Beiträge in Kategorie:Spielzeit 2017/2018

Haydns Schöpfung mit allen Kantoreien Rostocks zum Stadtjubiläum in St. Marien

Am kommenden Sonntag, dem 1. Juli 2018, kurz nach dem 800. Stadtgeburtstag am 24. Juni, werden alle Kantoreien Rostocks, begleitet von der Norddeutschen Philharmonie Rostock, unter Leitung von Prof. Markus J. Langer in der St.-Marien-Kirche das Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn aufführen. Mit etwa 450 Ausführenden wird dieses Konzert in ähnlichen Dimensionen durchgeführt, wie es bei den großen Musikfestspielen der Romantik üblich war.
Dieser ganz besondere Veranstaltungshöhepunkt zum 800. Stadtgeburtstag Rostocks wird gestaltet von den Solistinnen und Solisten Emma Moore (Sopran), Jörg Dürmüller (Tenor), Daniel Ochoa (Bass) und Akane Müller-Matsui (Mezzosopran) sowie von der St.-Marien-Kantorei, der Kantorei Warnemünde, der Kantorei Luther-St. Andreas, von Kantoreien aus Bad Doberan, Satow und Lichtenhagen Dorf, vom Ökumenischen Chor „Cantate Domino“, vom Opernchor des Volkstheaters, dem Jacobichor Figuralchor St. Johannis und dem Rostocker Motettenchor.

Das Konzert findet am 1. Juli um 19:30 Uhr in der Marienkirche statt, Karten erhalten Sie im Schuhhaus Höppner, Kröpeliner Straße 48/49, 18055 Rostock (Tel. 0381 2036666) und im Piano Centrum Rostock, Lange Straße 13, 18055 Rostock (Tel. 0381 4909815) bzw. direkt an der Abendkasse.

Foto: Peter Dynow

Finale mit Nicholas Milton in Halle 207

Die wohl populärsten Werke von Edvard Grieg und Jean Sibelius im 10. Philharmonischen Konzert

Mit einem grandiosen musikalischen Finale werden die Philharmonischen Konzerte der Saison 2017/18 am kommenden Sonntag, Montag und Dienstag enden. Voller Dramatik, Pathos und nordischen Klängen. Es werden meisterliche Werke zweier bedeutender skandinavischer Komponisten dargeboten. Von Edvard Grieg (1843-1907), geboren im norwegischen Bergen, erklingt Peer Gynt, Musik zu Ibsens Drama (1874). In der zweiten Hälfte des Abends wird die wohl populärste Sinfonie des Finnen Jean Sibelius (1865-1957) gespielt, die Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43.
Das 10. Philharmonische Konzert wird in der Halle 207 auf dem ehemaligen Gelände der Neptunwerft stattfinden, die besonderen Charme besitzt und als beste Konzerthalle der Stadt gilt. Die Norddeutsche Philharmonie Rostock musiziert unter der Leitung des australischen Dirigenten Nicholas Milton, der als Erster Gastdirigent dem Rostocker Orchester verbunden ist. Milton, bislang Generalmusikdirektor des Saarländischen Staatsorchesters wechselt im August nach Göttingen und wird neuer Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Göttinger Symphonie Orchesters. Er wird auch weiterhin in Rostock gastieren.
Das musikalische Werk Peer Gynt hat den norwegischen Komponisten Grieg sehr bekannt gemacht. Grieg hatte auf Bitten von Ibsen die Dichtung zu einem Bühnenstück mit Musik umgearbeitet. Was vom Dichter zunächst als Lesedrama gedacht war und auf Feenmärchen basierte, feierte beim Publikum große Erfolge. Edvard Grieg begann im Sommer 1874 in Bergen mit der Komposition, die er ein Jahr später im dänischen Fredensborg fertigstellte. Neben den orchestralen Teilen, die Grieg später zu zwei Suiten zusammenfasste, gehören auch gesungene Teile zur eindrucksvollen Bühnenmusik, die beim Konzert in einer speziellen Fassung mit gesprochenen Texten zur Aufführung gelangen. In Rostock wird die junge Sopranistin Katharina Kühn die Zuhörer begeistern. Die Hannoveranerin gehört seit 2016 als festes Ensemblemitglied zum Volkstheater. Zu hören sind der Opernchor des Volkstheaters und die Singakademie Rostock e.V.. Als Sprecher fungieren die Schauspieler Sonja Hilberger und Frank Buchwald.
Nach der Pause erklingt die 2. Sinfonie von Sibelius, die dieser 1902 beendete, und die für viele Finnen als „Sinfonie der Unabhängigkeit“ gilt. Das populäre Werk verdeutlicht für sie den Kampf des Landes für seine Unabhängigkeit von Russland. Bekanntlich geriet Finnland nach der schwedischen Besetzung im 18. Jahrhundert immer stärker in den Einflussbereich des russischen Kaiserreiches und konnte erst 1917 seine Unabhängigkeit erklären. Die patriotischen Ambitionen des Komponisten sind allerdings nicht belegt. Nur seine vielfältigen musikalischen Anlehnungen an die Volksmusik und Volkspoesie lassen das erahnen.

