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6. Philharmonisches Konzert – Beethoven-Programm mit Florian Krumpöck und Pauline Reguig

Das 6. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie Rostock unter der Leitung ihres GMD Florian Krumpöck steht ganz im Zeichen Ludwig van Beethovens.
Das Programm lässt sich als ein musikalischer Vorbote des Frühlings verstehen, sind doch die darin gespielten Werke allesamt Ergebnisse eines wahren Schaffensrausches, da der Meister in dieser Zeit, verliebt in Gräfin Josefine Brunsvik, eine Zeit großer Euphorie und heiterer Glücksgefühle erlebte. So charakterisiert ihn der Zeitgenosse Ignaz von Seyfried als “heiter, zu jedem Scherz aufgelegt, frohsinnig, munter, lebenslustig, witzig, nicht selten satirisch“ – all dies Attribute, die nicht unbedingt in die sonstigen Beschreibungen Beethovens Wesens passen.
Das 4. Klavierkonzert in G-Dur Opus 58, 1806 entstanden, wurde – wie auch das fünfte Klavierkonzert – dem Erzherzog Rudolf von Österreich, Beethovens Schüler und Mäzen (er setzte Beethoven eine Leibrente von 1500 Talern aus, um ihn in Wien zu halten) gewidmet, der Komponist spielte es zwei Jahre später noch selbst. Formal betrachtet ist hier die große beethovensche Konzertform voll entwickelt, Beethoven erweitert das bisherige Spektrum des klassischen Solokonzertes um sinfonische Aspekte, Solopart und Orchestertutti stehen nicht mehr blockweise gegenüber, sondern verschränken und beflügeln sich in mitunter zarter Lyrik. Florian Krumpöck wird das Konzert in klassischer Manier vom Flügel aus leiten.
Über die Entstehung der Violinromanze Nr.2 in F-Dur ist wenig bekannt, sie ist allerdings entgegen der Nummerierung älter als ihr Schwesterwerk, die Romanze für Violine Nr.1 in G-Dur. Auch hier bewegt sich Beethoven in empfindsamer Weise in lyrischen Gestaden. Pauline Reguig, Konzertmeisterin der Staatskapelle Weimar, wird bei diesem Stück als Solistin und Konzertmeisterin in Erscheinung treten.
Die 4. Sinfonie B-Dur Opus 60, in einer Konzertkritik aus der Allgemeinen musikalischen Zeitung von 1811 als „heiter, verständlich und sehr einnehmend“ bezeichnet, steht ebenso im Geiste der oben beschriebenen Gefühlslage des Bonner Meisters. Wenngleich Robert Schumann die dem Grafen Franz von Oppersdorf gewidmete Sinfonie als „romantischste“ aller Sinfonien Beethovens erscheint und sie ihn „an eine griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen“ (die 3. und 5. Sinfonie) gemahnt, soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, wie konzentriert und souverän der Komponist die ureigensten Mittel der Musik selbst einsetzt, ohne auch nur einen Moment akademisch zu wirken. Zu Recht tritt die „Vierte“ aus dem Schatten des Heroischen der 3. Sinfonie und dem Pathos, das der 5. Sinfonie zu eigen ist und erklingt, als Zeugnis höchster Meisterschaft musikalischer Reinheit.

Das 6. Philharmonische Konzert findet am 22. und 24. Februar um 19:30 Uhr und am 23. Februar um 18:00 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock statt, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.
Die Norddeutsche Philharmonie Rostock wird mit diesem Programm außerdem noch am Mittwoch, dem 26. Februar 2014 um 20:00 Uhr in der Stadthalle Eckernförde zu hören sein, sie setzt damit eine lieb gewonnene Tradition fort.