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Facettenreicher Mozart im 7. Philharmonischen Konzert

Die Norddeutsche Philharmonie bleibt auch in ihrem 7. Philharmonischen Konzert, welches unter der Leitung des Generalmusikdirektors des Theaters Hagen Florian Ludwig stattfindet, der Wiener Klassik treu. Dieses Mal steht das Konzert unter dem Vorzeichen Wolfgang Amadeus Mozarts.
Die erste überlieferte Symphonie des jungen Genies wird gerne seiner Salzburger Epoche zugerechnet, doch entstand sie vermutlich zum Ende des Jahres 1764 in London, vielleicht auch 1765. Die Familie Mozart, seit dem 9.Juni 1763 auf Europareise, hatte sich für einen Aufenthalt von fünfzehn Monaten nach London begeben, wo auch ein Treffen mit Johann Christian Bach stattfand. Reisen bildet und inspiriert – die Fülle an musikalischen Einfällen dieser Symphonie und die Meisterschaft in der Verarbeitung des thematischen Materials werden gerne als Ergebnis dieser Lebensphase gesehen. Mozart erlebte eine Zeit, die dem musikalischen Wunderkind unvergessliche und prägende Eindrücke hinterlassen haben muss, zusammen mit seiner Schwester Nannerl begeisterte er seine Zuhörer, unter ihnen auch der halbwüchsige Johann Wolfgang von Goethe.
Die Krönungsmesse Wolfgang Amadeus Mozarts verdankt ihren Namen vermutlich dem Umstand, dass sie zu den Krönungsfeierlichkeiten Kaiser Josephs II, der nach dem Tode Maria Theresias den Habsburger Thron bestieg, zum ersten Mal erklang. Mozart selbst verwendet den Namen nicht, anzunehmen ist, dass Mitglieder der Wiener Hofkapelle den Ausdruck prägten, der erst seit 1873 schriftlich erwähnt und seither ein feststehender Begriff ist. Stilistisch bleibt zu erwähnen, dass Mozart Chor und Solostimmen sehr deutlich voneinander trennt. Auch die sinfonischen Elemente der Messe fallen auf.
Wolfgang Hildesheimer bemerkt in seiner Mozartbiografie sehr richtig: „Was ist Kirchenstil? Hat Palestrina oder Orlando di Lasso in ihm geschrieben? Oder handelt es sich vielmehr um den Stil der jeweiligen Zeit (…), in der ernste Musik gleich Kirchenmusik war? (…) Die Entdeckung mythologischer Themen kam später und hat weder Palette noch Pinselstrich geändert.“
Max Regers op. 132 „Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart“ feiert dieses Jahr seinen 100. Geburtstag. Es handelt sich um eines seiner bekanntesten Werke. Reger bezieht sich auf ein Thema aus der Klaviersonate A-Dur KV 331 von Mozart, das jener schon selber variiert hat.
Die Musik Regers ist bis heute schon allein seiner technischen Schwierigkeiten wegen nicht allzu häufig gespielt. Der Komponist, der als Vollender der „chromatischen Polyphonie“ gilt, könnte durchaus Inspiration für die von Thomas Mann vertretene These sein, „die Dissonanz sei der Gradmesser der polyphonen Würde eines Akkords …“. Und so führt uns Reger mit schier unglaublicher geistiger Beweglichkeit an den Rand der Tonalität, ohne das Symphonisch-Ganze aus dem Blick zu verlieren. Er baut so dem Zuhörer mit noblem Verständnis und großem Gestus eine Brücke in die musikalische Moderne. (Text: Anderl Ott)

Das 7. Philharmonische Konzert, in dem außer der Norddeutschen Philharmonie auch der Opernchor des Volkstheaters und die Singakademie Rostock zu hören sein wird, findet am 22. und 24. März um 19:30 Uhr und am 23. März um 18:00 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock statt, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters. Als Solisten in Mozarts Krönungsmesse erleben Sie Theresa Grabner, Takako Onodera, Garrie Davislim und Helmut Höllriegl.

 

4. Philharmonisches Konzert – Florian Krumpöck gleichzeitig Dirigent und Pianist

Das am Wochenende bevorstehende 4. Philharmonische Konzert möchten wir wieder mit einem Text ankündigen, den Anette Pröber für den Ostsee-Anzeiger schrieb:
Mit dem wohl populärsten aller Mozartkonzerte möchte die Norddeutsche Philharmonie die Konzertfreunde im Dezember im Großen Haus in Rostock erfreuen. Auf dem Programm steht das erste d-Moll-Klavierkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791), das eine neue Qualität im Schaffen des Künstlers markierte. Mozart distanzierte sich mit diesem Werk von der gefälligen Gebrauchsmusik seiner Zeit und bekannte sich zur individuellen Freiheit des Künstlers. Bei Mozart steht das dunkle d-Moll für Schicksal, Leidenschaft und Tod. Das Klavierkonzert wurde am 11. Februar 1785 im Wiener Casino „Zur Mehlgrube“ uraufgeführt, wobei Mozart selbst den Solopart übernahm.
Beim Philharmonischen Dezemberkonzert erwartet die Klassikfans auch wieder eine Besonderheit – der Rostocker Generalmusikdirektor Florian Krumpöck wird gleichzeitig als Dirigent und Pianist agieren.
Nach der Pause erklingt dann die Sinfonie Nr. 4 Es-Dur von Anton Bruckner (1824 – 1896), die auch die „Romantische“ genannt wird. Den Zusatz trägt das Werk aufgrund des vielfältigen Einsatzes des romantischsten aller Instrumente, des Hornes.
Das 4. Philharmonische Konzert findet am 7. und 9. Dezember um 19:30 Uhr und am 8. Dezember um 18:00 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock statt, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

