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Prof. Dr. Heinz-Jürgen Staszak zum Konzert im Salzburger Festspielhaus

Wir freuen uns, dass Prof. Dr. Heinz-Jürgen Staszak uns seinen in der Ostseezeitung veröffentlichten Text über das Konzert der Norddeutschen Philharmonie Rostock im Großen Festspielhaus Salzburg zur Verfügung stellte, sodass sie ihn im Folgenden nachlesen können:

Ein Auftritt im Großen Festspielhaus von Salzburg, dem europäischen Musentempel, ist in der Vita eines jeden klassischen Musikers ein dicker Pluspunkt. Einen solchen können sich nun auch die Norddeutsche Philharmonie Rostock und ihr ehemaliger Chef, der Wiener Dirigent Florian Krumpöck (36) anheften. Am Mittwochabend gaben sie dort, wo sommers die großen Events der Salzburger Festspiele stattfinden, ein erfolgreiches Gastkonzert. Das verwöhnte Salzburger Publikum dankte mit anerkennendem, langanhaltendem Beifall, in den sich auch begeistertes Fußgetrappel mischte, so dass noch eine zugkräftige Zugabe spendiert werden musste.
Das Konzert im Rahmen des Abonnements-Zyklus „Die große Sinfonie“ taktete sich in den Salzburger musikalischen Alltag ein, der aber reich und hochwertig ist. Da fand sich die Rostocker Philharmonie in bester Gesellschaft: gleich nach ihr gastiert das Kölner Gürzenich Orchester und Anfang Februar das Konzerthaus-Orchester Berlin unter Michael Sanderling.
Als „große Sinfonie“ hatte Krumpöck die gefühlmächtige und wirkungsvolle, melancholisch durchtränkte „Fünfte“ von Tschaikowski ausgewählt, in der er die Philharmonie, ohne pompöse emotionale Aufpolsterung, mit großen sinfonischem Atem spielen ließ. Voran gestellt war das Violinkonzert (1940) von Aram Chatschaturjan, dessen polyrhythmischen und exotisch-melodischen Reize die Salzburger Geigerin Christine Maria Höller (36) mit souveräner Virtuosität und Musikalität zur Geltung brachte – und auch sie kam nicht ohne Zugabe davon.
„Hochform“ bescheinigte ein Salzburger Netz-Kritiker der Solistin und dem Orchester und zeigte sich „beindruckt“, bei gelegentlichen „verschmerzbaren rhythmischen Unschärfen“, vom „sonoren Streicherklang und den niemals oberflächlich auftrumpfenden Bläsern“ des Orchesters.
Angespornt durch den imponierenden Saal und seine hervorragende Akustik, herausgefordert durch die erwartungsvollen 2000 Zuhörer, enthusiasmiert durch einen vorzüglichen Dirigenten, der sie und ihre Stärken bestens kennt, musizierte die Philharmonie an ihrer obersten Leistungsgrenze, mit schöner homogener Klangkultur und einer beeindruckenden hingebungsvollen gemeinschaftlichen Intensität. Internationale Imagepflege und eigenes Teambuilding zugleich, in denen das Orchester erleben konnte, wie gut es eigentlich ist. Krumpöck fand, dass die Musiker schier Unglaubliches geboten hätten und er resümierte: „Dieses Konzert wird uns immer in Erinnerung bleiben“.

CD-Besprechung von Robert Cummings – Classical Net

Bei Classical Net, einem englischsprachigen Klassikportal, ist eine weitere begeisterte Rezension der Prokofjew-CD erschienen, die die Norddeutsche Philharmonie Rostock unter Leitung ihres GMDs Florian Krumpöck mit der koreanischen Cellistin YuJeong Lee im Frühjahr 2011 aufnahm. Sie erhalten diese CD übrigens unter anderem am Stand der Philharmonischen Gesellschaft beim kommenden 6. Philharmonischen Konzert.

Hier die deutsche Übersetzung der Rezension:

„Solo Musica präsentiert die junge, aus Südkorea stammende Cellistin YuJeong Lee als die tragende Künstlerin des Albums, bildet sie auf dem Cover ab und verleiht ihr Vorrang gegenüber allen anderen Musikern, einschließlich dem Komponisten. Für mich aber ist der wahre Star dieser CD der Dirigent Florian Krumpöck. Das soll die herausragende Leistung der Cellistin keinesfalls schmälern. Ich werde mich ihr an späterer Stelle näher widmen. Krumpöck, Jahrgang 1978, ist Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Norddeutschen Philharmonie Rostock und des Volkstheaters Rostock. Zahlreiche bejubelte Aufnahmen von Schubert-, Liszt- und Mozartkompositionen belegen überdies seine Meisterschaft als Pianist. Zweimal hat er zudem im Rahmen von Konzerten den vollständigen Werkzyklus der 32 Klaviersonaten Beethovens aufgeführt. Auf dem vorliegenden Album dirigiert er Prokofievs 1. Suite aus Romeo und Julia mit solcher Einfühlung und Fantasie, dass man sich wünscht, er hätte das vollständige Ballett eingespielt. Ich jedenfalls würde nach dieser Interpretation gern noch viele andere Werke in seiner Interpretation hören. Wenn er nun mit seinem Orchester einen Zyklus von Mahler-Symphonien in Angriff nimmt, hoffe ich, dass zumindest einige davon auf CD erscheinen.

