Beiträge markiert mit: Schostakowitsch

Schostakowitschs Revolutionspauken und Beethovens populärstes Klavierkonzert im 4. Philharmonischen Konzert

Das letzte Philharmonische Konzert dieses Jahres verspricht ein besonderes zu werden. Mit Revolutionsmusik und Dramatik von Schostakowitsch, mit stürmischen und lyrischen Momenten von Beethoven. Am Pult wird Marcus Bosch, Generalmusikdirektor in Nürnberg und ordentlicher Professor an der HMT München, stehen und die Norddeutsche Philharmonie dirigieren. Musiker und Zuhörer werden voller Spannung auf den gemeinsamen Auftritt blicken. Denn Bosch übernimmt ab der Saison 2018/19 die künstlerische Verantwortung über das Rostocker Orchester und wird als Conductor in Residence wirken.
Dem Rostocker Konzertpublikum ist Marcus Bosch (geb. 1969) kein Unbekannter. Seit 2013 ist er regelmäßig Gastdirigent der Norddeutschen Philharmonie Rostock gewesen. Geplant sind in den kommenden drei Jahren je acht Konzertprojekte sowie das Kuratieren des Konzertprogramms. Marcus Bosch freut sich auf die Aufgabe an der Ostsee, er hat bereits häufig hervorgehoben, wie sehr er die Haltung des Orchesters in kulturpolitisch schwierigen Zeiten schätzt. Mit Bosch kommt jemand mit großem Renommee in die Hansestadt, einer der gefragtesten und innovativsten Dirigenten seiner Generation.
Als erstes Werk des Abends wird das fünfte und letzte Klavierkonzert von Ludwig von Beethoven (1770 – 1827) zu hören sein. Es erfreut sich weltweit größter Beliebtheit, gehört zu den meistaufgeführten Klavierkonzerten. Den Solopart übernimmt in Rostock der junge deutsche Pianist Alexander Schimpf (geb. 1981), der diesseits und jenseits des Atlantiks erfolgreich ist. Als Solist wurde Schimpf u.a. vom Wiener Kammerorchester, dem Marinskij-Orchester St. Petersburg, den Dresdner Philharmonikern, den Nürnberger Symphonikern und dem Beethoven-Orchester Bonn eingeladen.
Mit Pauken und Trommeln, den Waffen der Revolution, beginnt der zweite Teil des Konzertabends. „Das Jahr 1917“ lautet der Untertitel für die 12. Sinfonie in d-Moll von Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975), der dieses Werk 1960/61 komponierte und Wladimir Illjitsch Lenin widmete. Es ist ein Werk, das noch immer widersprüchlich bewertet wird. Wollte Schostakowitsch der Oktoberrevolution linientreu ein Denkmal setzen und sie glorifizieren? Oder setzt er sich kritisch mit dem Totalitarismus auseinander? Der Schluss des Werkes ist überinstrumentiert, übermäßig laut und blechern. Eine Auseinandersetzung mit dem Krieg, der alles zerstört und die Menschen ratlos zurücklässt. Interpretationen sind viele möglich. Auch das Leben des Komponisten, das von Aufruhr und Anpassung zugleich Zeugnis ablegt, wirft viele Fragen auf und ist nur aus der Historie heraus erklärbar.
Eine ausführliche Konzerteinführung mit Wissenswertem zu den Werken und Komponisten können Besucher wie gewohnt eine halbe Stunde vor Beginn im Intendanzfoyer erleben.

Termine für das 4. Philharmonische Konzert: Großes Haus des Volkstheaters Rostock am 10. Dezember um 18.00 Uhr und am 11. und 12. Dezember um 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Martin Goffing

