisten Jean Sibelius zu Gehör. Er steht mit seinen Werken einmal mehr im Konzertprogramm, da sich bekanntlich sein 150. Geburtstagsjubiläum 2015 jährt. Gespielt wird im Großen Haus „Valse triste“ aus der Bühnenmusik op. 44 zum Schauspiel „Kuolema“ (Der Tod) von Arvid Järnefelt. Bei der Erstaufführung am 2. Dezember 1903 am Finnischen Nationaltheater Helsinki stand Sibelius am Dirigentenpult. 1904 überarbeitete er drei Stücke aus dem Werk neu. So entstand der Konzertwalzer Valse triste, der weltweit als einfühlsamer grandioser Walzer gilt. Aus den beiden anderen Stücken wurde die „Szene mit Kranichen“, in der zwei Klarinetten den Schrei der Vögel imitieren.
Die Norddeutsche Philharmonie spielt beim 4. Philharmonischen Konzert neben dem kurzen Walzer von Sibelius als Höhepunkt dessen 1. Sinfonie e-Moll op. 39. Das Werk wurde am 26. April 1899 vom Philharmonischen Orchester Helsinki unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt, allerdings in der Originalversion, die nicht erhalten geblieben ist. Nach der Premiere nahm Sibelius Änderungen vor und schaffte die Fassung, die heute zu hören ist: ein Stimmungsbild von düsterer Großartigkeit, voller Empfindsamkeit und Leidenschaft.

Das 4. Philharmonische Konzert findet am 13. Dezember um 18:00 Uhr sowie am 14. und 15. Dezember um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock statt. Karten sind an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse erhältlich.

Aus Anlass des 150. Geburtstags von Jean Siblius erwartet Sie im Foyer des Volkstheaters eine Zugabe in Form einer Ausstellung des Finnland-Instituts mit dem Titel „Jean Sibelius – die Musik, der Künstler, der Mensch“.

Text: Anette Pröber, Fotos: Ewa Strusinska, Neda Navaee

1. Philharmonisches Konzert – zum Saisonauftakt Hommage an Sibelius und Beethoven

Die Konzertsaison 2015/2016 der Norddeutschen Philharmonie wird am kommenden Wochenende im Großen Haus des Volkstheaters Rostock eröffnet. Im Jahr des 150. Geburtstagsjubiläums des finnischen Komponisten Jean Sibelius (1865 – 1957) liegt es nahe, mit einem seiner großartigen Werke zu beginnen. Auf dem Programm steht das Violinkonzert d-Moll op. 47, es ist eines der meist gespielten Werke des Komponisten und zugleich eines der bedeutendsten im 20. Jahrhundert.
Die niederländische Geigerin Frederieke Saeijs, die bereits zahlreiche nationale und internationale Violinwettbewerbe gewann, wird in Rostock mit Sibelius ihr Debüt geben. Als Solistin trat sie bereits mit vielen Orchestern weltweit auf. Die 36-Jährige spielt eine Violine von Petrus Guarnerius (Venedig, 1725), „Ex-Reine Elisabeth“ genannt. Das Instrument wurde ihr von der Dutch National Music Instrument Foundation zur Verfügung gestellt. Seit 2009 ist die Geigerin Mitglied der Violin-Fakultät des Königlichen Konservatoriums in Den Haag.
Erstmals Gast in der Hansestadt ist auch der Dirigent Stefan Klingele. Der 48-Jährige stammt aus Ingolstadt, war von 1999 bis 2007 Erster Kapellmeister am Bremer Theater und in seiner letzten Spielzeit Chefdirigent der Bremer Oper. Seitdem agiert Klingele als Gast an vielen europäischen Bühnen. Er leitete Produktionen an der Königlichen Oper Stockholm, der Semperoper Dresden, der Wiener Volksoper, der Staatsoper Stuttgart oder an der Staatsoper Hannover und erhielt dafür hohe Auszeichnungen.
Der zweite Teil des Konzertabends ist Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) gewidmet. Der große Komponist der Wiener Klassik ist mit seiner Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93 zu hören, die durchweg sehr heiter, humorvoll und lebensfroh klingt. Das Werk erlebte seine Uraufführung am 27. Februar 1814 im großen Redoutensaal in Wien. Doch bevor die Sinfonie freudvoll aus dem Konzertprogramm entlässt, ist eine Hommage eines deutschen Komponisten an Beethoven zu hören. Jörg Widmann, 1973 in München geboren, schrieb „Con Brio“, die Ouvertüre zu Beethoven, die viele Elemente der 7. und 8. Sinfonie aufnimmt und verarbeitet. Das Werk entstand 2008 im Auftrag des Bayerischen Rundfunks. Widmann, der in den 90er-Jahren ein Klarinettenstudium in München, New York und Karlsruhe absolvierte, befasste sich frühzeitig auch mit Kompositionen. Sowohl als Klarinettist als auch als Komponist errang er große Erfolge. Seit 2001 ist er Professor für Klarinette an der Freiburger Hochschule für Musik und seit 2009 zusätzlich Professor für Komposition. Verschiedene Musiktheaterprojekte wie beispielsweise „Babylon“ (2011/12) im Auftrag der Bayerischen Staatsoper weisen Widmann als außergewöhnlichen Bühnenkomponisten aus. Widmann erhielt für seine kompositorischen Leistungen zahlreiche Preise. Beispielsweise wurde ihm 2006 der Claudio-Abbado- Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker verliehen.

