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Pianistin Martina Filjak gastiert beim 5. Philharmonischen Konzert in Rostock

Klangvoller Auftakt mit Bernstein und Gershwin

Die Musikwelt feiert im Jahr 2018 das 100. Geburtstagsjubiläum des Musikgenies Leonard Bernstein (1918 – 1990). Gleich zu Jahresbeginn wird in Rostock bei den Philharmonischen Konzerten Bernstein zu hören sein. Der in Boston vor 100 Jahren geborene Sohn einer jüdischen Einwandererfamilie aus der Ukraine hatte in Harvard Klavier und Komposition studiert. Schon als junger Mann erlangte er Anerkennung als Dirigent und stand mit weltberühmten Orchestern auf der Bühne. Mit seinen Kompositionen für den Broadway erreichte er Weltruhm. Zu den erfolgreichsten Musicals gehören „On the Town“ (1944), „West Side Story“ (1957) und „Candide“ (1974). Am kommenden Sonntag, Montag und Dienstag wird Bernsteins „Divertimento“ erklingen. Dieses Werk schrieb er anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Boston Symphony Orchestra. Die Weltpremiere gab es am 25. September 1980.
Ein weiterer herausragender amerikanischer Komponist, Pianist und Dirigent steht im Jahr 2018 und beim Rostocker Konzert im Mittelpunkt. George Gershwin (1898-1937) wurde vor 120 Jahren in Brooklyn geboren. Ihm zu Ehren spielt die Norddeutsche Philharmonie unter der Leitung von Marcus Bosch eine der bekanntesten Kompositionen von Gershwin, die „Rhapsody in Blue“. Ein Welterfolg wie auch das Musical „Ein Amerikaner in Paris“ und die Oper „Porgy and Bess“. Am 7. Januar 1924 begann Gershwin zunächst mit der Niederschrift der Rhapsody für zwei Klaviere. Der befreundete amerikanische Komponist und Arrangeur Ferde Grofé erstellte nahezu zeitgleich aus der Klavierfassung die Partitur für das Whitemans Jazzorchester, so dass die „Rhapsody in Blue“ bereits einen Monat später am 4. Februar vollendet war. Das Konzert in der New Yorker Aeolian Hall am 24. Februar 1924 wurde zum historischen Ereignis. Bei der Uraufführung war die Créme de la Créme des musikalischen und gesellschaftlichen New York zugegen.
Zum zweiten Mal Gast der Norddeutschen Philharmonie wird die Pianistin Martina Filjak sein. Die gebürtige Kroatin studierte in Zagreb, Wien und Hannover und belegte Meisterklassen an der Klavierakademie in Como. Seit dem Gewinn des ersten Preises beim Internationalen Cleveland Klavierwettbewerb konzertiert Martina Filjak auf den wichtigsten Konzertpodien der Welt, u.a. in der Carnegie Hall New York, im Konzerthaus Berlin und im Musikverein Wien. Am 7., 8. und 9. Januar wird Martina Filjak in Rostock das Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 415 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) zu Gehör bringen. Es ist das größte und bedeutendste der ersten Wiener Konzerte von Mozart. Die Uraufführung wurde am 23. März 1783 im alten Wiener Burgtheater gefeiert.
Abgerundet wird das Konzertprogramm im Januar mit einem Werk des deutschen Komponisten Richard Strauss (1864-1949), der durch sein Liedschaffen und seine Opern bekannt wurde. Es erklingt die Suite op. 59 „Der Rosenkavalier“.
Zu den Philharmonischen Konzerten wird regelmäßig eine 15-minütige Werkeinführung angeboten. Sie vermittelt Wissenswertes und beginnt im Ateliertheater eine halbe Stunde vor dem Konzert.

