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… auf den Seiten der Philharmonischen Gesellschaft Rostock e.V.!
Wir wollen Ihnen hier die Möglichkeit geben, aktuelle Informationen über unsere Vereinsarbeit und die Norddeutsche Philharmonie Rostock zu erhalten und eine Plattform schaffen, die es Ihnen ermöglicht, mit uns und mit dem Orchester in Kontakt zu kommen.
Wir werden uns bemühen, Termine und Informationen stets aktuell zu halten, trotzdem möchten wir Sie darauf hinweisen, dass wir die Richtigkeit unserer Angaben keinesfalls garantieren können.
Bitte vergewissern Sie sich im Zweifel immer auf den Seiten des Volkstheaters Rostock!
Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Seite nutzen würden, um uns Ihre Wünsche und Hoffnungen, vielleicht auch Ihre Kritik, mitzuteilen. Dies gilt sowohl für die Arbeit unseres Vereins als auch für die Arbeit der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Gegebenenfalls leiten wir Ihre Anregungen gern weiter.

Bach zum ersten Advent im Barocksaal

Im Rahmen der Reihe „Barocksaalklassik“ erwartet sie am Freitag, 28. November um 19:30 und am Sonnabend, 29. November um 18:00 Uhr ein reines Bach-Programm: Die drei Kantaten, die Ihnen die Norddeutsche Philharmonie Rostock unter Leitung von Manfred Hermann Lehner zu Gehör bringen möchte, haben gemeinsam, dass sie ursprünglich speziell für die Advents- bzw. Weihnachtszeit entstanden sind.
Die Kantate Nr. 61 „Nun komm, der Heiden Heiland“ komponierte Johann Sebastian Bach zum 1. Advent des Jahres 1714, also genau vor 300 Jahren im Jahr seiner Ernennung zum Konzertmeister am Hof von Johann Ernst von Sachsen-Weimar, wo diese dann auch in der dortigen Schlosskirche erstmals erklang. Sie erleben also gewissermaßen eine Jubiläumsaufführung.
Eingeleitet von dem altkirchlichen Hymnus „Veni redemptor gentium“ (gedichtet vermutlich um das Jahr 385 von Ambrosius, dem Bischof von Mailand), welcher in der verdeutschten Fassung von Luther seit Jahrhunderten das Hauptlied der Adventszeit war, ist der Leitgedanke dieser klein besetzten Kantate das „Kommen“ des Heilands wie es im 21. Kapitel bei Matthäus beschrieben wird. Beschlossen wird die Kantate von einem Teil der letzten Strophe des Kirchenliedes „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ (Philipp Nicolai, 1599).
Die Kantate Nr. 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“ basiert auf der Weimarer Fassung von 1716, als BWV 147a für den 4. Advent komponiert und wurde von Bach 1723 in Leipzig für das Fest Mariä Heimsuchung erweitert. Sie bezieht sich also auf die biblische Episode nach der Verkündigung in der sich die schwangere Maria auf den Weg macht, um ihre Verwandte Elisabet zu besuchen (daher „Heimsuchung“) und die Freude mit ihr zu teilen. Elisabet, selbst im sechsten Monat schwanger grüßt sie mit den Worten: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ Maria antwortet mit ihrem berühmten Loblied, dem Magnificat. Hier also der Bezug auf die Adventszeit nur im weiteren Sinne. Der bekannteste Teil dieses Werkes dürfte der Schlusschoral  „Jesu bleibet meine Freude“ sein, der es zu zahlreichen, teilweise recht kitschigen Bearbeitungen gebracht hat.
Die dritte Kantate schließlich, Nr. 151 „Süßer Trost, mein Jesus kömmt“, für den 3. Weihnachtstag (27. Dezember) des Jahres 1725 geschrieben, gilt als Kleinod und eine der intimsten und persönlichsten Kantaten des Leipziger Meisters, deren populärster Part die titelgebende Eingangsarie mit ihrem wiegenliedartigen Beginn im 12/8-Takt Adagio ist.
Solisten des Konzertes sind Jamila Raimbekova (Sopran), Takako Onodera (Mezzosopran), Titus Paspirgilis (Tenor) und Matthias Vieweg (Bariton), außerdem singt für Sie der Opernchor des Volkstheaters und die Singakademie Rostock.
Lassen Sie sich in der alljährlichen Weihnachtsmarkt- und Budenzauber-Hektik, angesichts derer man sich ruhig einmal fragen darf, ob der Advent nicht vielleicht doch die am meisten missverstandene Zeit des Jahres ist, für kurze Zeit verzaubern und entrücken in die karge Welt der Stille und Einkehr, die uns in Bachs Weihnachtskantaten begegnet.


