Beiträge in Kategorie:Spielzeit 2018/2019

Atemberaubende Pianistin: Olga Scheps

2. Philharmonisches Konzert mit Werken von Tschaikowsky und Prokofjew

Beim 2. Philharmonischen Konzert der Saison setzt Marcus Bosch mit der Norddeutschen Philharmonie seine Russlandreise fort. Gespielt wird zu Beginn eines der populärsten Klavierkonzerte, das 1. Klavierkonzert op.23 in b-Moll von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893). Der russische Komponist Tschaikowsky gilt als einer der größten Komponisten des 19. Jahrhunderts und der Romantik. Das 1. Klavierkonzert, das Violinkonzert, seine drei letzten Sinfonien und die Oper „Eugen Onegin“ gehören zu den bekanntesten Kompositionen. Mit „Schwanensee“, „Dornröschen“ und dem „Nussknacker“ schuf er zudem drei der berühmtesten Ballettwerke der Musikgeschichte.
Das 1. Klavierkonzert entstand 1874 und geht thematisch auf ein ukrainisches Volkslied zurück. Das Werk wurde 1875 in Boston mit Hans von Bülow am Klavier uraufgeführt. Ihm war das Konzert auch gewidmet. In Rostock wird die international hochangesehene Pianistin Olga Scheps (32) zu erleben sein. Geboren in Moskau kam sie als Kind mit den Eltern nach Deutschland und lebt heute in ihrer Wahlheimat Köln. Die Echo-Preisträgerin konzertiert mit den weltweit führenden Orchestern und Dirigenten. Ihre Technik ist atemberaubend, die Kritiken sind überschwänglich. Olga Scheps gehört zum erlesenen Kreis der „Steinway-Artists“.
Nach der Pause wird die Sinfonie Nr. 2 D-Moll op. 40 von Sergej Prokofjew (1891-1953) zu hören sein, die dieser im Jahr 1925 in Paris zur Uraufführung brachte. Den Konzertbesuchern war sie zu jener Zeit zu wild und zu modern. Die Sinfonie stellt einen Höhepunkt im expressionistischen Schaffen von Prokofjew dar und ist spieltechnisch eine Herausforderung. Prokofjew hat sich mit dieser Sinfonie bis an sein Lebensende beschäftigt, er hat sie 1953 noch einmal grundlegend überarbeiten wollen. Doch der Tod kam ihm zuvor.

Eine Konzerteinführung mit viel Wissenswertem zu den Werken wird jeweils eine halbe Stunde vor Konzertbeginn im Ateliertheater gegeben. Am Dienstag findet nach dem Konzert die Philharmonische Lounge statt. Die Konzertgäste haben die Gelegenheit, mit den Musikern ins Gespräch zu kommen.

Termine: Großes Haus am 14.Oktober um 18.00 Uhr und am 15. und 16. Oktober um 19.30 Uhr, am Dienstag anschließend Philharmonische Lounge.

Text: Anette Pröber
Fotos: Uwe Arens, Ulf Krentz

Musik am Herd – Der Sonntagstalk in der Kunsthalle mit Marcus Bosch

Wir möchten Ihnen heute eine besondere Veranstaltung ans Herz legen, die am kommenden Sonntag, 16. September 2018 um 11 Uhr in der Kunsthalle Rostock erstmals stattfindet, Rostocks neuer Conductor in Residence Marcus Bosch legt an diesem Sonntagvormittag den Dirigentenstab beiseite und schwingt in der Kunsthalle den Kochlöffel. Assistiert von der französischen Starcellistin Camille Thomas, die am Abend dann im Philharmonischen Konzert brilliert, werden am Vormittag zwei kulinarische Gänge kreiert und dem Publikum serviert. Aber auch musikalische Genüsse sind mit Camille Thomas, am Flügel begleitet von Marcus Bosch, zu erleben, während das Menü in Topf und Pfanne schmort.

