9. Philharmonisches Konzert mit dem Klavierduo Christina und Michelle Naughton

Am kommenden Wochenende steht uns mit dem 9. Philharmonischen Konzert bereits das vorletzte Philharmonische Konzert der laufenden Spielzeit bevor. Am 24. und 26. Mai 2014 um 19:30 Uhr und am 25. Mai 2014 um 18:00 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock hören wir die Norddeutsche Philharmonie Rostock unter Leitung ihres Generalmusikdirektors Florian Krumpöck, am Flügel erleben wir das Klavierduo Christina und Michelle Naughton. Zur Aufführung kommen Carl Maria von Webers Ouvertüre zur Oper „Der Freischütz“, das Konzert C-Dur für Klavier zu vier Händen, op. 153 von Carl Czerny und Robert Schumanns 1. Sinfonie B-Dur op. 38 „Frühlingssinfonie“.
Karten erhalten Sie wie immer an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.


Der Solocellist der Norddeutschen Philharmonie, Norbert Wölz, war so freundlich, uns folgende einführende Zeilen zu diesem Konzert zur Verfügung zu stellen:

In der Ouvertüre zur Oper „Der Freischütz“ hat Weber wie in einer Nussschale die Idee des ganzen Werkes zusammengefasst. Bereits die ersten Takte entführen den Hörer in die geisterhafte und heimelige Waldwelt des Dramas.
Die Mittel, die Weber dabei verwendet sind wegweisend und beispielgebend für die bedeutendsten Opern in der Folgezeit: insbesondere für Richard Wagners Vorspiele zu seinen Bühnenwerken. Laut Wagner besteht die höchste Aufgabe der Ouvertüre darin, „daß mit den eigentlichen Mitteln der selbständigen Musik die charakteristische Idee des Dramas wiedergegeben und zu einem Abschluß geführt würde, welche Lösung der Aufgabe des szenischen Spieles vorahnungsvoll entspräche.“
Des Weiteren weist Weber zur Charakterisierung der verschiedenen Sphären und Stimmungen gewissen Instrumenten schon in der Ouvertüre bestimmte „Rollen“ zu, die sie dann im Verlauf der Oper beibehalten. Die Hörner etwa stehen für das Wald- und Jägerleben, die tiefen Lagen der Streicher und vor allem die Klarinette für die “finstern Mächte“. In gewisser Weise hat Weber damit die Grundlagen für die musikdramatische Doppelbödigkeit gelegt, die Wagner mit seiner Leitmotivtechnik zur Vollendung brachte.
Übrigens fand die Uraufführung des Freischütz 1821 im neu eröffneten Berliner Schauspielhaus statt, obwohl Weber zu dieser Zeit Hofkapellmeister in Dresden war, und nicht in Berlin, wo an der Königlichen Oper Gaspare Spontini das musikalische Regime führte und gegen Weber intrigierte!, dessen Anhänger sich aber durchsetzen konnten.

Der vor allem in klavierspielenden Kreisen bekannte Carl Czerny (1791-1857) hat ein sehr umfangreiches Œvre hinterlassen (über 1000 Kompositionen), welches freilich heute eher selten in Konzertprogrammen zu finden ist. Czerny, der vor allem als Klavierpädagoge Ruhm erlangte, erhielt bereits als 9jähriger Unterricht von L. v. Beethoven, mit dem ihn in der Folge ein freundschaftliches Verhältnis verband und dessen nahezu sämtliche Klavierwerke er erarbeitete und zum großen Teil auch öffentlich spielte (u.a. 1812 die erste Wiener Aufführung von Beethovens 5. Klavierkonzert). Von seinen zahlreichen Schülern sei besonders auf Franz Liszt hingewiesen, der ihm später seine 12 Etudes d’exécution transcendante widmete.
Welcher Klavierschüler erinnert sich nicht zuweilen auch mit Schrecken an die eine oder andere seiner zahlreichen Etüden, deren einige Sammlungen (etwa die „Schule der Geläufigkeit“ und die „Kunst der Fingerfertigkeit“) noch heute im Unterricht Verwendung finden.
Das im Programm zu hörende selten gespielte Konzert C-Dur für Klavier zu vier Händen, op. 153 entstand 1831 in Leipzig und ist stilistisch an die Wiener Klassik angelehnt, jedoch sind darin auch schon romantische Einflüsse zu vernehmen. Damit fügt es sich wunderbar, auch entstehungszeitlich in das restliche Programm des Abends.

Mit Schumanns 1. Sinfonie B-Dur op. 38, der sogenannten „Frühlingssinfonie“ soll ganz bewusst der aktuellen Jahreszeit musikalisch entsprochen werden. Der Komponist selbst äußert sich dazu folgendermaßen: „Ich schrieb die Symphonie zu Ende des Winters 1841, wenn ich es sagen darf, in jenem Frühlingsdrang, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinreißt und in jedem Jahr von neuem überfällt. Schildern, malen wollte ich nicht: daß aber eben die Zeit, in der die Symphonie entstand, auf ihre Gestaltung, und daß sie gerade so geworden, wie sie ist, eingewirkt hat, glaube ich wohl.“
Schumann hatte den vier Sätzen zunächst Überschriften gegeben: „Frühlingsbeginn“, „Abend“, „Frohe Gespielen“ und „Voller Frühling“, diese dann aber wieder zurückgezogen.
Dem Sog des ersten Satzes, von der Fanfare des Beginns bis zur Steigerung hin zum Hauptthema mit seinem rhythmischen Impetus und der jubelnden Melodik kann man sich kaum entziehen. In der Coda überrascht ein neues retardierendes gesangliches Moment.
Die große romantische Melodie des zweiten Satzes wird gleich dreimal in wechselnder Instrumentierung (Violinen, Celli und Oboe) ausgebreitet und bleibt dominant auch gegenüber konflikthaften Andeutungen.
Das sich anschließende Scherzo (mit zwei Trios) lässt Erregung und Bewegung, die unerschöpfliche Vielfalt frühlingshaften Erlebens spüren.
Mit dem Finalsatz schlägt Schumann den Bogen zum ersten Satz und macht damit die Einheit der poetischen Konzeption deutlich. Ein Hornsolo und eine Flötenkadenz leiten zur Reprise und eine vorwärtsdrängende Coda beschließt dieses herrliche Werk, welches Ende März 1841 im Leipziger Gewandhaus unter Felix Mendelssohn Bartholdy seine Uraufführung erlebte.

Nach dem „harten Brocken“ der Schostakowitsch-Symphonie im April wünschen wir unserem Publikum mit diesem Konzert einen „frühlingshaften“ Hörgenuss – und bleiben Sie uns treu!

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