(Text: Norbert Wölz)

Requiem von Hector Berlioz in Rostock und Greifswald

In Zusammenarbeit mit dem Figuralchor der Johannis-Kantorei Rostock und dem Greifswalder Domchor erklingt am Samstag, dem 22. November 2014 in der Nikolaikirche zu Rostock und am Sonntag, dem 23. November 2014 im Greifswalder Dom unter der Leitung von KMD Prof. Dr. Markus Langer und KMD Prof. Jochen A. Modeß das “Requiem – Grande Messe des Morts” op. 5 von Hector Berlioz.
Das Requiem, ein Auftragswerk des französischen Staates, wurde für die Opfer der Julirevolution von 1830 komponiert und am 5. Dezember 1837 im Invalidendom zu Paris zur Uraufführung gebracht.
Berlioz zufolge sollte das Opus das größte jemals komponierte Werk werden, was sich anhand der Besetzungsliste erahnen lässt: so fordert der Komponist in der ihm eigenen bescheidenen Art 16 Pauken, 2 große Trommeln, 10 Paar Becken und 4 Tamtams, ausserdem einen hundertköpfigen Streicherapparat sowie mindestens 200 Chorsängerinnen- und Sänger. Nicht von der Hand zu weisen, dass dies auch der Grund ist, weshalb dieses Requiem eher selten gespielt wird, obwohl der Komponist die Anzahl der Instrumente als relativ bezeichnet hat – es dürften auch gerne dreimal so viele zum Einsatz kommen …
Berlioz, dessen Kompositionen erst nach seinem Tode gebührende Achtung erfuhren, musste sich zu Lebzeiten als Musikkritiker und Kompositionslehrer verdingen. Seine Abhandlung über Instrumentation “Grand Traité d’instrumentation et d’orchestration modernes” ist bis heute ein grundlegendes Studienwerk für angehende Komponisten, und hat seit der Überarbeitung und behutsamen Modernisierung durch Richard Strauss keine nennenswerten Veränderungen mehr erfahren.

Das Requiem von Hector Berlioz erklingt am Samstag, 22. November 2014 um 19:00 Uhr in der Nikolaikirche Rostock und am Sonntag, 23. November 2014 um 18:00 Uhr im Greifswalder Dom. Da bei diesen Konzerten nicht das Volkstheater Rostock, sondern die beiden Kantoreien Veranstalter sind, erhalten Sie die Karten für das Rostocker Konzert an den hier bekannten Vorverkaufskassen, Eintrittskarten für das Konzert im Greifswalder Dom gibt es in der Dombuchhandlung, der Buchhandlung Scharfe, im Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft (Telefon 03834 86-3521), außerdem jeweils an den Abendkassen vor Ort.