Für diesen einzigartigen musikalischen und kulinarischen Vormittag nimmt die Kunsthalle Ihre Anmeldung bis zum Freitag, 14. September 2018 entweder per E-Mail (veranstaltungen.kunsthalle@rostock.de) oder telefonisch unter der Rufnummer 0381-381 70 08 entgegen. Ein Unkostenbeitrag von 15 Euro pro Person (inkl. Menü ohne Getränke) wird erhoben.

(Foto: Thomas Häntzschel / VTR)

Marcus Bosch startet Konzertreihe der Norddeutschen Philharmonie in Halle 207

Gäste des Eröffnungskonzertes am Sonntag treffen anschließend Dirigent und Musiker

Als Conductor in Residence übernimmt Marcus Bosch in der neuen Saison 2018/19 die künstlerische Verantwortung bei der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Bosch ist ein international renommierter Dirigent, der als Wunschkandidat des Orchesters für diese Tätigkeit an die Küste kommt. Er hat seinen Job als langjähriger Generalmusikdirektor des Nürnberger Staatstheaters beendet. Neben dem Engagement in der Hansestadt wirkt er als Erster Gastdirigent der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, als Heidenheims Opernfestspieldirektor und als Professor für Dirigieren an der Musikhochschule München. In Rostock steht Bosch auch dem Volkstheater zur Verfügung. Es sind für die nächsten drei Jahre je acht Konzertprojekte unter seiner Leitung geplant. Bosch sagte gegenüber der einheimischen Presse: „Ich freue mich sehr auf das Orchester am Meer.“
Nach dem Eröffnungskonzert am Sonntag sind alle Gäste herzlich zur „Philharmonischen Lounge“ eingeladen und können mit Marcus Bosch und den Musikern der Norddeutschen Philharmonie plaudern. Gesprächsstoff bieten die fulminanten Sinfonien, die auf dem Programm stehen.
Anders als ursprünglich angekündigt hören wir zum Auftakt des 1. Philharmonischen Konzerts der neuen Spielzeit das Konzert für Violoncello und Orchester d-moll von Edouard Lalo (1823-1892), dieses Stück schrieb der französische Komponist im Jahre 1876 in Zusammenarbeit mit dem belgischen Cellisten Adolphe Fischer, der das Werk auch im darauffolgenden Jahr zur Uraufführung brachte. Danach erklingt ein Werk des großen russischen Komponisten Sergej Prokofjew (1891-1953): das Adagio aus dem Ballett „Cinderella“ in einer Bearbeitung für Violoncello und Orchester von Wolfgang Emanuel Schmidt. Den Solopart beider Stücke wird die franco-belgische Cellistin Camille Thomas bestreiten. Sie wurde im vergangenen Herbst mit dem ECHO gekürt. Die Künstlerin begeistert mit ihrem natürlichen Charme und großer musikalischer Ausdrucksstärke.
Nach der Pause spielt die Norddeutsche Philharmonie die 1. Sinfonie von Gustav Mahler (1860-1911). Diese war zunächst als Sinfonische Dichtung unter der Leitung des 29-jährigen Komponisten am 20. November 1889 in Budapest aufgeführt worden. Die Uraufführung als reine Sinfonie fand am 16. März 1896 in Berlin statt. Beide Aufführungen stießen zu ihrer Zeit auf ein sehr geteiltes Echo. Aus heutiger Sicht ist die Aufregung über die fremdartig klingende neue Sinfonie kaum nachvollziehbar. Die Sinfonie gehört zu seinen klassisch-romantischsten Werken und steht in der Traditionslinie von Beethoven, Brahms und Bruckner. Das Erstlingswerk Mahlers wird heute gern und häufig gespielt.

Die Termine für das 1. Philharmonische Konzert in der Halle 207: 16. September um 18:00 Uhr sowie 17. und 18. September jeweils um 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen, an der Abendkasse vor Ort sowie online.

