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Die Norddeutsche Philharmonie feiert ihr 120. Gründungsjubiläum – Manuela Uhl und Michael Boder zu Gast in Halle 207

Die Norddeutsche Philharmonie begleitete nach der Spielzeitpause bereits den Sommercampus an der HMT Rostock mit mehreren Konzerten und vielen Probemöglichkeiten für die Teilnehmer, außerdem konzertierte sie im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am vergangenen Wochenende mit dem hervorragenden Percussionisten Alexej Gerassimez in Ulrichshusen.
Spätestens am kommenden Sonntag beginnt nun jedoch endgültig die neue Konzertsaison 2017/18 mit dem 1. Philharmonischen Konzert.
Es ist zugleich, wenige Tage vor dem 120. Gründungsjubiläum des Orchesters am 22. September, das Geburtstagskonzert. Gefeiert wird mit Opernstars. Zu Gast ist Sopranistin Manuela Uhl, international eine der gefragtesten Interpretinnen der Werke von Richard Strauss und Richard Wagner. Ihre Konzerte führen sie nach Tokyo, Los Angeles, Caracas, Mailand, Rom und nun nach Rostock. Sie wird in der Hansestadt Werke von Strauss und Mahler singen. Der Dirigent des Konzertes Michael Boder, an der Warnow öfter zu Gast, leitete Opernhäuser in Basel, Barcelona und Kopenhagen. In Rostock kreuzen sich die Wege beider Künstler indes zum ersten Mal.
Das Jubiläumskonzert gibt die Norddeutsche Philharmonie in der Halle 207, dem klangvollsten Musikort der Hansestadt. Auf dem Programm stehen zu Beginn des Abends die „Vier letzten Lieder“ von Richard Strauss (1864 – 1949), die nach Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff entstanden. Strauss schrieb sie 1948 in der Schweiz, wohin Strauss mit seiner Frau nach Kriegsende vorübergehend gezogen war. Den Titel des Werkes, aber auch die Reihenfolge der Stücke, wählte der Freund und Verlagsleiter von Strauss. Die Uraufführung fand erst nach dem Tod des großen deutschen Komponisten am 22. Mai 1950 in London statt. Die Musik kündet von der Auseinandersetzung mit Abschied und Tod. Diese Themen greift Strauss vor dem Hintergrund des Kriegsendes und in Erwartung des eigenen, baldigen Todes auf. „Wir sind durch Not und Freude gegangen Hand in Hand; vom Wandern ruhen wir beide nun überm stillen Land. …. O weiter, stiller Friede! So tief im Abendrot. Wie sind wir wandermüde – Ist dies etwa der Tod?“ So heißt es bei Eichendorff. Das musikalische Werk besticht in seiner Einfachheit und Schönheit und ist eines der bekanntesten Liedkompositionen. Richard Strauss wurde über seine Opern und sein Liedschaffen berühmt. Insgesamt hat er über 250 musikalische Werke geschrieben, 61 Orchesterwerke, 45 kammermusikalische Kompositionen, 75 Lieder, 33 Orchesterlieder, 19 Chorwerke und 21 Bühnenwerke.
Nach der Pause spielt das Orchester die 4. Sinfonie in G-Dur des österreichischen Komponisten Gustav Mahler (1860 – 1911). Sie entstand in der Hauptsache in den Sommermonaten der Jahre 1899 und 1900. Das Finale war bereits acht Jahre zuvor bei der Arbeit an der 2. Sinfonie fertiggestellt worden. Dafür hatte Mahler das Lied „Das himmlische Leben“ aus den von ihm vertonten Liedern „Des Knaben Wunderhorn“ verwandt. Die Uraufführung der Sinfonie fand mit dem Kaim-Orchester unter Leitung von Gustav Mahler am 25. November 1901 in München statt. Doch das Publikum zeigte sich enttäuscht, vermisste romantischen Pathos. Nur wenige Kritiker erkannten, wie sehr Mahler seiner Zeit voraus war. Heute zählt die 4. Sinfonie zu den beliebtesten Werken des Komponisten und wird häufig aufgeführt.