3. Philharmonisches Konzert mit Mozarts Requiem in der Rostocker Nikolai-Kirche

Der November hält Einzug. Das lässt sich am Konzertprogramm ablesen. Das dritte Philharmonische Konzert, das am 2. und 3. November in der St.- Nikolai-Kirche Rostock von der Norddeutschen Philharmonie gegeben wird, bringt Trauermusik zur Aufführung. Mit Mozarts Totenmesse ist aber auch eines der schönsten und populärsten Werke dieser Gattung zu hören. Noch immer ranken sich um das Requiem in d-Moll, das Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) nicht zu Ende schreiben konnte, weil er während der Komposition starb, viele Mythen. Auch wenn inzwischen geklärt ist, wer der „graue Bote“ war, der den todkranken Mozart bat, ihm ein Requiem zu schreiben.
Das Werk, das Mozart-Schüler vollendeten, wurde als monumental-pathetische Trauer- und Gedenktagsmusik zu allen Zeiten gern aufgeführt. So bei der Totenfeier für Napoleon anlässlich der Überführung der Leiche in den Invalidendom von Paris am 15. Dezember 1840 oder auch am 1. Mai 1918 für die „Gefallenen der Revolution“ im Petersburger Winterpalast. Heutzutage kennt die allgemeine Popularität des Werkes keine Grenzen. Es gibt verjazzte Versionen und Aufführungen, die Tanzpassagen enthalten. Sätze und Themen des Werks finden Eingang in die Populärmusik, vor allem bei Metal-Bands, in Filmmusiken oder gar in die Welt der Videospiele.
Die Norddeutsche Philharmonie wird das beliebte Werk wie zu Mozarts Zeiten mit Solisten aus dem Musiktheaterensemble, mit dem Opernchor und der Singakademie aufführen. Am Pult steht mit Marcus Bosch, Generalmusikdirektor am Staatstheater Nürnberg, ein Dirigent von internationalem Format.
Der Konzertabend beginnt zunächst mit der „Trauermusik für Streichorchester“, die der polnische Komponist Witold Lutoslawski (1913 – 1994) dem ungarischen Kollegen Béla Bartók im Jahr 1958 aus Anlass dessen 10. Todestages gewidmet hatte. Lutoslawski war voller Bewunderung für Bartók und schrieb eine beeindruckende Hommage. Lutoslawski hatte einmal das Wort geprägt: „In der Musik darf es keine gleichgültigen Klänge geben.“

Die Konzerttermine für das 3. Philharmonische Konzert sind Sonntag, 2. November 2014 um 18:00 Uhr und Montag, 3. November 2014 um 19:30 Uhr in der St.-Nikolai-Kirche Rostock, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

Text: Anette Pröber

1. Classic light – Konzert “Don Juan” mit Gluck, Mozart und Strauss

Am kommenden Sonntag (19. Oktober 2014) tritt die Norddeutsche Philharmonie Rostock unter der Leitung des 1. Kapellmeisters des Volkstheaters  Manfred Hermann Lehner in der Yachthafenresidenz Hohe Düne auf. Das erste Konzert der Reihe “Classic light” in dieser Spielzeit findet um 16:00 Uhr statt und trägt den Titel “Don Juan”. Es erklingen Werke von Christoph Willibald Gluck, Wolfgang Amadeus Mozart und Richard Strauss.



Um Sie und uns auf dieses Konzert einzustimmen, hat diesmal Hella Walther, Mitglied der 2. Violinen der Norddeutschen Philharmonie Rostock folgende Zeilen verfasst:

Don Juan – Die Sage:
Der jüngste Sohn eines spanischen Hidalgos, der große Bekanntheit durch seine Kämpfe gegen die Mauren erlangte, war Höfling des kastilianischen Königs Pedro des Grausamen. Sein Anteil an den Taten seines Herren machte ihn in Sevilla und Umgebung zum Gegenstand abenteuerlicher und schauriger Erzählungen. Als er versucht, Giralda, eine junge Sevillanerin, zu verführen, gerät er in einen Zweikampf mit ihrem Vater, dem Gouverneur der Stadt. Don Juan tötet ihn und verspottet später dessen Denkmal. Er lädt den steinernen Gouverneur zum Abendessen ein. Dieser erscheint tatsächlich und fährt mit Don Juan zur Hölle.
Unter dem Titel El burlador de Sevilla y convidado de piedra erscheint 1630 die erste dramatische Fassung des Don Juan von Tirso de Molina. In den folgenden Jahrhunderten wird dieser Stoff Inspiration für Künstler der verschiedenen Genres sein. Genannt seien hier nur Moliere, E.T.A. Hoffmann, Puschkin, Gluck, Mozart, Strauss und Slevogt.
Die Werke des bevorstehenden Konzertes unserer Reihe “Classic light” zeigen eindrucksvoll die unterschiedlichen Ansätze der Rezeption des Themas durch Christoph Willibald Gluck, Wolfgang Amadeus Mozert und Richard Strauss.
Christoph Willibald Gluck (1714-1787), dessen Geburtstag sich am 2. Juli 2014 zum 300. Mal jährte, schrieb die Musik zum Ballett “Don Juan”, das 1761 in Wien uraufgeführt wurde. Choreograf Gasparo Angiolini, der das bis dahin typische repräsentative Ballett durch eine neue, der Handlung verpflichtete und einem dramaturgisch sinnvollen Ablauf folgende Tanzpantomime ablösen wollte, schreibt über Gluck:  „Gluck hat die Musik gesetzt. Er hat das Stück vollkommen erfasst und versucht, die Leidenschaften, die vorgestellt werden und das Grausen, das die Katastrophe beherrscht, auszudrücken! Die Musik ist bei der Pantomime die Hauptsache: sie ist es, die spricht, wir machen nur die Bewegungen […] Es wäre uns fast unmöglich uns ohne Musik verständlich zu machen und je mehr sie an das angepasst ist, was wir ausdrücken wollen, desto besser werden wir verstanden.“  Don Juan war ein großer Erfolg für Gluck, der schon zu Lebzeiten zu den geschätzten Opernkomponisten gehörte.
Das Finale der Ballettmusik wird er später ein zweites Mal als Furientanz in seiner Oper “Orpheus und Euridice” aufgreifen.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) schreibt 1787 seinen Don Giovanni, ein Meisterwerk der Operngeschichte. Am 29.10.1787 wird sein Dramma giocoso “Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni” KV 527 in Prag uraufgeführt. Das Libretto hatte Lorenzo da Ponte geschrieben.
Die Einleitung der Ouvertüre,die  mit schweren Akkordschlägen, heftigen dynamischen Gegensätzen und ausdrucksstarken rhythmischen Wendungen beginnt, steht in d-Moll. Nach der Affektenlehre steht diese Tonart für Rache und Vergeltung. (Auch die Arie der Königin der Nacht aus der Zauberflöte steht in dieser Tonart.) Mozart hat diese Tonart bewusst gewählt, um auf musikrhetorischer Ebene dem Zuhörer einen emotionalen Zugang zu Don Giovanni zu schaffen, dem jedes Mittel vom Heiratsversprechen bis zur Gewalt recht ist, um sein Ziel zu erreichen. Hat er es erreicht, langweilt es ihn aber auch schon wieder. Die Dramatik der Handlung verdeutlicht Mozart in der Ouvertüre auch durch den Kontrast des Unheil verkündenden Einleitungsteils Andante alla breve und dem schnellen Hauptteil Molto Allegro in D-Dur. Er fasst die charakteristischen Züge der Opernkunst seiner Zeit zusammen, um sie gleichzeitig weiter zu entwickeln.
Richard Strauss (1864-1949) war 24 Jahre alt, als er seine sinfonische Dichtung Don Juan op. 20 komponierte. Uraufgeführt wurde das Werk am 11. November 1889 in Weimar. Inspirationsquelle für diesen Don Juan ist ein Versdrama Nikolaus Lenaus. Einige Zeilen daraus, in denen Don Juan spricht, stellt Strauss der Partitur voran, um den Interpreten in seinem Verständnis zu unterstützen. In acht einzigartigen energiegeladenen Takten stürmt das Thema des Titelhelden mit ungebremstem Elan voran. Don Juan – der virile,ungestüme und charmante Siegertyp betritt die Szene ohne Umschweife. Programmatisch angelegt, offeriert das Stück Liebesszenen, Abenteuer, eine Fastnachtsszene und einen Schwertkampf. Strauss illustriert mit schillernder Farbigkeit große Emotionen bis hin zur Ekstase. Dieser Don Juan siegt, genießt, wird überdrüssig und fällt am Schluss hörbar in sich zusammen:
„Vielleicht ein Blitz aus Höh’n, die ich verachtet,
Hat tödlich meine Liebeskraft getroffen,
Und plötzlich ward die Welt mir wüst, umnachtet;
Vielleicht auch nicht; – der Brennstoff ist verzehrt,
Und kalt und dunkel ward es auf dem Herd.“

