Herzlich willkommen …

… auf den Seiten der Philharmonischen Gesellschaft Rostock e.V.!
Wir wollen Ihnen hier die Möglichkeit geben, aktuelle Informationen über unsere Vereinsarbeit und die Norddeutsche Philharmonie Rostock zu erhalten und eine Plattform schaffen, die es Ihnen ermöglicht, mit uns und mit dem Orchester in Kontakt zu kommen.
Wir werden uns bemühen, Termine und Informationen stets aktuell zu halten, trotzdem möchten wir Sie darauf hinweisen, dass wir die Richtigkeit unserer Angaben keinesfalls garantieren können.
Bitte vergewissern Sie sich im Zweifel immer auf den Seiten des Volkstheaters Rostock!
Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Seite nutzen würden, um uns Ihre Wünsche und Hoffnungen, vielleicht auch Ihre Kritik, mitzuteilen. Dies gilt sowohl für die Arbeit unseres Vereins als auch für die Arbeit der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Gegebenenfalls leiten wir Ihre Anregungen gern weiter.

Beim 2. Konzert der Reihe “Classic light” in der Yachthafenresidenz Hohe Düne steht “Faust” im Mittelpunkt

Faust – kaum eine andere Gestalt aus der Dichtung ruft so viele Assoziationen hervor wie Goethes sagenhafter Gelehrter, der seine Seele der Erkenntnis willen an den Teufel verkauft und schließlich ein grausiges Ende nimmt.
Faust, dessen Dilemma letztlich die Einsicht in die Beschränktheit der menschlichen Erkenntnisfähigkeit ist, versucht durch einen Pakt mit dem Teufel, die Begrenzungen seines Geistes aufzulösen, um Einsicht in das Wesen der Dinge zu erlangen, ein Wunsch, den Gelehrte seit Menschengedenken hegen, wenngleich auch mit dem Bewusstsein der Unerfüllbarkeit dieses Sehnens sehr unterschiedlich umgegangen wird, man denke hierbei an das sokratische Paradoxon „ich weiß, daß ich nichts weiß“ …
Johann Wolfgang von Goethe war jedoch nicht der erste, der die Geschichte des mysteriösen Gelehrten zu Papier brachte, der Stoff um den sagenhaften Doktor Faustus geht auf Johann Georg Faust zurück, einen Wunderheiler, Alchimisten, Magier, Astrologen und Wahrsager, der um 1480 in Knittlingen geboren wurde und um 1541 in Staufen im Breisgau bei einem alchemistischen Experiment verstarb. Schon zu Lebzeiten polarisierte er sehr stark: während er die intellektuell etwas einfacher strukturierte Bevölkerung mit seinen Kunststücken beeindrucken konnte, wetterte insbesondere der Klerus gegen seine Auftritte, und der Unfall in der Alchemistenküche (heute würde man es Chemielabor nennen), bei dem laut zeitgenössischen Augenzeugenberichten sein Körper in „grässlich deformiertem Zustande“ gefunden wurde bestätigte die vorherrschende Meinung, Faust habe sein Wissen nicht auf natürliche Weise erlangt und der Teufel habe sich seiner Seele bemächtigt – der Weg zur sagenhaften Verklärung war geebnet.
Goethe nun hat sich über einen Zeitraum von 60 Jahren immer wieder mit dem Fauststoff auseinandergesetzt, beginnend mit dem Urfaust, einem ersten Entwurf, dessen Erarbeitung 1772 begann, weiterführend zu „Faust. Ein Fragment“ (1788) und „Faust. Der Tragödie erster Teil“ (1808) bis hin zu „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“ (1732).
Goethes großer Verdienst besteht (neben der Größe der dichterischen Leistung) darin, Faust aus der volkstümlichen Verwobenheit eines schaurigen Schwankes herausgelöst zu haben. Der Weimarer Geheimrat erhebt Faust mit seinem Werdegang, seinem gespaltenen Empfinden und den daraus resultierenden Handlungen zum Prototyp des modernen Menschen, dessen Problem darin besteht mehr zu wollen als ihm zusteht.
Goethes Horizont musikalische Dinge betreffend war nicht so weit gesteckt wie in anderen Bereichen, was sich deutlich in der Ablehnung der schubertschen Vertonung seiner Texte und der Bevorzugung der Kompositionen von Zelter zeigt. Trotzdem konnten sich Komponisten zeitgenössischer und nachfolgender Generationen der Stringenz und Modernität der Literatur Goethes nicht entziehen und schufen so großartige Werke, die die Psychologie des faustschen Dramas von einer anderen, emotionaleren Seite zeigt.
Die Norddeutsche Philharmonie Rostock möchte Ihnen unter der Leitung von Manfred Hermann Lehner Werke zu Gehör bringen, denen die Geschichte von Faust zugrunde liegt.
Das Rostocker Orchester führt Kompositionen von Wagner, Liszt, Berlioz, Spohr, Lortzing, Gounod und Strauß auf, die das Thema Faust jeweils von unterschiedlichen Standpunkten her betrachten, sei es dramatisch oder auch mit einem Augenzwinkern wie bei Strauß.