Termine: 10. Philharmonisches Konzert in der Halle 207 am Sonntag, den 10. Juni 2018 um 18:00 Uhr, sowie am 11. und 12. Juni 2018 jeweils um 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Foto: Martin Goffing

9. Philharmonisches Konzert unter Leitung von Anna Skryleva

Die talentierte junge Pianistin Anastasia Zorina spielt das 2. Klavierkonzert von Chopin

Für das Maikonzert der Norddeutschen Philharmonie wurden Werke ausgewählt, die mit Leichtigkeit, Volkstümlichkeit und einem Schuss Romantik bis heute Musikfreunde in aller Welt begeistern. Das Rostocker Orchester spielt unter der Leitung der russischen Dirigentin Anna Skryleva Meisterliches der französischen und polnischen Komponisten Charles Gounod, Frédéric Chopin und Witold Lutoslawski. Die international gefragte Dirigentin lebt und arbeitet seit ihrem Studium im Jahr 1999 in Deutschland und wurde bekannt durch ihr Wirken an der Staatsoper Hamburg, dem Landestheater Schleswig-Holstein und dem Staatstheater Darmstadt. In den letztgenannten Häusern war sie als stellv. Generalmusikdirektorin und 1. Kapellmeisterin tätig. Derzeit agiert sie als Leiterin der Hamburger Klassik-Philharmonie.
Zum Auftakt der drei Konzertabende wird die 1. Sinfonie D-Dur von Charles Gounod (1818-1893) dargeboten, die in Themenverarbeitung, Instrumentation und lockerem Tonfall an eine Haydn-Sinfonie und das klassische Wiener Vorbild erinnert. Das Werk wurde 1855 überaus positiv aufgenommen, so dass sich der Komponist sogleich an eine zweite Sinfonie machte. Im Jahr 2018 feiert die Musikwelt nun den 200. Geburtstag des französischen Komponisten, zu dessen bekanntesten Werken das „Ave Maria“ auf eine Vorlage von Bach, die „Cäcilienmesse“ und seine Oper „Faust“ zählen. Die Oper, 1859 uraufgeführt, gilt als das Meisterwerk des Komponisten. In Deutschland wird „Faust“ gern unter dem Titel „Margarethe“ gespielt, um den Unterschied zu Goethes „Faust“ zu unterstreichen. Charles Gounod wurde einer der angesehensten Vertreter der französischen Opéra lyrique und schrieb insgesamt zwölf Opern.
Mit dem Klavierkonzert Nr. 2 von Frédéric Chopin (1810-1849), das dieser im Alter von erst 19 Jahren schrieb, wird das musikalische Programm fortgesetzt. Das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 F-Moll Op. 21 entstand zwischen 1829 und 1830. Chopin komponierte es unter dem Eindruck seiner ersten großen Liebe. Die Musik offenbart tiefe Gefühle und wundervolle Poesie. Solistin des virtuosen Klavierwerks ist die junge Pianistin Anastasia Zorina. Sie wurde 1989 in Jekaterinenburg (Russland) geboren und nahm mit fünf Jahren bereits Klavierunterricht. Ihre Begabung wurde frühzeitig entdeckt und gefördert. Seit 2004 studierte sie in München und später in Graz und gewann zahlreiche internationale Wettbewerbe. Anastasia Zorina konzertierte bereits deutschlandweit, sowie auch in den Niederlanden und der Schweiz und spielte im Rahmen mehrerer bedeutender Festivals, u.a. beim Bodenseefestival und den Musikfestspielen Saar.
Im zweiten Teil des 9. Philharmonischen Konzertes erklingt das „Konzert für Orchester“ des polnischen Komponisten Witold Lutoslawski (1913-1994). Durch den Zweiten Weltkrieg waren viele seiner musikalischen Pläne gescheitert. Nach Flucht aus deutscher Kriegsgefangenschaft schlug er sich in Warschau als Pianist durch. Nach dem Krieg entstand seine erste Sinfonie, die jedoch als formalistisch bezeichnet und verboten wurde. Lutoslawski schrieb deshalb viele Werke für Rundfunk, Film, Theater und zahlreiche Lieder für Kinder. Die Uraufführung für sein Konzert für Orchester (1954) fiel dann schon in die Zeit des kulturpolitischen Tauwetters nach dem Tod von Stalin. Das Werk enthält Motive aus der masurischen Volksmusik, die er kreativ verarbeitet.