Gespräch der Theater- und Orchesterfördervereine mit Staatssekretär Sebastian Schröder im Kultusministerium

Am Dienstag vergangener Woche trafen sich die Fördervereine der Theater und Orchester in Mecklenburg-Vorpommern auf Einladung von Staatssekretär Sebastian Schröder mit diesem zu einem Gedankenaustausch in Schwerin, zugegen waren auch Frau Dr. Süße (Abteilungsleiterin Kultur) und Frau Schumacher (Referatsleiterin Theater).


Dr. Michael Jungrichter, Vorsitzender der Theaterfreunde Schwerin e. V. fasst das Gespräch im Folgenden zusammen:

Versuch einer Zusammenfassung des Gespräches beim Kultus-Staatssekretär am 7.10 2014 in Schwerin im Kultusministerium:

Am 7.10. 2014 trafen sich auf Einladung des Staatssekretärs Sebastian Schröder im Kultusministerium Vorstands-Mitglieder der Theater- und Orchesterfördervereine aus Güstrow, Neubrandenburg, Neustrelitz, Parchim, Rostock und Schwerin zu einem Gedankenaustausch. Seitens des Ministeriums waren auch die Abt.-Leiterin Kultur Frau Dr. Süße und die Referatsleiterin Theater Frau Schumacher Teilnehmer des Gespräches.
Zunächst dankte Frau Jonas aus Rostock dem Staatsekretär für die Möglichkeit zum Gespräch und sprach die Erwartung aus, dass Herr Schröder an die Fördervereine Fragen habe.
Diesen Ball nahm er aber nicht auf, sondern bat die Anwesenden, Ihre jeweilige Sicht zum Stand der Umsetzung der Theaterreform darzulegen. So hatten alle Vereine die Möglichkeit, diese aus Ihrer örtlichen Perspektive darzustellen. Es wurde sichtbar, dass es derzeit sehr unterschiedliche Situationen gibt.
Besonders weit ist Schwerin in der Umsetzung der Reformvorhaben vorangekommen, wenn auch mit schmerzlichen Einschnitten. Diese Einschätzung wurde vom Staatssekretär geteilt. Er sieht das Schweriner Theater, wie auch der Förderverein, auf gutem Wege in die Zukunft.
Für die Weiterentwicklung in Parchim hinsichtlich eines Theaterneubaus (mit Unterstützung des Landes) sieht der Staatssekretär die Kooperation mit Schwerin für unablässig an, was auch vom Parchimer Förderverein so gesehen wurde. Wie in Rostock werde es auch für Parchim eine Landesbeteiligung am Neubau erst geben, wenn die Strukturen geklärt sind. Nicht zufriedenstellend sei bislang die künstlerische Kooperation zwischen Schwerin und Parchim. Das Land prüfe z. Zt. rechtlich und finanziell seine Beteiligung an einer Theater – GmbH gemeinsam mit der Stadt Schwerin und dem Landkreis Ludwigslust – Parchim.
Damit würde dann das Schweriner Haus zum Staatstheater Mecklenburg werden.

Ebenso erklärte er auf Nachfrage, dass die Landespolitik noch Gespräche mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg führen muss, damit dieser wie auch der Landkreis Ludwigslust – Parchim Anteilseigner der GmbH wird. Dann wären auch Kooperationen mit dem Theater in Wismar denkbar, was ja einen Neubau erhält.Das Land ist festen Willens, 2016 den Einstieg zu realisieren, die notwendigen vorbereitenden Arbeiten sind angelaufen.

Der Güstrower Förderverein erklärte, dass er mit dem Kooperationspartner zufrieden ist. Er wünscht sich einen Fördertopf des Landes, aus dem alle Theater sich Veranstaltungen anderer Bühnen, auch freier Bühnen, zur Ergänzung ihres Programms “einkaufen” können. Weiterhin hält er eine Förderung von Klassenfahrten zu Theaterbesuchen für notwendig um Kinder, die nicht an Theaterstandorten unterrichtet werden, nicht zu benachteiligen. Dem stimmte der Vereinsvorsitzende aus Schwerin zu und informierte über das Schülerprojekt des Fördervereines am Schweriner Theater.