Karten für das 1. Philharmonische Konzert gibt es im Vorverkauf und an der Abendkasse im Großen Haus des Volkstheaters.
Termine Großes Haus: 13. September um 18:00 Uhr und am 14./ 15. September um 19:30 Uhr.
Das Konzert wird noch einmal am 22. September um 20:00 Uhr in der Stadthalle Eckernförde in Schleswig-Holstein aufgeführt.

Text: Anette Pröber, Fotos: Künstler

Rostock feiert 150. Geburtstag von Jean Sibelius

Die Norddeutsche Philharmonie wird ihr 5. Philharmonisches Konzert unter prominenter Leitung aufführen. Zu Gast ist die junge polnische Dirigentin Ewa Strusinska (38), die erst vor wenigen Monaten nach ihrer Tätigkeit in Manchester die künstlerische Leitung der neuen Philharmonie in Stettin übernahm.
Das im September 2014 eröffnete Gebäude der Philharmonie wurde übrigens nach Plänen junger Architekten aus Italien und Spanien erbaut, kostete 30 Millionen Euro und ist architektonisch ein Glanzlicht. Markante Spitzen sollen an die einstigen Bürgerhäuser im Stadtzentrum erinnern, unterstreichen aber auch die künstlerischen Ambitionen der Stadt Stettin. Die ersten Konzertbesucher waren von dem Ambiente, aber auch vom Klangerlebnis in den zwei Sälen (für 951 und 192 Zuhörer) hellauf begeistert. Das Gebäude bietet auch Platz für Ausstellungen und künstlerische Projekte für Kinder.
Im Großen Haus Rostock wird Ewa Strusinska mit dem hiesigen Orchester zwei großartige Sinfonien von Künstlern aus den Ostsee-Anrainer-Staaten zu Gehör bringen. Der Finne Johan Julius Christian („Jean“) Sibelius (1865 – 1957) ist wohl der berühmteste Komponist seines Landes. In diesem Jahr feiert die Musikwelt seinen 150. Geburtstag. Sibelius begeisterte mit seinen Melodien am Übergang von der Spätromantik zur Moderne. Im Jahr 1929 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft der Londoner Royal Philharmonic Society. Nach ihm ist auch die Sibelius- Akademie in Helsinki benannt.
Gespielt wird die 4. Sinfonie a-Moll op. 63, die in den Jahren 1910 und 1911 entstand und am 3. April 1911 in Helsinki mit dem Sinfonischen Orchester Helsinki unter Leitung des Komponisten uraufgeführt wurde. Die Musik ist voll düsterer Stimmungen, die Spekulationen Raum geben, Sibelius hätte die Atmosphäre vor Beginn des Ersten Weltkrieges aufgenommen. Er selbst hatte zu der Zeit aber auch persönliche Schicksalsschläge wie einen Tumor zu bewältigen. In einem Brief an seine Freundin und spätere Biografin Rosa Newmarch schrieb er über seine Sinfonie: „Sie steht als Protest gegen die Gegenwartsmusik. Sie hat keinerlei Zirkusähnlichkeit an sich.“ Für Sibelius waren seine Sinfonien stets „Glaubensbekenntnisse“, wie er 1910 seinem Tagebuch anvertraute.
Als weiteres Werk steht die Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36 von Peter Tschaikowsky (1840 – 1893) auf dem Programm. Der russische Komponist erreichte schon zu seinen Lebzeiten große internationale Anerkennung für seine Werke. Heute zählen sie zu den bedeutendsten der Romantik. Mit „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“ verfasste er die beiden berühmtesten Ballettstücke der Musikgeschichte.
Seine Sinfonie Nr. 4 f-Moll schrieb Tschaikowsky im Jahr 1877 und parallel zur Oper „Eugen Onegin“. Das war auch die Zeit einer intensiven Korrespondenz zu seiner Gönnerin Nadeschda von Meck. Er litt unter der unglücklichen Ehe mit Antonina Miljukowa und seiner geheim gehaltenen Homosexualität und widmete auch das Werk „a mon meilleur ami“, meinem besten Freund, gemeint war Frau von Meck. Die Sinfonie wurde am 10. Februar 1878 in Moskau uraufgeführt, Dirigent war Nikolai Rubinstein. Die Sinfonie hadert mit Schicksal und Glück und gilt als die mit der größten biografischen Nähe. Den vierten
Satz bestimmt ein Volksfest. „Wenn Sie in sich selbst keinen Anlass zur Glückseligkeit finden, blicken Sie auf andere. Gehen Sie unter das Volk“, schrieb Tschaikowsky, und später weiter: „Freue dich an der Freude anderer – und das Leben ist doch zu ertragen.“

