Beiträge markiert mit: Sergej Prokofjew

Prokofjew und Rachmaninow im Novemberkonzert – junge Künstler zum Debüt mit der Norddeutschen Philharmonie in Rostock

Das 3. Philharmonische Konzert beginnt mit dem Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 D-Dur, das der 26-jährige Sergej Prokofjew (1891 – 1953) im Revolutionsjahr 1917 beendete. Vor 100 Jahren war die zaristische Ordnung in Russland gestürzt worden. Angesichts der Wirren konnte die Uraufführung des Werkes, die für den Herbst in Petrograd vorgesehen war, nicht stattfinden. Erst 1923 wurde das Werk in Paris uraufgeführt. Prokofjew war wie viele Intellektuelle und Künstler in Folge der Revolution 1918 ins Ausland emigriert. Nach einem Intermezzo in den USA, wo Prokofjew nicht Fuß fassen konnte, lebte er viele Jahre in Paris, bis er sich 1936 entschloss, endgültig nach Russland zurückzukehren. Prokofjew hatte in der Heimat dann seine produktivste Phase.
Das frühe Violine-Konzert ist geprägt von ausdrucksvoller Lyrik, gepaart mit ungemeiner Virtuosität und heiter-ironischer Klangstärke. Gespielt wird der Solopart von der jungen Geigerin Lara Boschkor (geb. 1999 in Tübingen), die bereits viele Erste Preise bei Wettbewerben gewann. Als Preisträgerin des Deutschen Musikinstrumentenfonds spielt sie seit 2012 eine Violine von Carlo Antonio Testore, Mailand 1740, aus dem Besitz der Deutschen Stiftung Musikleben. Festspiele-Zuhörern ist sie bereits bekannt als Teilnehmerin des Wandelkonzerts auf Schloss Ulrichshusen. In Rostock gibt Lara Boschkor ihr Debüt.
Ebenfalls ein Debüt feiert Karsten Januschke (geb. 1980 Bad Segeberg) als Dirigent in Rostock. Er hat sich im Opern- und Konzertbereich innerhalb weniger Jahre einen Namen als großes Talent der jüngeren Dirigentengeneration gemacht. Bereits während seines Studiums arbeitete er an der Wiener Staatsoper als Solorepetitor und Dirigent von Kinderopern sowie am Theater in Wien und später bei den Bayreuther Festspielen, wo er Dirigenten wie Christian Thielemann und Kirill Petrenko assistierte.
Die Norddeutsche Philharmonie erfreut im zweiten Teil des Konzertabends die Zuhörer mit der Sinfonie Nr. 2 e-Moll von Sergej Rachmaninow (1873 – 1943). Diese Komposition schrieb Rachmaninow während seines fast zweijährigen Aufenthaltes in Dresden in den Jahren 1906 und 1907. Die Uraufführung fand im Jahr 1908 in Sankt Petersburg statt und wurde von dem Komponisten selbst dirigiert. Diese Sinfonie wird aufgrund ihrer großen Beliebtheit beim Publikum gern gespielt. Sie ist schwärmerisch und feurig zugleich. Die Soli der Holzbläser sind besondere Glanzlichter in dieser Sinfonie.
Eine ausführliche Konzerteinführung zu den Werken und Komponisten können Besucher wie gewohnt eine halbe Stunde vor Beginn im Intendanzfoyer erleben.

Termine: 3. Philharmonisches Konzert im Großen Haus des Volkstheaters Rostock am 12. November um 18.00 Uhr und am 13. & 14. November jeweils um 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Peter Dynow, Jürgen Friedel