Die Rostocker Vertreter schätzen ein, dass es mit dem neuen Intendanten einen Neuanfang und Aufbruch in die Zukunft geben kann. Alles hängt aber von einem Theaterneubau bis 2018 ab und von Entscheidungen der Rostocker Bürgerschaft zum Umfang des Theaterangebotes in der Hansestadt (Spartenanzahl usw.).

In diesem Zusammenhang wurde von Prof. Plath auf das am gleichen Tage erschiene Interview des Kultusministers zur Situation in Rostock hingewiesen, welches sich aus seiner Sicht mit der Rostocker Situation in weiten Teilen deckt. Der Staatssekretär Schröder machte deutlich, dass man seit vielen Jahren die Situation in Rostock mit Sorge betrachte und die Landesregierung abwarten müsse, in welche Richtung (auch hinsichtlich der Besucherzahlen) sich das Theater entwickelt.
Seitens der Vereinsvorsitzenden von Rostock wurde die Erwartung ausgesprochen, dass sich die Landespolitik mehr der Qualitätsentwicklung in den Theatern und den dort tätigen Künstlern zuwendet, als nur fiskalische Parameter zu betrachten. Es müsse mehr „Herz und Empathie“ in die Reform einfließen.
Auch auf die Bedeutung von Theatern für die Bildung junger Menschen und damit künftiger Theaterbesucher wurde besonders von der Rostocker Delegation hingewiesen.
Die Vertreter aus Neubrandenburg und Neustrelitz machten deutlich, dass sie schmerzhafte Veränderungsprozesse für ihre Einrichtungen vor sich sehen, diese aber aktiv begleiten wollen. Dabei gibt es jedoch im Neustrelitzer Verein Stimmen, die von der Unterstützung bis zur Ablehnung der vorgeschlagenen Reformpläne gehen. Die Schwierigkeit besteht in diesem Raum darin, dass durch die Kreisgebietsreform und die Neuwahlen in den politischen Gremien derzeit nicht klar zu erkennen ist, wer für die Vereine die Ansprechpartner und Verbündeten sind. Als richtige Entscheidung hat sich die Berufung von J. Kümmritz als Intendant erwiesen.

Der Staatssekretär verwies in seiner Zusammenfassung darauf, dass es je nach Reformfortschritt und vorhandener regionaler Besonderheiten unterschiedliche Situationen im Lande gibt. Er zeigte auf, dass die Metrum – Vorschläge daraufhin angepasst werden können und müssen und belegte das mit einem Beispiel aus Schwerin. Das liegt aber in Abstimmung mit dem Land in der Verantwortung der Theaterleitungen und der kommunalen Träger. Keinesfalls will es sich in künstlerische Belange einmischen. In diese Diskussionsprozesse um die Einzelheiten der Reformpläne sollten sich die Fördervereine aktiv einbringen. Das Land möchte bis zum Jahresbeginn wesentliche Schritte weiter sein und im ersten Halbjahr 2015 Klarheit haben.

Die Vereine verabredeten abschließend, sich zu Jahresbeginn erneut zu treffen (auch wegen der Kontinuität des Austausches). Der Güstrower Verein will Gastgeber sein und wird einladen.

Am Rande bat das neue Vorstandsmitglied der MUTHEA Dr. Jungrichter alle Mitglieder der Landeskonferenz, sich einmal auf den Internetseiten der MUTHEA (www.muthea.de) umzusehen, sich über die Angebote dieser Bundesvereinigung zu informieren und über eine Mitgliedschaft nachzudenken (100 € Beitrag pro Jahr, Ermäßigungen sind möglich bei kleineren Vereinen), denn dort gibt es einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch deutschlandweit. Außerdem ist unbestritten, dass man in der Öffentlichkeit besser wahr- und ernst genommen wird, je mehr Mitglieder eine Vereinigung hat.

Dr. Michael Jungrichter
Theaterfreunde Schwerin e.V.