Text: Anderl Ott, Bild: Bühnenbildentwurf von Helmut Jürgens für “Faust II” von J. W. Goethe, Aufführung München 1949

Das 2. Konzert der Reihe “Classic light” wird am Sonntag, dem 13. Dezember 2014 gleich zwei Mal in der Yachthafenresidenz Hohe Düne erklingen, die Vorstellung um 16.00 Uhr ist fast ausverkauft, für die Vorstellung um 11:00 Uhr sind noch Karten an den Vorverkaufskassen des Volkstheaters und direkt vor der Vorstellung an der Kasse vor Ort erhältlich.

Geigerin Christine-Maria Höller und Dirigent Florian Krumpöck zu Gast beim 4. Philharmonischen Konzert

Am kommenden Wochenende kehrt Florian Krumpöck zum 4. Philharmonischen Konzert erstmals wieder ans Dirigentenpult ins Große Haus des Volkstheaters Rostock zurück. Er war nach seiner Zeit als hiesiger Generalmusikdirektor an die Oper Kopenhagen gewechselt. Krumpöck wird zum Auftakt des Abends das Konzert für Violine und Orchester d-Moll von Aram Chatschaturjan (1903- 1978) zu Gehör bringen, das der Komponist im Sommer 1940 für den berühmten Geiger David Oistrach (1908-1974) geschrieben hatte und dieser im November des gleichen Jahres in Moskau uraufführte.
Das Violinkonzert gehört zu den herausragenden Werken, die den Weltruhm von Aram Chatschaturjan begründeten und die bis heute sehr populär sind. Zu nennen sind des Weiteren das Klavierkonzert von 1937 und das Ballett „Gayaneh“, das Chatschaturjans Säbeltanz, sein bekanntestes Werk, enthält. In Rostock wird das kontrastreiche und lebhafte Violinkonzert mit seinen folkloristischen Melodien die Konzertfreunde erfreuen. Als Solistin wurde mit Christine-Maria Höller (36) eine österreichische Geigerin gewonnen, die am Mozarteum Salzburg mit Auszeichnung ihr Studium abschloss, dort heute lehrt und als neuer Star aus Salzburg gilt. In den Jahren 2003 und 2005 war sie bereits bei den Festspielen in Mecklenburg-Vorpommern zu erleben.
Nach der Pause wird die Norddeutsche Philharmonie Rostock von Antonin Dvorak (1841-1904) die Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der neuen Welt“ spielen, die typisch amerikanisches Kolorit verströmt. Diese Sinfonie ist die erste Komposition des böhmischen Musikers nach seinem Amtsantritt als Direktor des National Conservatory of Music in New York 1892. Die attraktive Stelle schuf für ihn die Mäzenin und Präsidentin des Konservatoriums Jeannette Thurber, die beseelt davon war, eine amerikanische Nationalkultur zu schaffen. Mit Dvorak fand sie einen Komponisten, der die Spirituals der amerikanischen Plantagenarbeiter und Indianer studierte und in seine Werke mit einfließen ließ. Die Stelle in New York füllte Dvorak bis zum Frühjahr 1895 aus. Dann kehrte er vorzeitig in die Heimat zurück, weil er vier seiner sechs Kinder in Prag hatte zurücklassen müssen. Die Honorare aus Amerika ermöglichten Dvorak den Erwerb eines Palais in der Prager Neustadt, dem er den Namen „Villa Amerika“ gab. Dort befindet sich heute das Dvorak- Museum.