Termine: 5. Philharmonisches Konzert im Großen Haus des Volkstheaters Rostock am 7. Januar 2018 um 17:30 Uhr, am 8. und 9. Januar 2018 um 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Martin Goffing, Romano Grozich

5. Philharmonisches Konzert: Auftakt mit lateinamerikanischer Lebensfreude und Startrompeter Pacho Flores

Feurig und temperamentvoll startet die Norddeutsche Philharmonie mit dem 5. Anrechtskonzert ins Jahr 2016. Am Dirigentenpult im Großen Haus steht mit dem Australier Nicholas Milton, Generalmusikdirektor des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken, ein vom Rostocker Publikum und Orchester besonders hoch geschätzter Gast. Als Einstimmung wird Leonard Bernsteins (1918-1990) Ouvertüre zu „Candide“ gespielt, die energiegeladen und humorvoll und viel bekannter als die eigentliche Operette ist, die 1956 uraufgeführt wurde.
Danach erklingen zwei stimmungsvolle Stücke aus Lateinamerika. Die Norddeutsche Philharmonie präsentiert Danzón Nr. 2 für großes Orchester 1994. Mit diesem Werk errang der mexikanische Komponist Arturo Márquez (geb. 1950) Weltruhm. Danzón ist ein in Kuba und Mexiko beliebter Tanz, dessen Bewegungen ähnlich wie beim Tango ruhig, elegant und ausdrucksstark sind. Mit Danzónes schaffte Márquez Anfang der 90er Jahre seinen internationalen Durchbruch. Vor allem nachdem der bekannte venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel mit dem Jugendorchester „Sinfónica de la Juventud Venezolana Simón Bolívar“ auf Konzerttourneen in Europa und den USA mit Danzón Nr. 2 gefeiert wurde.
Aufgewachsen in Venezuela, dessen Bildungsprogramm „El sistema“ vielen Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen eine Musikschulausbildung ermöglicht, sind auch der heute international bekannte Flötist und Komponist Efraín Oscher (geboren in Uruguay) sowie der Startrompeter Pacho Flores. Oscher schrieb 2010 eigens für Pacho Flores das Trompetenkonzert „Mestizo“. Der Begriff Mestizo steht in der Musik für die Vermischung von Musik aus Lateinamerika wie Salsa, Rumba, Samba und Cumbia mit verschiedenen Einflüssen der Pop- und Rockszene. Das Konzert für Trompete und Orchester wird in Rostock mit dem Trompetenstar Pacho Flores seine deutsche Erstaufführung erleben. Für Musikfreunde sicher ein besonderes Ereignis.
Pacho Flores spielt übrigens im Sommer mit Solisten des Simón Bolivar Youth Orchestra aus Venezuela und Festspielpreisträger Matthias Schorn im Rahmen der Festspiele MV (1.9.2016, Kulturhaus Mestlin) Werke von Piazzola, Neruda und Händel bzw. traditionelle venezolanische Musik.
Mit einem Rätsel, griechisch „Enigma“, wird das 5. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie dann nach der Pause fortgesetzt. Die später „Enigma“ genannten Variationen über ein Originalthema op. 36 schrieb der englische Komponist Edward Elgar (1857-1934) im Jahr 1898. Er spielte eine zufällige Melodie auf dem Klavier, die seiner Frau Alice gefiel, die Variation 1. Die folgenden 13 beschreiben dann Freunde aus Elgars Umfeld.

Karten für das 5. Philharmonische Konzert erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse, die Konzerttermine sind Sonntag, 17. Januar 2016 um 18:00 Uhr sowie Montag und Dienstag (18. & 19. Januar) jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock.

Text: Anette Pröber, Fotos: Künstler

Einer unserer Leser regte an, Sie mit dem folgenden Kurzfilm auf das bevorstehende Konzert einzustimmen, eine wundervolle Idee, der wir sehr gern nachkommen:

 