Wie zu allen Philharmonischen Konzerten wird den Besuchern 30 Minuten vor Beginn eine Konzerteinführung geboten, die Wissenswertes und Interessantes über die Komponisten sowie die Entstehung und Rezeption des Werkes vermittelt.

Termine: 9. Philharmonisches Konzert im Großen Haus des Volkstheaters Rostock am 6. Mai um 18:00 Uhr und am 7. und 8. Mai jeweils um 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Peter Dynow

Klassik-Stars in Rostock: Klarinettistin Sharon Kam und Gastdirigent Christof Prick

8. Philharmonisches Konzert mit Werken der norddeutschen Komponisten Johannes Brahms und Carl Maria von Weber

Weltstars im Großen Haus des Rostocker Volkstheaters. Das 8. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie macht es möglich. Mit der israelischen Klarinettistin Sharon Kam und dem in Hamburg geborenen Dirigenten Christof Prick werden zwei gefeierte Klassik-Stars in Rostock ihr Debüt geben.
Sharon Kam gehört seit über 20 Jahren zu den weltweit führenden Klarinettistinnen und arbeitet mit den bedeutendsten Orchestern in den USA, Europa und Japan. Sie wurde bereits zweimal mit dem ECHO Klassik als „Instrumentalistin des Jahres“ ausgezeichnet: 1998 für ihre Aufnahme von Carl Maria von Weber mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Kurt Masur und im Jahr 2006 für ihre CD mit dem MDR Sinfonieorchester und Werken von Spohr, Weber, Rossini und Mendelssohn. Die Aufnahme „American Classics“ mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung ihres Ehemannes Gregor Bühl wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Sharon Kam lebt heute mit ihrem Mann und drei Kindern in Hannover.
Sharon Kam wird in der Hansestadt von Carl Maria von Weber (1786-1826) das Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 1 f-Moll op. 73 spielen, das Weber 1811 für Joseph Heinrich Bärmann, den führenden Klarinettisten seiner Zeit schrieb. Ein Werk, das einen großen Gefühlsbogen von Melancholie bis zu Humor und Lebensfreude spannt. Sharon Kam sagte im Interview für die Rostocker Theaterzeitung, dass sie sich freue, mit dem erfahrenen Dirigenten Christof Prick das theatralische Stück neu zu interpretieren.
Christof Prick ist regelmäßiger Gastdirigent an der Wiener Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin und an der Sächsischen Staatsoper Dresden. Er leitete im Laufe seiner Karriere als Generalmusikdirektor Klangkörper in Saarbrücken, Karlsruhe, Hannover und Nürnberg. Von 2001 bis 2012 war er als ordentlicher Professor für das Hauptfach Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg tätig. Christof Prick stand oft am Pult der Metropolitan Opera in New York und wird nun erstmals mit der Norddeutschen Philharmonie die Rostocker Konzertfreunde erfreuen.
Prick hat neben den in Eutin geborenen Carl Maria von Weber einen zweiten norddeutschen Komponisten in Rostock auf das Programm gesetzt: den Hamburger Johannes Brahms (1833-1897). Brahms zählt zu den bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte und auch zu den meistgespielten. Zu hören sind zu Beginn des Abends die Variationen über ein Thema von Haydn op. 56a. Allerdings ist das mehrsätzige Instrumentalstück, das Brahms kunstvoll zur Variation nutzte, fälschlicherweise dem Komponisten Joseph Haydn zugeschrieben worden. Die Uraufführung der Brahmschen Variationen für Orchester fand am 2. November 1873 in Wien unter seiner Leitung statt.
Nach der Pause spielt die Norddeutsche Philharmonie dann die 3. Sinfonie F-Dur op. 90 von Johannes Brahms. Er komponierte sie 1883 in seinem 50. Lebensjahr. Clara Schumann äußerte sich über diese Sinfonie in einem Brief an Brahms überschwänglich: „Welch ein Werk, welche Poesie, die harmonischste Stimmung durch das Ganze, alle Sätze wie aus einem Gusse, ein Herzschlag, jeder Satz ein Juwel! – Wie ist man von Anfang bis zu Ende umfangen von dem geheimnisvollen Zauber des Waldlebens! Ich könnte nicht sagen, welcher Satz mir der liebste?“
Eine halbe Stunde vor Beginn der Philharmonischen Konzerte gibt es die Möglichkeit, eine Konzerteinführung zu erleben. Im Intendanzfoyer des Großen Hauses wird viel Wissenswertes über die Werke und die Komponisten vermittelt.