2. Philharmonisches Konzert mit dem preisgekrönten jungen Pianisten William Youn

Romantische Utopien von Robert Schumann (1810-1856) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) stehen im Mittelpunkt des 2. Philharmonischen Konzertes der Norddeutschen Philharmonie. Beide Komponisten haben in Leipzig gewirkt und waren sich freundschaftlich verbunden. Mendelssohn, in Hamburg geboren, war 1835 dem Ruf nach Sachsen für das Amt des Gewandhauskapellmeisters gefolgt. Nach Mendelssohn frühem Tod übernahm der Däne Niels Wilhelm Gade (1817-1890), Schüler von Mendelssohn, diese Position in der Messe- und Kulturstadt. Die drei berühmten „Leipziger“ Mendelssohn, Schumann und Gade liefern den musikalischen Genuss für die Konzertabende Mitte Oktober.
Geleitet wird die Norddeutsche Philharmonie von Roland Kluttig, seit 2010 Generalmusikdirektor am Landestheater in Coburg. Roland Kluttig, 1968 als Sohn des Dirigenten Christian Kluttig in Radeberg geboren, hat als Gastdirigent bereits viele namhafte Orchester geführt. Auf sein Debüt in Rostock freue er sich besonders, sagte er im Vorfeld der OZ-Theaterzeitung. Er wisse, „dass das Orchester sehr ambitioniert ist, und einen hohen Leistungsstand besitzt.“
Internationales Flair bringt der 35-jährige koreanische Pianist William Youn nach Rostock. William Youn, der seine Wahlheimat in München gefunden hat, ist mehrfacher Preisträger internationaler Wettbewerbe. Er konzertiert von Berlin über Seoul bis New York mit Orchestern wie dem Cleveland Orchestra, den Münchner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Mariinsky Theatre oder dem Seoul Philharmonic Orchestra.
Im Großen Haus Rostock spielt William Youn Mendelssohns „Capriccio brillant“ und sein 2. Klavierkonzert. Das Klavierkonzert op. 40 hatte Mendelssohn Bartholdy unmittelbar nach seiner Hochzeitsreise mit seiner Frau Cecile im Sommer 1837 geschrieben. Der Komponist, der zugleich ein grandioser Pianist war, bezeichnete den Schluss als „Klavierfeuerwerk“.
Eröffnet werden die Konzertabende mit der Ouvertüre „Nachklänge von Ossian“, von Niels W. Gade, dessen 200. Geburtstagsjubiläum in diesem Jahr gefeiert wird. Gades Stil war zu Beginn seiner Komponistenlaufbahn national geprägt, er ließ vielfach nordisch-volksliedhafte Melodik einfließen. In der Ossian-Ouvertüre ist dies deutlich hörbar. Das Stück machte Gade zu Beginn seiner Karriere schlagartig bekannt, denn er gewann mit der Ouvertüre einen Kompositionswettbewerb des Kopenhagener Musikvereins. In den Leipziger Jahren (1843 bis 1848) veränderte sich sein Stil, von Mendelssohn und Schumann geprägt.
Nach der Pause erklingt Robert Schumanns Sinfonie Nr. 2, die Einflüsse von Johann Sebastian Bach, eines weiteren Leipzigers, erkennen lässt. Die Sinfonie in C-Dur entstand im Winter 1845/46. In dieser Zeit erreichte Schumanns Gesundheit einen ersten Tiefpunkt. Er litt unter Schlaflosigkeit und Depressionen. Die Arbeit an der Sinfonie bezeichnete Schumann als „Widerstand des Geistes, durch den ich meinen Zustand zu bekämpfen suchte“. Am 5. November 1846 wurde das viersätzige Werk unter Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt.

Vor den drei Philharmonischen Konzerten gibt es jeweils eine kurze Konzerteinführung. Dazu bitte 30 Minuten vor Beginn im Intendanzfoyer einfinden.
Termine: Großes Haus Rostock: 15. Oktober Beginn 18.00 Uhr sowie am 16. und 17. Oktober um jeweils 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Sebastian Klein, Irène Zandel, Peter Dynow

Die Norddeutsche Philharmonie feiert ihr 120. Gründungsjubiläum – Manuela Uhl und Michael Boder zu Gast in Halle 207

