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9. Philharmonisches Konzert unter Leitung von Anna Skryleva

Die talentierte junge Pianistin Anastasia Zorina spielt das 2. Klavierkonzert von Chopin

Für das Maikonzert der Norddeutschen Philharmonie wurden Werke ausgewählt, die mit Leichtigkeit, Volkstümlichkeit und einem Schuss Romantik bis heute Musikfreunde in aller Welt begeistern. Das Rostocker Orchester spielt unter der Leitung der russischen Dirigentin Anna Skryleva Meisterliches der französischen und polnischen Komponisten Charles Gounod, Frédéric Chopin und Witold Lutoslawski. Die international gefragte Dirigentin lebt und arbeitet seit ihrem Studium im Jahr 1999 in Deutschland und wurde bekannt durch ihr Wirken an der Staatsoper Hamburg, dem Landestheater Schleswig-Holstein und dem Staatstheater Darmstadt. In den letztgenannten Häusern war sie als stellv. Generalmusikdirektorin und 1. Kapellmeisterin tätig. Derzeit agiert sie als Leiterin der Hamburger Klassik-Philharmonie.
Zum Auftakt der drei Konzertabende wird die 1. Sinfonie D-Dur von Charles Gounod (1818-1893) dargeboten, die in Themenverarbeitung, Instrumentation und lockerem Tonfall an eine Haydn-Sinfonie und das klassische Wiener Vorbild erinnert. Das Werk wurde 1855 überaus positiv aufgenommen, so dass sich der Komponist sogleich an eine zweite Sinfonie machte. Im Jahr 2018 feiert die Musikwelt nun den 200. Geburtstag des französischen Komponisten, zu dessen bekanntesten Werken das „Ave Maria“ auf eine Vorlage von Bach, die „Cäcilienmesse“ und seine Oper „Faust“ zählen. Die Oper, 1859 uraufgeführt, gilt als das Meisterwerk des Komponisten. In Deutschland wird „Faust“ gern unter dem Titel „Margarethe“ gespielt, um den Unterschied zu Goethes „Faust“ zu unterstreichen. Charles Gounod wurde einer der angesehensten Vertreter der französischen Opéra lyrique und schrieb insgesamt zwölf Opern.
Mit dem Klavierkonzert Nr. 2 von Frédéric Chopin (1810-1849), das dieser im Alter von erst 19 Jahren schrieb, wird das musikalische Programm fortgesetzt. Das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 F-Moll Op. 21 entstand zwischen 1829 und 1830. Chopin komponierte es unter dem Eindruck seiner ersten großen Liebe. Die Musik offenbart tiefe Gefühle und wundervolle Poesie. Solistin des virtuosen Klavierwerks ist die junge Pianistin Anastasia Zorina. Sie wurde 1989 in Jekaterinenburg (Russland) geboren und nahm mit fünf Jahren bereits Klavierunterricht. Ihre Begabung wurde frühzeitig entdeckt und gefördert. Seit 2004 studierte sie in München und später in Graz und gewann zahlreiche internationale Wettbewerbe. Anastasia Zorina konzertierte bereits deutschlandweit, sowie auch in den Niederlanden und der Schweiz und spielte im Rahmen mehrerer bedeutender Festivals, u.a. beim Bodenseefestival und den Musikfestspielen Saar.
Im zweiten Teil des 9. Philharmonischen Konzertes erklingt das „Konzert für Orchester“ des polnischen Komponisten Witold Lutoslawski (1913-1994). Durch den Zweiten Weltkrieg waren viele seiner musikalischen Pläne gescheitert. Nach Flucht aus deutscher Kriegsgefangenschaft schlug er sich in Warschau als Pianist durch. Nach dem Krieg entstand seine erste Sinfonie, die jedoch als formalistisch bezeichnet und verboten wurde. Lutoslawski schrieb deshalb viele Werke für Rundfunk, Film, Theater und zahlreiche Lieder für Kinder. Die Uraufführung für sein Konzert für Orchester (1954) fiel dann schon in die Zeit des kulturpolitischen Tauwetters nach dem Tod von Stalin. Das Werk enthält Motive aus der masurischen Volksmusik, die er kreativ verarbeitet.

Wie zu allen Philharmonischen Konzerten wird den Besuchern 30 Minuten vor Beginn eine Konzerteinführung geboten, die Wissenswertes und Interessantes über die Komponisten sowie die Entstehung und Rezeption des Werkes vermittelt.

Termine: 9. Philharmonisches Konzert im Großen Haus des Volkstheaters Rostock am 6. Mai um 18:00 Uhr und am 7. und 8. Mai jeweils um 19:30 Uhr, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Text: Anette Pröber
Fotos: Peter Dynow

3. Philharmonisches Konzert mit Mozarts Requiem in der Rostocker Nikolai-Kirche

Der November hält Einzug. Das lässt sich am Konzertprogramm ablesen. Das dritte Philharmonische Konzert, das am 2. und 3. November in der St.- Nikolai-Kirche Rostock von der Norddeutschen Philharmonie gegeben wird, bringt Trauermusik zur Aufführung. Mit Mozarts Totenmesse ist aber auch eines der schönsten und populärsten Werke dieser Gattung zu hören. Noch immer ranken sich um das Requiem in d-Moll, das Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) nicht zu Ende schreiben konnte, weil er während der Komposition starb, viele Mythen. Auch wenn inzwischen geklärt ist, wer der „graue Bote“ war, der den todkranken Mozart bat, ihm ein Requiem zu schreiben.
Das Werk, das Mozart-Schüler vollendeten, wurde als monumental-pathetische Trauer- und Gedenktagsmusik zu allen Zeiten gern aufgeführt. So bei der Totenfeier für Napoleon anlässlich der Überführung der Leiche in den Invalidendom von Paris am 15. Dezember 1840 oder auch am 1. Mai 1918 für die „Gefallenen der Revolution“ im Petersburger Winterpalast. Heutzutage kennt die allgemeine Popularität des Werkes keine Grenzen. Es gibt verjazzte Versionen und Aufführungen, die Tanzpassagen enthalten. Sätze und Themen des Werks finden Eingang in die Populärmusik, vor allem bei Metal-Bands, in Filmmusiken oder gar in die Welt der Videospiele.
Die Norddeutsche Philharmonie wird das beliebte Werk wie zu Mozarts Zeiten mit Solisten aus dem Musiktheaterensemble, mit dem Opernchor und der Singakademie aufführen. Am Pult steht mit Marcus Bosch, Generalmusikdirektor am Staatstheater Nürnberg, ein Dirigent von internationalem Format.
Der Konzertabend beginnt zunächst mit der „Trauermusik für Streichorchester“, die der polnische Komponist Witold Lutoslawski (1913 – 1994) dem ungarischen Kollegen Béla Bartók im Jahr 1958 aus Anlass dessen 10. Todestages gewidmet hatte. Lutoslawski war voller Bewunderung für Bartók und schrieb eine beeindruckende Hommage. Lutoslawski hatte einmal das Wort geprägt: „In der Musik darf es keine gleichgültigen Klänge geben.“

Die Konzerttermine für das 3. Philharmonische Konzert sind Sonntag, 2. November 2014 um 18:00 Uhr und Montag, 3. November 2014 um 19:30 Uhr in der St.-Nikolai-Kirche Rostock, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

Text: Anette Pröber