Termine: 8. Philharmonisches Konzert im Großen Haus des Volkstheaters Rostock am 8. April um 18:00 Uhr , am 9. und 10. April um 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Foto: Peter Dynow

Dirigent Ariel Zuckermann und Cellist Alban Gerhardt sind gemeinsam im 7. Philharmonischen Konzert zu erleben

Das 7. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie Rostock verspricht Hörgenuss der Extraklasse. Der deutsche Cellist Alban Gerhardt, der für Einspielungen seiner Cellokonzerte schon zweimal den ECHO-Musikpreis erhielt, wird im Großen Haus zu Gast sein. Der Berliner Musiker wird das berühmte Cellokonzert von Edward Elgar interpretieren, das melancholisch und kraftvoll zugleich ist.
Den britischen Komponisten Edward Elgar (1857-1934) kennen weltweit viele Menschen durch sein Werk „Pomp & Circumstance March No.1“. Darin enthalten die Hymne „Land of Hope and Glory“, jährlich ein Höhepunkt der Last Night oft he Proms. Der Brite hinterließ der Musikwelt auch zwei Solokonzerte, eines für Violine und eines für Cello. Das 1919 uraufgeführte Cellokonzert e-Moll op. 85 entstammt seiner letzten Schaffensperiode. Elgar beendete seine Partitur mit den Worten: „Finis. R.I.P.“ Es wurde sein letztes großes, vollendetes Werk. Nach der Uraufführung in der Londoner Queen’s Hall schrieb der Kritiker des Observer: „Das Werk ist wunderbar… von der bedeutungsschweren Einfachheit, die Elgars Musik der letzten Jahre kennzeichnet… von einer tiefen Weisheit und Schönheit, die seiner Einfachheit zugrunde liegt.“
Vor dem ausdrucksstarken Cellokonzert des Briten Edward Elgar werden in Rostock von der Norddeutschen Philharmonie die Orchesterskizzen „Stille und Umkehr“ des deutschen Komponisten Bernd Alois Zimmermann (1918-1970) dargeboten. Zimmermann gehörte zu den Komponisten der musikalischen Avantgarde, der in Auseinandersetzung mit der Neuen Musik zu einem eigenen Stil fand.
Am Pult der Norddeutschen Philharmonie Rostock steht an den drei Abenden des 7. Philharmonischen Konzertes der israelische Dirigent Ariel Zuckermann, seit 2015 Leiter und Dirigent des Israel Chamber Orchestra. Ariel Zuckermann hat sich zunächst als Flötist einen Namen erworben, errang Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben, seit 2002 ist er Solist des renommierten Ensembles „The World Quintet“. Als Dirigent gründete er das Hermes-Orchester München, das vorwiegend aus führenden Mitgliedern verschiedener deutscher Orchester besteht.
Im zweiten Teil des Abends erklingt von Antonin Leopold Dvorák (1841-1904) die Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70. Sie gehört zu den großen drei Sinfonien (Nr.7, 8, 9) des tschechischen Komponisten, die er im Zenit seines Schaffens geschrieben hat. In diese Zeit fällt auch die Ernennung Dvoráks als Ehrenmitglied der Londoner Philharmonie-Gesellschaft, verbunden mit dem Auftrag, eine neue Sinfonie zu schreiben. Als Dirigent führte er seine 7. Sinfonie in der St. James Hall in London auf und feierte mit ihr einen der größten Erfolge.

Konzertbesucher, die mehr über die Werke und Komponisten des März-Konzertes erfahren möchten, können an einer etwa 15-minütigen Einführung teilnehmen, die eine halbe Stunde vor Konzertbeginn im Intendanzfoyer geboten wird.

Termine: 7. Philharmonisches Konzert im Großen Haus des Volkstheaters Rostock am 11. März um 18:00 Uhr , am 12. und 13. März um 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Peter Dynow