1. Konzert Barocksaalklassik „Musik für Prag“

Beinahe hätten wir es versäumt, Sie auf das am Wochenende bevorstehende erste Konzert der Reihe Barocksaalklassik aufmerksam zu machen. Die Norddeutsche Philharmonie Rostock unter der Leitung von Kapellmeisters Manfred Hermann Lehner widmet sich in diesem Konzert dem Thema Böhmen, so wird unter anderem die Sinfonie Nr. 38 D-Dur KV 504 von Wolfgang Amadeus Mozart erklingen, die auch unter dem Namen „Prager Sinfonie“ bekannt ist. Ob Mozart diese Sinfonie bereits vorausschauend für seinen Aufenthalt in Prag komponiert hat, ist umstritten, sicher ist jedenfalls, dass sie am 19. Januar 1787 in Prag uraufgeführt wurde, während sich Mozart im Rahmen einer Akademie hier aufhielt und vor allem als Pianist überzeugen konnte. Am Tag zuvor war bereits Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“ in Prag aufgeführt worden. Diese Oper war in Prag derart erfolgreich, dass sich der Prager Impresario Pasquale Bondini entschloss, Wolfgang Amadeus Mozart mit der Komposition einer weiteren Oper zu beauftragen, so dass am 29. Oktober 1787 im Gräflich Nostitzschen Nationaltheater in Prag der „Don Giovanni“ uraufgeführt werden konnte.
Auch die Ouvertüre dieser Oper werden wir im Rahmen des Konzertes im wundervollen Rostocker Barocksaal am Universitätsplatz hören können.

Das 1. Konzert Barocksaalklassik der Spielzeit 2013/2014 findet am Sonnabend, 21. September um 18:00 Uhr statt, es ist wohl bereits so gut verkauft, dass Sie sich beeilen sollten, um noch Restkarten an den üblichen Vorverkaufsstellen des Volkstheaters zu erhalten.

Spielzeitbeginn mit Sommerserenade am Kloster

Nachdem die Norddeutsche Philharmonie in der letzten Spielzeit gleich mit ihrem 1. Philharmonischen Konzert in die neue Saison gestartet ist, bilden in diesem Jahr zwei eher kleine und feine Konzerte im Klosterhof den Saisonauftakt. Vor dem 1. Philharmonischen Konzert der Spielzeit 2013/2014 im September sind mit Classic light in der Yachthafenresidenz, Lichtklangnacht auf dem IGA-Gelände und einem Konzert in der St.-Georgen-Kirche in Wismar noch einige Konzerte zu erleben, die die Vielfalt unseres Orchesters unterstreichen.
Nun aber zur Sommerserenade am Kloster: Diejenigen Zuhörer, die bereits in den vergangenen Jahren die Konzerte im Klosterhofgarten besucht haben, wissen die einmalige Atmosphäre dieser leichten sommerlichen Konzerte in passender idyllischer Umgebung an der Stadtmauer mitten im Herzen Rostocks sicher zu schätzen.
In diesem Jahr wird die Norddeutsche Philharmonie unter der Leitung des 1. Kapellmeisters des Volkstheaters Manfred Hermann Lehner mit Teilen aus den drei Suiten der „Wassermusik“ von Georg Friedrich Händel zu hören sein. Außerdem werden wir den Klarinettisten Thomas Widiger als Solist des ebenso bekannten Klarinettenkonzertes A-Dur KV 622 von Wolfgang Amadeus Mozart erleben dürfen. Thomas Widiger war so freundlich, uns einige einführende Zeilen zu diesem Konzert zur Verfügung zu stellen:
„Das Klarinettenkonzert A-Dur entstand – als einziges Konzert für die Klarinette – im Jahr 1791 zwischen der Zauberflöte und der Arbeit am Requiem. Es gilt als eines der bedeutendsten Instrumental-Konzerte Mozarts, weist bereits auf die Struktur der aufkommenden Romantik hin und erweitert das Ausdrucksspektrum des noch jungen Instruments Klarinette in bis dahin nicht gekannter Art. Die Klarinette wird hier quasi hoffähig gemacht für das romantische Orchester des 19. Jahrhunderts.
Geschrieben für den damals berühmten Virtuosen Anton Stadler und die Bassett-Klarinette (eine A-Klarinette mit nach unten erweitertem Tonraum), ist das Konzert jedoch in keinem seiner Sätze vordergründig virtuos.
Der 1. Satz ist quasi eine Sinfonia concertante, in der die Solo-Klarinette ständig mit dem Orchester korrespondiert. Diese dichte Ausformung des Orchester-Parts ist eine der großen Errungenschaften des Werkes.
Der weltberühmte 2. Satz schwingt dann in seinen weiten Bögen, verbunden mit großen Sprüngen zwischen den einzelnen Registern, die für die damalige Klarinette völlig neu waren und ihr eine enorme Gestaltungs-Vielfalt verleihen.
Der 3. Satz ist ein vor Lebensfreude sprühendes Rondo, das nichts davon ahnen lässt, wie schwer krank Mozart zu diesem Zeitpunkt bereits war.“

Das Konzert Sommerserenade am Kloster findet am 10. und 11. August 2013 um 16:00 Uhr im Garten des Klosters zum Heiligen Kreuz statt, Karten erhalten Sie an der Kasse des Volkstheaters in der Doberaner Straße oder direkt am Veranstaltungsort vor dem Konzert, da freie Platzwahl besteht, sichert rechtzeitiges Erscheinen die besten Plätze.