7. Philharmonisches Konzert: Dirigent Hu Yongyan bringt Flair der Peking-Oper nach Rostock

Voller Spannung sehen die Musikfreunde wie auch die Musiker der Norddeutschen Philharmonie dem 7. Philharmonischen Konzert entgegen. Der Principal Guest Conductor Hu Yongyan feiert in Rostock seinen Einstand. Nach vielen Jahren hat Rostock wieder einen ersten Gastdirigenten, der die Leitung mehrerer Konzerte übernimmt. Doch es ist nicht allein die große Erwartung an die Zusammenarbeit mit dem international renommierten chinesischen Dirigenten, die das Premierenfieber steigen lässt. Orchesterdirektor Hans-Michael Westphal erklärt: „Wir spielen ein chinesisches Musikstück in Anlehnung an eine Peking-Oper, das ist völlig neu für uns. Noch nie haben wir traditionelle chinesische Musikinstrumente in unsere Arbeit integriert.“ Verschiedene Kulturen würden aufeinander prallen, er sei sehr neugierig auf die gemeinsame Arbeit mit Hu Yongyan.
Hu Yongyan ist in Shanghai geboren, studierte am Konservatorium in Peking, an der Yale University in New Haven und an der Juilliard School in New York City und hat international bereits für viel Aufsehen gesorgt. Er arbeitete als Gastdirigent mit Orchestern wie Orchestre National de France, Royal Philharmonic, Buffalo Philharmonic, New Jersey Symphony, Singapore Symphony, Hong Kong Philharmonic und China Philharmonic. Er gastierte beim Festival Wien Modern und beim Beethovenfest Bonn. Sein Konzert mit dem Hollywood Bowl Orchestra in Los Angeles wurde weltweit übertragen. Mit Beethovens 9. Sinfonie und der in seiner Heimat China beliebten „Yellow River Cantata“ gab Hu Yongyan 2003 sein Debüt in der Carnegie Hall. Im klassischen Bereich arbeitete er mit Künstlern wie Yo-Yo Ma, Itzhak Perlman, Lang Lang, Barbara Hendricks und Pinchas Zukerman, im Pop u. a. mit Charlotte Church, Nana Mouskouri und Mark O’Connor.
Und nun eben mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Präsentieren wird der chinesische Dirigent auch ein zeitgenössisches Stück aus der Heimat. Die sinfonische Fantasie „Lebe wohl, meine Konkubine“ für Sopran vom Komponisten Xia Guans, der sein Werk für traditionelle chinesische Instrumente und Sinfonieorchester schrieb. Dieses Stück besitze viel vom Flair einer Peking-Oper, verspricht die Rostocker Dramaturgin Corina Wenke. In der traditionellen chinesischen Oper vermischen sich bekanntlich viele künstlerische Elemente wie Singen, Tanzen und darstellendes Spiel. Die Solistin Junhua Chen bringe neben ihren farbenprächtigen Kostümen auch eine eigene Maskenbildnerin mit, erzählt Wenke. „Der Zuschauer darf sehr gespannt sein. Er wird in die Zeit von vor 2000 Jahren entführt und erlebt eine dramatische Liebesgeschichte.“
Musikalische „Romeo und Julia“-Versionen stellen auch die anderen Werke des Konzertabends dar. Von Leonard Bernstein (1918-1990) sind die Sinfonischen Tänze aus der „West Side Story“ zu hören. Im Jahr 1957 hatte der weltberühmte Dirigent und Komponist eine moderne „Romeo und Julia“-Adaption auf die amerikanische Musicalbühne gebracht, die vom Broadway aus einen gigantischen Siegeszug in der ganzen Welt feierte. Die Sinfonischen Tänze erlebten 1961 mit den New Yorker Philharmonikern ihre Uraufführung.
Die Suite „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofjew (1891-1953) vervollständigt den musikalischen Abend im Großen Haus. Sie entstand nach dem gleichnamigen Ballett, das Prokofjew im Jahr 1935 im Auftrag des Bolschoi-Theaters schrieb und das am 30. Dezember 1938 in Brünn in der damaligen Tschechoslowakei uraufgeführt wurde. Das Ballett bildet einen Höhepunkt im musikalischen Schaffen von Prokofjew. Bis 1946 fertigte der Komponist insgesamt drei Suiten für Orchester sowie Klavierbearbeitungen einiger Stücke an.

Das 7. Philharmonische Konzert erklingt am Sonntag, 29. März 2015 um 18:00 Uhr und am Montag und Dienstag, 30. und 31. März 2015 jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

Text: Anette Pröber
Fotos: Künstler