Die Norddeutsche Philharmonie begleitete nach der Spielzeitpause bereits den Sommercampus an der HMT Rostock mit mehreren Konzerten und vielen Probemöglichkeiten für die Teilnehmer, außerdem konzertierte sie im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am vergangenen Wochenende mit dem hervorragenden Percussionisten Alexej Gerassimez in Ulrichshusen.
Spätestens am kommenden Sonntag beginnt nun jedoch endgültig die neue Konzertsaison 2017/18 mit dem 1. Philharmonischen Konzert.
Es ist zugleich, wenige Tage vor dem 120. Gründungsjubiläum des Orchesters am 22. September, das Geburtstagskonzert. Gefeiert wird mit Opernstars. Zu Gast ist Sopranistin Manuela Uhl, international eine der gefragtesten Interpretinnen der Werke von Richard Strauss und Richard Wagner. Ihre Konzerte führen sie nach Tokyo, Los Angeles, Caracas, Mailand, Rom und nun nach Rostock. Sie wird in der Hansestadt Werke von Strauss und Mahler singen. Der Dirigent des Konzertes Michael Boder, an der Warnow öfter zu Gast, leitete Opernhäuser in Basel, Barcelona und Kopenhagen. In Rostock kreuzen sich die Wege beider Künstler indes zum ersten Mal.
Das Jubiläumskonzert gibt die Norddeutsche Philharmonie in der Halle 207, dem klangvollsten Musikort der Hansestadt. Auf dem Programm stehen zu Beginn des Abends die „Vier letzten Lieder“ von Richard Strauss (1864 – 1949), die nach Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff entstanden. Strauss schrieb sie 1948 in der Schweiz, wohin Strauss mit seiner Frau nach Kriegsende vorübergehend gezogen war. Den Titel des Werkes, aber auch die Reihenfolge der Stücke, wählte der Freund und Verlagsleiter von Strauss. Die Uraufführung fand erst nach dem Tod des großen deutschen Komponisten am 22. Mai 1950 in London statt. Die Musik kündet von der Auseinandersetzung mit Abschied und Tod. Diese Themen greift Strauss vor dem Hintergrund des Kriegsendes und in Erwartung des eigenen, baldigen Todes auf. „Wir sind durch Not und Freude gegangen Hand in Hand; vom Wandern ruhen wir beide nun überm stillen Land. …. O weiter, stiller Friede! So tief im Abendrot. Wie sind wir wandermüde – Ist dies etwa der Tod?“ So heißt es bei Eichendorff. Das musikalische Werk besticht in seiner Einfachheit und Schönheit und ist eines der bekanntesten Liedkompositionen. Richard Strauss wurde über seine Opern und sein Liedschaffen berühmt. Insgesamt hat er über 250 musikalische Werke geschrieben, 61 Orchesterwerke, 45 kammermusikalische Kompositionen, 75 Lieder, 33 Orchesterlieder, 19 Chorwerke und 21 Bühnenwerke.
Nach der Pause spielt das Orchester die 4. Sinfonie in G-Dur des österreichischen Komponisten Gustav Mahler (1860 – 1911). Sie entstand in der Hauptsache in den Sommermonaten der Jahre 1899 und 1900. Das Finale war bereits acht Jahre zuvor bei der Arbeit an der 2. Sinfonie fertiggestellt worden. Dafür hatte Mahler das Lied „Das himmlische Leben“ aus den von ihm vertonten Liedern „Des Knaben Wunderhorn“ verwandt. Die Uraufführung der Sinfonie fand mit dem Kaim-Orchester unter Leitung von Gustav Mahler am 25. November 1901 in München statt. Doch das Publikum zeigte sich enttäuscht, vermisste romantischen Pathos. Nur wenige Kritiker erkannten, wie sehr Mahler seiner Zeit voraus war. Heute zählt die 4. Sinfonie zu den beliebtesten Werken des Komponisten und wird häufig aufgeführt.

Termine des 1. Philharmonischen Konzerts: 17. September 18.00 Uhr; 18. und 19. September 19.30 Uhr, Halle 207, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Peter Dynow, Manuela Uhl