Dynamisches Programm des Dirigenten Nicholas Milton zum Jahresauftakt 2017

Das 5. Philharmonische Konzert am kommenden Wochenende wird ein fulminanter Jahresauftakt. Die Rostocker Konzertfreunde der Norddeutschen Philharmonie werden den Gastdirigenten Nicholas Milton am Pult erleben. Der 1967 in Sydney geborene Milton ist ungarisch-französischer Herkunft und auch in Rostock bereits durch seinen engagierten und erfrischenden Dirigierstil bekannt. Milton stand auf vielen großen Bühnen dieser Welt und ist seit 2014 Generalmusikdirektor des Saarländischen Staatstheaters. In Rostock wird er mit der Norddeutschen Philharmonie ein Programm voller Leidenschaft präsentieren.
Den Auftakt bilden die „Tänze aus Galanta“ vom ungarischen Komponisten Zoltán Kodály (1882-1967). Kodály ließ sich von Motiven der Volksmusik der Sinti und Roma aus der Gegend um Galanta inspirieren. In der ungarischen Stadt Galanta war er aufgewachsen. Zoltán Kodály machte sich neben seiner kompositorischen Arbeit auch mit seiner wissenschaftlichen Arbeit an der Seite seines Freundes Béla Bartók einen Namen. Kodály sammelte über 3500 ungarische Volkslieder. Viele folkloristische Elemente ließ er in seine Werke einfließen.
Im Anschluss wird von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) das Konzert Nr. 1 c-Moll op. 35 für Klavier, Trompete und Streichorchester zu hören sein. Schostakowitsch, der neben Igor Strawinski, Sergej Prokofjew und Sergej Rachmaninow einer der bedeutendsten Komponisten Russlands im 20. Jahrhunderts und außerordentlich produktiv und vielseitig war, schrieb das Konzert im Sommer 1933. Er hatte gerade die Arbeit an seiner Oper „Lady Mecbeth von Mzensk“ fertig gestellt und nannte das Klavierkonzert eine „spöttische Herausforderung an den konservativ-seriösen Charakter des klassischen Konzert-Gestus“. Der Komponist arbeitete mit überraschenden Übergängen, Humor und Ironie. Ursprünglich wollte beim bevorstehenden 5. Philharmonischen Konzert die lettische Künstlerin Lauma Skride den Solopart am Klavier spielen, aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung musste sie leider absagen. Umso erfreulicher ist es, dass mit Lilit Grigoryan, der Solistin des letzten Philharmonischen Konzerts, ein hervorragender Ersatz gefunden werden konnte. Trompete spielt der junge japanische Musiker Yuki Urushihara, Akademist der Nordeutschen Philharmonie Rostock.
Nach der Pause erklingen die Sinfonischen Tänze op. 45 von Sergej Rachmaninow (1873-1943). Sie sind das letzte Werk des russischen Komponisten, entstanden 1940 in Huntington auf Long Island. Das Werk, das eine große Orchesterbesetzung mit erweitertem Schlagwerk beansprucht, gilt in der Orchesterliteratur als anspruchsvoll zu spielen. Es war dem Philadelphia Orchestra und seinem damaligen Chefdirigenten Eugene Ormandy gewidmet, die das Orchesterwerk am 3. Januar 1941 uraufführten. Die Sinfonischen Tänze bezeichnete Rachmaninow selbst als sein „bestes Werk“. Eindrucksvoll spiegeln sich Leben und Schaffen des großen Komponisten, der in Nowgorod aufwuchs und seit 1917 in den USA im Exil lebte. Vollständig akklimatisiert hat er sich in der Fremde nicht, aber im Gegensatz zu vielen anderen Russen schaffte er es, den Lebensunterhalt seiner Familie gut zu bestreiten. Rachmaninow war einer der begehrtesten und bestbezahlten Klaviervirtuosen seiner Zeit.
Vor den Philharmonischen Konzerten gibt es jeweils eine halbe Stunde vor Beginn eine Konzerteinführung im Intendanzfoyer. In rund 15 Minuten wird Wissenswertes über die Komponisten und deren Werke vermittelt.

Termine des 5. Philharmonischen Konzertes: Großes Haus des Volksthaeters Rostock am 22. Januar um 18.00 Uhr und am 23. und 24. Januar um 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und – soweit vorhanden – an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Martin Goffing

3. Barocksaalklassik mit Werken von Mozart und Schostakowitsch

Am Sonntag, dem 12. April 2015 um 16:00 Uhr begrüßt Sie die Norddeutsche Philharmonie Rostock im wunderschönen Barocksaal am Universitätsplatz zum dritten Konzert der Reihe „Barocksaalklassik“.
Der 1. Kapellmeister Manfred Hermann Lehner und das Rostocker Orchester erwarten Sie mit einem tiefgründigen Programm, beginnend mit Adagio und Fuge von Wolfgang Amadeus Mozart.
Wolfgang Amadeus Mozart hatte sich zu jener Zeit sehr mit dem Schaffen Johann Sebastian Bachs und dessen Söhnen Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann auseinandergesetzt; so hatte er im Vorfeld schon einige dem Klavier zugedachte Fugen für Streicher arrangiert.
Bei KV 546 nutzt er eine schon vorhandene eigene Fuge, wie er in seinem Werkverzeichnis daselbst notiert: „..ein kurzes Adagio a 2 Violini, Viola e Basso, zu einer Fuge, welche ich schon lange fuer zwey Klaviere geschrieben habe…“
Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitschs 14. Sinfonie entstand im Januar und Februar des Jahres 1969 während eines Krankenhausaufenthaltes. Wenngleich der Komponist zu diesem Zeitpunkt noch sechs Jahre zu Leben hatte, war er doch von Krankheit schwer gezeichnet, was eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Tod zur Folge hatte. Schostakowitsch empfand andere große Werke, die sich mit den letzten Dingen beschäftigen, wie zum Beispiel das „War Requiem“ seines Freundes Benjamin Britten (der auch der Widmungsträger des Werkes ist) in ihrer Schlussaussage zu verklärend und wollte dieser Todesverklärung etwas entgegen setzen – die Unausweichlichkeit und Unerbittlichkeit des Todes in dieser Sinfonie herausarbeiten – die ihm, dem Atheisten, weder sinnstiftend noch erleichternd erscheinen wollte.
Die Komposition ist für Streichorchester, Perkussionsinstrumente und zwei Gesangssolisten geschrieben. Textlich legt Schostakowitsch Gedichte unterschiedlicher Dichter zugrunde, unter anderem Rainer Maria Rilke, Wilhelm Küchelbecker und Federico Garcia Lorca.
Interessanterweise hat die 14. Sinfonie keine Proteste von offizieller Seite hervorgerufen. Allerdings kam es zum Bruch mit Alexander Solschenizyn, der, tiefgläubig, Schostakowitsch einen falschen Bezug zum Tod vorwarf, weil er den Tod als vernichtende Kraft darstelle …
Den Gesangspart übernehmen Jamila Raimbekova, Sopran und Karl Huml, Bass.