Das 4. Philharmonische Konzert können Sie am Sonntag, 7. Dezember um 18 Uhr sowie am Montag und Dienstag, 8. und 9. Dezember jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock erleben, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

Text: Anette Pröber, Fotos: www.christinemariahoeller.at & Philipp Horak

Rostock braucht Viel-Harmonie – Philharmonische Gesellschaft unterstützt Aktionen zum Erhalt des Volkstheaters

Dem Protest Hunderter Rostocker zum Erhalt des Volkstheaters mit allen vier Sparten schlossen sich am 5. November auch die Mitglieder des Vereins der Philharmonischen Gesellschaft Rostock e.V. an. Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus entrollten sie das Transparent: Rostock braucht Viel-Harmonie!
„Wir möchten mit unserer Teilnahme bekunden, dass wir für eine reiche Kulturlandschaft stehen und dass das Orchester und das Theater Rostock kulturelle Werte sind, die es für nachfolgende Generationen zu erhalten lohnt“, sagte Dr. Thomas Diestel, Vorsitzender der Gesellschaft.
Auf der Veranstaltung griffen viele Rostocker spontan zum Mikrofon, um sich gegen den Kulturabbau zu wehren. Es sei keine Frage des Geldes, meinte eine Rostockerin unter dem Beifall der Umstehenden: „Es ist eine Frage, welche Prioritäten gesetzt werden“.
Prof. Dr. Gerhard Maeß, der von 1990 bis 1998 Rektor der Universität Rostock war, erzählte von den Anstrengungen Anfang der 90er Jahre, die zwei Universitäten Rostock und Greifswald im Land Mecklenburg- Vorpommern zu erhalten. Der damalige Kampf habe sich gelohnt. Heute bildeten die Universitäten die Grundlage für die sich entwickelnde Wirtschaft im Land. Maeß hob hervor, dass nur Städte mit einem reichen Kulturleben auch attraktiv für Wirtschaft und Wissenschaft seien. Das Theater kaputt zu sparen, sei der vollkommen falsche Weg.
Vor dem Rathaus standen auch Kinder der ersten bis vierten Klasse der Don-Bosco- Schule, einer katholischen Grundschule in der Südstadt. Sie hatten viele selbstgemalte Plakate dabei. Zum Beispiel war zu lesen: Applaus für ein komplettes Haus. „In unserer Schule gehen wir häufig ins Theater oder ins Konzert. Wir bieten den Kindern ein breites kulturelles Angebot und wir finden es unglaublich, dass man dem neuen Intendanten keine Chance gibt, mit allen Sparten weiterzumachen“, sagte Annette Rösel, Musiklehrerin der Don-Bosco-Schule. In allen Klassen sei mit den Schülern über den geplanten Kulturabbau in Rostock gesprochen worden.
Viele der protestierenden Rostocker versprachen wiederzukommen, falls es für das Rostocker Theater keine akzeptable Lösung gibt.
Die Philharmonische Gesellschaft Rostock, die es als ihre vordringlichste Aufgabe versteht, Kultur als lebensnotwendiges Mittel in das öffentliche Bewusstsein zu tragen, freut sich über jedes neue Mitglied, das dem traditionsreichen Orchester hilft, seine Zukunft zu sichern.