Termine des 1. Philharmonischen Konzerts: 17. September 18.00 Uhr; 18. und 19. September 19.30 Uhr, Halle 207, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Peter Dynow, Manuela Uhl

Novemberkonzert mit Florian Krumpöck am Klavier

Werke von Brahms und Schoenberg zum Volkstrauertag

Das 3. Philharmonische Konzert vereint musikalische Werke, die treffend in die Zeit passen. Am kommenden Sonntag, den 13. November, begehen wir bekanntlich den Volkstrauertag, den staatlichen Gedenktag für Kriegsopfer. Ein Tag, der auch Mahnung ist, Krieg, Terror und Flucht der Gegenwart nicht auszublenden. Die Konzertstücke sind tragisch, dramatisch, melancholisch, aufrüttelnd. Das große Finale kündet dann vom Sieg der Lebensfreude. Brahms Sinfonie Nr. 1 c-Moll entlässt die Zuhörer schwung- und kraftvoll.
Die Konzertabende im November (13., 14. und 15.11.) stehen unter der Leitung von Michael Boder, der zum dritten Mal in Rostock gastiert. Er ist Chefdirigent an der Oper Kopenhagen und regelmäßiger Gast an den Staatsopern in Berlin, Dresden, Hamburg und Wien. Die Norddeutsche Philharmonie freut sich auf die erneute Zusammenarbeit mit dem renommierten Dirigenten, der zugleich auch einen weiteren guten Bekannten mitbringt. Florian Krumpöck, ehemaliger Generalmusikdirektor am Volkstheater Rostock, spielt das Klavierkonzert op. 42 von Arnold Schoenberg (1874 – 1951) als Solist auf dem Piano. Das Stück stellte der österreichisch-amerikanische Komponist im Jahr 1942 fertig. Die vier Sätze waren ursprünglich kommentiert, wobei die Bemerkungen einen Bezug zu seiner Flucht aus Deutschland zulassen. „1. Das Leben war so einfach. 2. Plötzlich brach Hass aus. 3. Eine ernste Situation entstand. 4. Aber das Leben geht weiter.“ Nachdem Schoenberg 1933 aus rassistischen Gründen der Meisterkurs für Komposition an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin entzogen wurde, ging er zunächst nach Paris. Er nahm wieder seinen jüdischen Glauben an und wanderte wenig später nach Amerika aus. Jahrelang unterrichtete er an den Universitäten in Kalifornien. 1941 erlangte er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Der Einfluss Schoenbergs auf die Musik des 20. Jahrhunderts wird heute hoch geschätzt. Er schuf eine radikale Kompositionstechnik und war Avantgardist bei der Entwicklung von der Atonalität über die Zwölftontechnik zur seriellen und schließlich zur elektronischen Musik.
Schoenberg verehrte Zeit seines Lebens Johannes Brahms (1833 – 1897), dessen Werke streng strukturiert waren, „ohne auf Schönheit und Gefühl zu verzichten“, wie Schoenberg anerkennend meinte. Zwei Werke von Johannes Brahms werden dem 3. Philharmonischen Konzert den Rahmen geben. Als Auftakt erklingt am Abend die Tragische Ouvertüre op. 81. Sie entstand aus einer Skizze für einen Sinfoniesatz, hat aber kein bestimmtes Trauerspiel als Sujet im Sinne. Sie entstand fast zeitgleich mit der Akademischen Festouvertüre op. 80 und Brahms selbst meinte einmal, „die eine lacht, die andere weint“.
Den Abschluss des Konzertes bildet die Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68, die Brahms auf der Insel Rügen im Jahr 1876 fertigstellte. Nach fast 14 Jahren, denn eine Frühfassung des 1. Satzes stammt aus dem Jahr 1862. Johannes Brahms schrieb im Oktober an seinen Verleger „… an den Wissower Klinken ist eine schöne Symphonie hängen geblieben…“

Termine: Großes Haus des Volkstheaters am 13. November 2016, Beginn 18:00 Uhr und am 14. und 15. November um 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und – soweit vorhanden – an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Alexander Vasiljev, Philipp Horak

Dirigenten der Königlichen Oper Kopenhagen gastieren in Rostock – Dänische Klänge beim 9. Philharmonischen Konzert

