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Philharmonischer Saisonabschluss mit Opernchor und Singakademie: märchenhaft, freudvoll, sommerlich

Mit Florian Krumpöck wird ein guter alter Bekannter das 10. Philharmonische Konzert der Norddeutschen Philharmonie am kommenden Sonntag, Montag und Dienstag im Großen Haus leiten.
Der österreichische Pianist und Dirigent, ehemaliger Generalmusikdirektor in Rostock, ist jetzt freiberuflich tätig. Er hat zum Saisonabschluss ein leicht beschwingtes, sommerliches Programm für das Rostocker Publikum gewählt.
Im ersten Teil des Abends erklingen die Ouvertüre zu „Ein Sommernachtstraum“ op. 21 und Ausschnitte aus der Bühnenmusik op.61, die Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) schrieb. Die Ouvertüre komponierte Mendelssohn im Sommer 1826 im Alter von 17 Jahren. In ihr spiegelt sich seine Begeisterung für die fantastische Märchenwelt und den poetischen Zauber, den Shakespeare in seinem „Sommernachtstraum“ entwarf. Der junge Mendelssohn besaß ein außergewöhnliches Talent, hatte schon früh mit dem Komponieren begonnen.
Im Alter von elf Jahren verfasste er bereits 60 Werke, darunter Lieder, Klaviersonaten und Orgelstücke. Die Sommernachtstraum-Ouvertüre führte er übrigens erstmals im Herbst 1826 in der Leipziger Straße 3 in Berlin auf. Dort befindet sich heute der Sitz des Deutschen Bundesrates im ehemaligen Preußischen Herrenhaus.
Der Sommernachtstraum sollte den Komponisten später noch einmal intensiv beschäftigen. Im Jahr 1843 schrieb Mendelssohn im Auftrag des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. für eine Aufführung des Sommernachtstraums im Neuen Palais in Potsdam zwölf weitere Musiknummern. Es entstand eine Sammlung von instrumentalen, vokalen und melodramatischen Stücken, von denen der Hochzeitsmarsch das wohl berühmteste Stück ist. So stellt der „Sommernachtstraum“ heute ein zweiteiliges Musikwerk aus der einsätzigen Ouvertüre und der mehrsätzigen Bühnenmusik dar und gehört zu den meist gespielten Werken des Komponisten.
Die Rostocker Konzertfreunde können sich bei der Aufführung auf die Frauen des Opernchores und der Singakademie freuen. Als Sopranistinnen werden Jamila Raimbekova und Theresa Grabner zu erleben sein, während Sandra-Uma Schmitz und Ulrich K. Müller aus dem Schauspielensemble des Volkstheaters die sprecherischen Rollen übernehmen.
Nach der Pause wird ein Werk des Mendelssohn Freundes Robert Schumann (1810 –1856) zu Gehör gebracht. Schumann besaß eine literarisch- musikalische Doppelbegabung und gehört gemeinsam mit Mendelssohn Bartholdy zu den bedeutendsten Komponisten der Romantik. Gespielt wird die 3. Sinfonie Es-Dur op. 97 von Schumann, die chronologisch seine letzte Sinfonie ist und zum Ende des Jahres 1850 entstand. Diese Sinfonie wird auch als die „Rheinische“ bezeichnet, weil sie unmittelbar nach dem Umzug von Robert und Clara Schumann von Dresden nach Düsseldorf entstand. In Sachsen hatte Schumann keine Festanstellung gefunden. Der herzliche Empfang als Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf versetzte ihn in eine euphorische Stimmung, die sich in der 3. Sinfonie als lebensfrohe Grundstimmung niederschlägt. Manche sehen darin auch die typisch „rheinische Fröhlichkeit“. Es ist übermittelt, dass auch der Anblick des Kölner Doms inspirierend gewirkt hat und die Fertigstellung des Werkes in kurzer Zeit gelang. Allerdings verwandelte sich die anfängliche Euphorie bald in Unzufriedenheit, vermutlich auch wegen gesundheitlicher Probleme. Die 3. Sinfonie aber strahlt positive Lebenskraft aus.
Vor dem Konzert wird wie immer auch eine Konzerteinführung geboten, die viel Wissenswertes über Komponisten und Werke vermittelt. Dazu treffen sich Interessierte eine halbe Stunde vor Beginn auf der „Brücke“.

Das 10. Philharmonische Konzert findet am Sonntag, 19. Juni 2016 um 18:00 Uhr sowie Montag und Dienstag (20. & 21. Juni) jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock statt, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und (wenn noch vorhanden) an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber, Foto: Peter Dynow