Text: Anderl Ott
Fotos: Wikipedia

Schostakowitschs „Leningrader“ im 8. Philharmonischen Konzert – erstmals seit 1985

Im 8. Philharmonischen Konzert der Norddeutschen Philharmonie Rostock unter der Leitung ihres Generalmusikdirektors Florian Krumpöck wird erstmals seit 1985 wieder Schostakowitschs Symphonie Nr. 7 C-Dur op. 60 in Rostock zur Aufführung kommen. Ermöglicht mit der finanziellen Unterstützung der Philharmonischen Gesellschaft Rostock, wird das Orchester für dieses epochale Werk durch Studenten der Hochschule für Musik und Theater Rostock verstärkt.
Das Konzert findet am 26. und 28. April 2014 um 19:30 Uhr und am 27. April 2014 um 18:00 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock statt, Karten erhalten Sie wie immer an den bekannten Vorverkaufskassen.

Im Folgenden lesen Sie einen einführenden Text des Solobassisten der Norddeutschen Philharmonie Rostock Frank Thoenes:

8. Philharmonisches Konzert – Maurice Ravel & Dmitri Schostakowitsch

Dmitri Schostakowitsch und Maurice Ravel prägen das 8. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie am kommenden Wochenende im Großen Haus des Volkstheaters Rostock.
In den Abend geht es beschwingt mit „Le tombeau de Couperin“ von Maurice Ravel. Die Suite erinnert an französische Tänze des 17. und 18. Jahrhunderts.
Im Anschluss hören wir Ravels Konzert für Klavier und Orchester G-Dur, vorgetragen von der jungen kroatischen Pianistin Martina Filjak, einer der vielversprechendsten jungen Künstlerinnen der letzten Jahre, die weltweit Lobeshymnen für ihre poetische Leidenschaft und technische Beherrschung des Klaviers erntet, ebenso wie für ihre charismatische Persönlichkeit und magnetische Bühnenpräsenz.
Dirigieren wird ein weiteres Mal der Generalmusikdirektor der Norddeutschen Philharmonie Rostock Florian Krumpöck.
Mit der 5. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975) erklingt dann ein symphonisches Opus von großer Klangfülle, Leidenschaft und Dramatik. Das Werk schrieb der russische Komponist 1937 auf der Krim, als der stalinistische Terror die Sowjetunion beherrschte. Schostakowitsch, bereits in Kritik geraten, galt nach der Uraufführung der 5. Sinfonie in Leningrad als rehabilitiert. Der verlorene Sohn war offiziell unter die Fittiche der linientreuen Kulturpolitik zurückgekehrt. Das Werk und vor allem der Schlusssatz wurden lange Zeit als Triumph des Systems gesehen und gefeiert.
Ein Trugschluss, wie sich nach Erscheinen der Memoiren herausstellte:
„Was in der Fünften vorgeht, sollte jedem klar sein. Der Jubel ist unter Drohungen erzwungen. So als schlage man uns mit einem Knüppel und verlange dazu: Jubeln sollt ihr! Jubeln sollt ihr! Und der geschlagene Mensch erhebt sich, kann sich kaum auf den Beinen halten. Geht, marschiert, murmelt vor sich hin: Jubeln sollen wir, jubeln sollen wir. Man muss schon ein kompletter Trottel sein, um das nicht zu hören.“
Schostakowitsch wandelt in der Stalin-Ära auf einem schmalen Grat zwischen ideologischer Vereinnahmung und künstlerischer Selbstverwirklichung. In seiner 5. Sinfonie parodiert er die berüchtigten Bankette hoher Parteigremien, in denen Lobpreisungen der Partei und ihres Vorsitzenden Stalin einander abwechselten.

Rostocks 8. Philharmonisches Konzert dieser Spielzeit findet am 13. und 15. April 2013 um 19.30 Uhr und am 14. April 2013 um 18.00 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters statt, Karten erhalten Sie über die bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters und an der Abendkasse.