Text und Fotos: Anette Pröber

Bach zum ersten Advent im Barocksaal

Im Rahmen der Reihe „Barocksaalklassik“ erwartet sie am Freitag, 28. November um 19:30 und am Sonnabend, 29. November um 18:00 Uhr ein reines Bach-Programm: Die drei Kantaten, die Ihnen die Norddeutsche Philharmonie Rostock unter Leitung von Manfred Hermann Lehner zu Gehör bringen möchte, haben gemeinsam, dass sie ursprünglich speziell für die Advents- bzw. Weihnachtszeit entstanden sind.
Die Kantate Nr. 61 „Nun komm, der Heiden Heiland“ komponierte Johann Sebastian Bach zum 1. Advent des Jahres 1714, also genau vor 300 Jahren im Jahr seiner Ernennung zum Konzertmeister am Hof von Johann Ernst von Sachsen-Weimar, wo diese dann auch in der dortigen Schlosskirche erstmals erklang. Sie erleben also gewissermaßen eine Jubiläumsaufführung.
Eingeleitet von dem altkirchlichen Hymnus „Veni redemptor gentium“ (gedichtet vermutlich um das Jahr 385 von Ambrosius, dem Bischof von Mailand), welcher in der verdeutschten Fassung von Luther seit Jahrhunderten das Hauptlied der Adventszeit war, ist der Leitgedanke dieser klein besetzten Kantate das „Kommen“ des Heilands wie es im 21. Kapitel bei Matthäus beschrieben wird. Beschlossen wird die Kantate von einem Teil der letzten Strophe des Kirchenliedes „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ (Philipp Nicolai, 1599).
Die Kantate Nr. 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“ basiert auf der Weimarer Fassung von 1716, als BWV 147a für den 4. Advent komponiert und wurde von Bach 1723 in Leipzig für das Fest Mariä Heimsuchung erweitert. Sie bezieht sich also auf die biblische Episode nach der Verkündigung in der sich die schwangere Maria auf den Weg macht, um ihre Verwandte Elisabet zu besuchen (daher „Heimsuchung“) und die Freude mit ihr zu teilen. Elisabet, selbst im sechsten Monat schwanger grüßt sie mit den Worten: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ Maria antwortet mit ihrem berühmten Loblied, dem Magnificat. Hier also der Bezug auf die Adventszeit nur im weiteren Sinne. Der bekannteste Teil dieses Werkes dürfte der Schlusschoral  „Jesu bleibet meine Freude“ sein, der es zu zahlreichen, teilweise recht kitschigen Bearbeitungen gebracht hat.
Die dritte Kantate schließlich, Nr. 151 „Süßer Trost, mein Jesus kömmt“, für den 3. Weihnachtstag (27. Dezember) des Jahres 1725 geschrieben, gilt als Kleinod und eine der intimsten und persönlichsten Kantaten des Leipziger Meisters, deren populärster Part die titelgebende Eingangsarie mit ihrem wiegenliedartigen Beginn im 12/8-Takt Adagio ist.
Solisten des Konzertes sind Jamila Raimbekova (Sopran), Takako Onodera (Mezzosopran), Titus Paspirgilis (Tenor) und Matthias Vieweg (Bariton), außerdem singt für Sie der Opernchor des Volkstheaters und die Singakademie Rostock.
Lassen Sie sich in der alljährlichen Weihnachtsmarkt- und Budenzauber-Hektik, angesichts derer man sich ruhig einmal fragen darf, ob der Advent nicht vielleicht doch die am meisten missverstandene Zeit des Jahres ist, für kurze Zeit verzaubern und entrücken in die karge Welt der Stille und Einkehr, die uns in Bachs Weihnachtskantaten begegnet.


(Text: Norbert Wölz)

Requiem von Hector Berlioz in Rostock und Greifswald

In Zusammenarbeit mit dem Figuralchor der Johannis-Kantorei Rostock und dem Greifswalder Domchor erklingt am Samstag, dem 22. November 2014 in der Nikolaikirche zu Rostock und am Sonntag, dem 23. November 2014 im Greifswalder Dom unter der Leitung von KMD Prof. Dr. Markus Langer und KMD Prof. Jochen A. Modeß das “Requiem – Grande Messe des Morts” op. 5 von Hector Berlioz.
Das Requiem, ein Auftragswerk des französischen Staates, wurde für die Opfer der Julirevolution von 1830 komponiert und am 5. Dezember 1837 im Invalidendom zu Paris zur Uraufführung gebracht.
Berlioz zufolge sollte das Opus das größte jemals komponierte Werk werden, was sich anhand der Besetzungsliste erahnen lässt: so fordert der Komponist in der ihm eigenen bescheidenen Art 16 Pauken, 2 große Trommeln, 10 Paar Becken und 4 Tamtams, ausserdem einen hundertköpfigen Streicherapparat sowie mindestens 200 Chorsängerinnen- und Sänger. Nicht von der Hand zu weisen, dass dies auch der Grund ist, weshalb dieses Requiem eher selten gespielt wird, obwohl der Komponist die Anzahl der Instrumente als relativ bezeichnet hat – es dürften auch gerne dreimal so viele zum Einsatz kommen …
Berlioz, dessen Kompositionen erst nach seinem Tode gebührende Achtung erfuhren, musste sich zu Lebzeiten als Musikkritiker und Kompositionslehrer verdingen. Seine Abhandlung über Instrumentation “Grand Traité d’instrumentation et d’orchestration modernes” ist bis heute ein grundlegendes Studienwerk für angehende Komponisten, und hat seit der Überarbeitung und behutsamen Modernisierung durch Richard Strauss keine nennenswerten Veränderungen mehr erfahren.

Das Requiem von Hector Berlioz erklingt am Samstag, 22. November 2014 um 19:00 Uhr in der Nikolaikirche Rostock und am Sonntag, 23. November 2014 um 18:00 Uhr im Greifswalder Dom. Da bei diesen Konzerten nicht das Volkstheater Rostock, sondern die beiden Kantoreien Veranstalter sind, erhalten Sie die Karten für das Rostocker Konzert an den hier bekannten Vorverkaufskassen, Eintrittskarten für das Konzert im Greifswalder Dom gibt es in der Dombuchhandlung, der Buchhandlung Scharfe, im Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft (Telefon 03834 86-3521), außerdem jeweils an den Abendkassen vor Ort.