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Dynamisches Programm des Dirigenten Nicholas Milton zum Jahresauftakt 2017

Das 5. Philharmonische Konzert am kommenden Wochenende wird ein fulminanter Jahresauftakt. Die Rostocker Konzertfreunde der Norddeutschen Philharmonie werden den Gastdirigenten Nicholas Milton am Pult erleben. Der 1967 in Sydney geborene Milton ist ungarisch-französischer Herkunft und auch in Rostock bereits durch seinen engagierten und erfrischenden Dirigierstil bekannt. Milton stand auf vielen großen Bühnen dieser Welt und ist seit 2014 Generalmusikdirektor des Saarländischen Staatstheaters. In Rostock wird er mit der Norddeutschen Philharmonie ein Programm voller Leidenschaft präsentieren.
Den Auftakt bilden die „Tänze aus Galanta“ vom ungarischen Komponisten Zoltán Kodály (1882-1967). Kodály ließ sich von Motiven der Volksmusik der Sinti und Roma aus der Gegend um Galanta inspirieren. In der ungarischen Stadt Galanta war er aufgewachsen. Zoltán Kodály machte sich neben seiner kompositorischen Arbeit auch mit seiner wissenschaftlichen Arbeit an der Seite seines Freundes Béla Bartók einen Namen. Kodály sammelte über 3500 ungarische Volkslieder. Viele folkloristische Elemente ließ er in seine Werke einfließen.
Im Anschluss wird von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) das Konzert Nr. 1 c-Moll op. 35 für Klavier, Trompete und Streichorchester zu hören sein. Schostakowitsch, der neben Igor Strawinski, Sergej Prokofjew und Sergej Rachmaninow einer der bedeutendsten Komponisten Russlands im 20. Jahrhunderts und außerordentlich produktiv und vielseitig war, schrieb das Konzert im Sommer 1933. Er hatte gerade die Arbeit an seiner Oper „Lady Mecbeth von Mzensk“ fertig gestellt und nannte das Klavierkonzert eine „spöttische Herausforderung an den konservativ-seriösen Charakter des klassischen Konzert-Gestus“. Der Komponist arbeitete mit überraschenden Übergängen, Humor und Ironie. Ursprünglich wollte beim bevorstehenden 5. Philharmonischen Konzert die lettische Künstlerin Lauma Skride den Solopart am Klavier spielen, aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung musste sie leider absagen. Umso erfreulicher ist es, dass mit Lilit Grigoryan, der Solistin des letzten Philharmonischen Konzerts, ein hervorragender Ersatz gefunden werden konnte. Trompete spielt der junge japanische Musiker Yuki Urushihara, Akademist der Nordeutschen Philharmonie Rostock.
Nach der Pause erklingen die Sinfonischen Tänze op. 45 von Sergej Rachmaninow (1873-1943). Sie sind das letzte Werk des russischen Komponisten, entstanden 1940 in Huntington auf Long Island. Das Werk, das eine große Orchesterbesetzung mit erweitertem Schlagwerk beansprucht, gilt in der Orchesterliteratur als anspruchsvoll zu spielen. Es war dem Philadelphia Orchestra und seinem damaligen Chefdirigenten Eugene Ormandy gewidmet, die das Orchesterwerk am 3. Januar 1941 uraufführten. Die Sinfonischen Tänze bezeichnete Rachmaninow selbst als sein „bestes Werk“. Eindrucksvoll spiegeln sich Leben und Schaffen des großen Komponisten, der in Nowgorod aufwuchs und seit 1917 in den USA im Exil lebte. Vollständig akklimatisiert hat er sich in der Fremde nicht, aber im Gegensatz zu vielen anderen Russen schaffte er es, den Lebensunterhalt seiner Familie gut zu bestreiten. Rachmaninow war einer der begehrtesten und bestbezahlten Klaviervirtuosen seiner Zeit.
Vor den Philharmonischen Konzerten gibt es jeweils eine halbe Stunde vor Beginn eine Konzerteinführung im Intendanzfoyer. In rund 15 Minuten wird Wissenswertes über die Komponisten und deren Werke vermittelt.

Termine des 5. Philharmonischen Konzertes: Großes Haus des Volksthaeters Rostock am 22. Januar um 18.00 Uhr und am 23. und 24. Januar um 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und – soweit vorhanden – an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Martin Goffing