Verdi-Requiem in Nikolaikirche war ein weiterer Höhepunkt der Konzertsaison

Die von der Philharmonischen Gesellschaft Rostock unterstützte Aufführung von Verdis „Messa da Requiem“ am vergangenen Samstag war ein großer Erfolg, das Publikum in der ausverkauften Nikolai-Kirche erlebte ein sehr spannungsreiches Konzert. Ein besonder Dank gilt den Solisten, aber auch den beiden Chören, der Singakademie Rostock und dem Konzertchor der Deutschen Staatsoper Berlin.
Heinz-Jürgen Staszak schreibt in seiner Kritik in der Ostseezeitung:
„Dirigent Florian Krumpöck … gestaltete Verdis gefühlsmächtige Totenmusik nicht nur als ritualisiertes Gedenken, sondern in einem musikdramatischen Spannungsbogen als erschütterndes diesseitiges Seelendrama vom Aufbegehren gegen Schmerz und Leiden, …Grundlage für diese geradezu aufreißende Wirkung war eine vorzügliche musikalische Gesamtleistung: Die Norddeutsche Philharmonie musizierte leidenschaftlich und empfindungsvoll, dennoch genau und durchsichtig.“
In den Norddeutschen Neuesten Nachrichten schreibt Michael Baumgartl:
„Danach konnte Krumpöck … die verhaltene Einleitung zum Requiem ganz aus der Stille heraus entwickeln. Und mit den ersten Textworten des Chores, gedämpft gemurmelt, beschwor er eine enorme musikalische Spannung herauf, die die Zuhörer bannte und im Grunde bis zum Schluss in Atem hielt. Die Tücken der halligen Kirchenakustik nutzte der Dirigent, um daraus unerhörte Kontraste zu formen, wie mit dem eruptiven Tumult und Getöse des „Dies irae“, das unmittelbar auf den stillen Einleitungssatz folgte.“
und kommt zu dem Schluss:
„Florian Krumpöck entging bei aller Härte der Kontraste, die er den Philharmonikern abforderte, mit durchweg fließenden Bewegungen jeder Schroffheit. Er erreichte die Dramatik seiner Interpretation ganz aus den Möglichkeiten des Klanges, den er im tobenden Fortissimo ebenso auslotete wie in leiser Empfindsamkeit. So folgte auf das letzte flehende „Libera me“ erst eine lange Stille, ehe sich die Spannung in dichtem, befreiendem Applaus löste.“

Hier sehen Sie einige Fotos, die bei der Generalprobe für dieses Konzert entstanden sind, diese und weitere Fotos finden Sie auch in unserer Galerie.

„Prokofjew“-CD auf NDR Kultur am Sonntag, 28.10.2012 um 19.15 Uhr

Über die Prokofjew-CD, die die Norddeutsche Phillharmonie Rostock unter Leitung ihres Chefdirigenten Florian Krumpöck gemeinsam mit der jungen koreanischen Cellistin YuJeong Lee eingespielt hat, haben wir ja hier bereits berichtet. Sie wurde inzwischen veröffentlicht und ist im Handel oder online erhältlich.
Am Sonntag, dem 28. Oktober 2012 um 19.15 Uhr wird diese CD nun in der Sendung „CD-Neuheiten“ von Philip Cavert auf NDR Kultur vorgestellt. Im Rahmen dieser Radiosendung hören Sie sowohl Ausschnitte der CD als auch ein Gespräch mit dem Dirigenten Florian Krumpöck.

Mahlers Dritte in der Neubrandenburger Konzertkirche

Im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern war die Norddeutsche Philharmonie erstmals in der Konzertkirche Neubrandenburg zu Gast. Unter Leitung von GMD Florian Krumpöck und in Kooperation mit der Jungen Norddeutschen Philharmonie, dem Berliner Mädchenchor, Mitgliedern des Kinder- und Konzertchores der Staatsoper sowie Damen der Rostocker Singakademie und des Philharmonischen Chores Neubrandenburg und spielte sie die 3. Sinfonie von Gustav Mahler. Solistin war die aus der Steiermark stammende junge Mezzosopranistin Eva Maria Riedl.
Es war ein tolles Gefühl, dieses großartige Werk in einem ihm angemessenen Saal aufzuführen. Auch dem Publikum schienen die fast 110 Minuten dieser Sinfonie keineswegs lang zu werden, der Applaus war dementsprechend lautstark und lang anhaltend. Die Kritik des Nordkuriers können Sie hier lesen.