Das 5. Philharmonische Konzert können Sie am Sonntag, 25. Januar 2015 um 18:00 Uhr und am Montag und Dienstag, 26. und 27. Januar 2015 jeweils um 19:30 im Großen Haus des Volkstheaters Rostock erleben, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

Text: Anette Pröber
Fotos: Ewa Strusinska, Wikipedia

5. Philharmonisches Konzert – Debüt für gefragten Cellisten Julian Steckel

Julian Steckel vor Premiere mit der Norddeutschen Philharmonie / 31-jähriger HMT-Professor spielt Dvoráks Cellokonzert Sein Debüt bei der Norddeutschen Philharmonie gibt am kommenden Wochenende beim 5. Philharmonischen Konzert der junge Cellist Julian Steckel. Der 31-jährige aus Rheinland-Pfalz stammende Musiker ist als Solist weltweit gefragt, seitdem er im Jahr 2010 den ARD-Musikwettbewerb gewann. 2012 erhielt er den Echo Deutschen Musikpreis Klassik in der Sparte Nachwuchskünstler (Cello). Steckel ist seit 2011 Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater Rostock und lebt heute in Berlin. Dem Rostocker Publikum wird er sich im Großen Haus mit Antonin Dvoráks Cellokonzert vorstellen. Das Cellokonzert h-moll, Opus 104, gehört zu den bekanntesten Werken von Antonin Dvorák (1841 – 1904) und ist eines der berühmtesten Cellokonzerte überhaupt. Dvorák schrieb es um den Jahreswechsel 1894/1895 in den USA. Johannes Brahms soll, nachdem er die Partitur gelesen hatte, ausgerufen haben: „Warum habe ich nicht gewusst, dass man ein Cellokonzert wie dieses schreiben kann? Hätte ich es gewusst, hätte ich schon vor langer Zeit eines geschrieben!“ Der zweite Teil des 5. Philharmonischen Konzertes ist dem Komponisten Jean Sibelius (1865 – 1957) gewidmet, dem bedeutendsten Vertreter der nationalen finnischen Musik. Die Norddeutsche Philharmonie spielt die sinfonische Dichtung „Finlandia“ op. 26, die in ihrer Entstehungszeit im Jahr 1899 eine wahre Welle der Begeisterung auslöste. Sie wurde zur heimlichen Nationalhymne, weil sich die Finnen in dem musikalischen Werk mit ihrem Nationalstolz und ihrem Protest gegen die Russifizierung Finnlands wiederfanden. Die russischen Behörden erließen zeitweise sogar Aufführungsverbote. Bis heute ist das patriotisch-emotionale Stück in Finnland sehr beliebt. Mit der Sinfonie Nr. 5 erklingt anschließend ein Werk von Jean Sibelius, welches im Auftrag der finnischen Regierung entstand und anlässlich des 50. Geburtstages des Komponisten im Dezember 1915 uraufgeführt wurde. Geleitet wird das Konzert vom italienischen Dirigenten Marzio Conti (53). Nach einer internationalen Karriere als Flötist fand der Florentiner zum Dirigieren. Seit 1999 ist er regelmäßig als Dirigent von bedeutenden italienischen und ausländischen Orchestern und Opernhäusern in Europa, Amerika und Asien eingeladen. Conti ist u. a. Chefdirigent des Nationalorchesters von Andorra und Künstlerischer Leiter des Sinfonischen Orchesters von Sanremo. In Rostock tritt er zum ersten Mal auf. (Diesen ankündigenden Text für das 5. Philharmonische Konzert verdanken wir ein weiteres Mal Anette Pröber, die ihn für den Ostsee-Anzeiger schrieb.) Das 5. Philharmonische Konzert findet am 25. und 27. Januar um 19:30 Uhr und am 26. Januar um 18 Uhr im Großen Haus des Rostocker Volkstheaters statt, Karten erhalten Sie noch an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse. Sie sollten jedoch nicht zu lange zögern, für das Konzert am Sonntag werden die Karten bereits knapp.