Das 9. Philharmonische Konzert bringt den Rostockern das Land Dänemark musikalisch näher. Die Norddeutsche Philharmonie spielt die Sinfonie Nr. 5 op. 50 des dänischen Komponisten Carl August Nielsen (1865-1931), der vor 150 Jahren geboren wurde.
Nielsen gehört wie der Finne Jean Sibelius, ebenfalls 1865 zur Welt gekommen, zu den großen Jubilaren im Jahr 2015. Die Sinfonie Nr. 5 gilt als sinfonisches Meisterwerk von Carl Nielsen, die durch Originalität in der Tonsprache besticht und den Musikern hohe Meisterschaft abverlangt. Es ist die einzige zweisätzige Sinfonie von Nielsen. 1920 geschrieben, beschreitet der Komponist klanglich neue Wege, weg vom klassisch-romantischen Modell.
Im Gepäck hat das Werk Michael Boder, Chefdirigent der Königlichen Oper Kopenhagen, der nach dem Januar-Konzert 2013 bereits zum zweiten Mal am Pult der Norddeutschen Philharmonie in Rostock stehen wird. Der heute 56-jährige deutsche Konzert- und Operndirigent ist Gast auf vielen internationalen Konzertpodien. Bereits mit 29 Jahren übernahm er die musikalische Leitung als Chefdirigent der Oper Basel, er ist regelmäßiger Konzertdirigent an den Staatsopern Berlin, Dresden, Hamburg und Wien und seit der Spielzeit 2012/2013 Chefdirigent der Oper Kopenhagen.
Gemeinsam mit Michael Boder wird Florian Krumpöck die Reise über die Ostsee antreten. Krumpöck, in Kopenhagen seit 2014 Gastdirigent, wird in Rostock als Klavier-Solist die Musikfreunde begeistern.
Carl Maria von Webers 1821 geschriebenes Konzertstück für Klavier und Orchester f-Moll op. 79 und Richard Strauss‘ Burleske für Klavier und Orchester stehen auf dem Programm – zwei Werke mit Soloparts von anspruchsvoller Virtuosität.

Das 9. Philharmonische Konzert findet am Sonntag, 31. Mai 2015 um 18:00 Uhr und am Montag und Dienstag, 1. und 2. Juni 2015 jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock statt, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

Text: Anette Pröber
Fotos: Alexander Vasiljev, Philipp Horak

Erstes Philharmonisches Konzert im Jahr 2013 mit Wiener Programm:

Im 5. Philharmonischen Konzert der Spielzeit, welches zugleich das erste im neuen Kalenderjahr ist, erleben wir mit Michael Boder einen Gastdirigenten, der an den großen Bühnen Europas zu Hause ist. Er ist seit dieser Spielzeit Chefdirigent der Königlichen Oper in Kopenhagen, zuvor war er von 2008 bis 2012 Musikdirektor des Gran Teatre del Liceu in Barcelona. Des Weiteren ist er regelmäßiger Gast an den Staatsopern in Berlin, Dresden, Hamburg und Wien. Generalmusikdirektor Florian Krumpöck, den wir in diesem Konzert mit Alban Bergs Klaviersonate op. 1 solistisch am Klavier hören werden, zählt Michael Boder zu seinen prägenden Mentoren.
Michael Boder präsentiert uns ein Wiener Programm, so hören wir neben der bereits erwähnten Klaviersonate von Alban Berg drei Sätze aus der „Lyrischen Suite“ für Streichorchester, die Alban Berg aus seinem ursprünglich 6-sätzigen Streichquartett gleichen Namens herauslöste. Diese Suite ist Alban Bergs bedeutendste kammermusikalische Komposition und sein erstes Werk in der Zwölftontechnik seines Lehrers Arnold Schönberg. Theodor W. Adorno bezeichnete sie als „latente Oper“, erst 1977 wurde durch das Auffinden einer vom Komponisten handschriftlich kommentierten Partitur des Werkes bekannt, dass der Komponist in dieser Suite seine heimliche und ungelebte Liebe zu Hanna Fuchs, der Schwester Franz Werfels vertonte.
Ein weiterer Höhepunkt des 5. Philharmonischen Konzerts ist Alban Bergs Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“ (1935) mit der Wiener Geigerin Birgit Kolar als Solistin.
Ergänzt werden diese Werke durch exemplarische Stücke von Johann Strauss, die Ouvertüre zur „Fledermaus“ und den Walzer „Wiener Blut“. Johann Strauss (Sohn), auch der Walzerkönig genannt, fungiert hier quasi als Bindeglied zwischen Wiener Klassik (Haydn, Mozart, Beethoven)  und Neuer Wiener Schule (Schönberg, Berg, Webern). Gleichzeitig hören wir damit zwei echte Neujahrsklassiker.

Wenn Sie das 5. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie Rostock hören wollen, haben Sie dazu am 12. und 14. Januar um 19.30 Uhr und am 13. Januar um 18.00 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock Gelegenheit. Karten erhalten Sie über das Volkstheater Rostock oder bei ticket online, dort können Sie sich auch einen Überblick über die noch freien Plätze am Sonnabend, Sonntag und Montag verschaffen.