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… auf den Seiten der Philharmonischen Gesellschaft Rostock e.V.!
Wir wollen Ihnen hier die Möglichkeit geben, aktuelle Informationen über unsere Vereinsarbeit und die Norddeutsche Philharmonie Rostock zu erhalten und eine Plattform schaffen, die es Ihnen ermöglicht, mit uns und mit dem Orchester in Kontakt zu kommen.
Wir werden uns bemühen, Termine und Informationen stets aktuell zu halten, trotzdem möchten wir Sie darauf hinweisen, dass wir die Richtigkeit unserer Angaben keinesfalls garantieren können.
Bitte vergewissern Sie sich im Zweifel immer auf den Seiten des Volkstheaters Rostock!
Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Seite nutzen würden, um uns Ihre Wünsche und Hoffnungen, vielleicht auch Ihre Kritik, mitzuteilen. Dies gilt sowohl für die Arbeit unseres Vereins als auch für die Arbeit der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Gegebenenfalls leiten wir Ihre Anregungen gern weiter.

7. Philharmonisches Konzert: Dirigent Hu Yongyan bringt Flair der Peking-Oper nach Rostock

Voller Spannung sehen die Musikfreunde wie auch die Musiker der Norddeutschen Philharmonie dem 7. Philharmonischen Konzert entgegen. Der Principal Guest Conductor Hu Yongyan feiert in Rostock seinen Einstand. Nach vielen Jahren hat Rostock wieder einen ersten Gastdirigenten, der die Leitung mehrerer Konzerte übernimmt. Doch es ist nicht allein die große Erwartung an die Zusammenarbeit mit dem international renommierten chinesischen Dirigenten, die das Premierenfieber steigen lässt. Orchesterdirektor Hans-Michael Westphal erklärt: „Wir spielen ein chinesisches Musikstück in Anlehnung an eine Peking-Oper, das ist völlig neu für uns. Noch nie haben wir traditionelle chinesische Musikinstrumente in unsere Arbeit integriert.“ Verschiedene Kulturen würden aufeinander prallen, er sei sehr neugierig auf die gemeinsame Arbeit mit Hu Yongyan.
Hu Yongyan ist in Shanghai geboren, studierte am Konservatorium in Peking, an der Yale University in New Haven und an der Juilliard School in New York City und hat international bereits für viel Aufsehen gesorgt. Er arbeitete als Gastdirigent mit Orchestern wie Orchestre National de France, Royal Philharmonic, Buffalo Philharmonic, New Jersey Symphony, Singapore Symphony, Hong Kong Philharmonic und China Philharmonic. Er gastierte beim Festival Wien Modern und beim Beethovenfest Bonn. Sein Konzert mit dem Hollywood Bowl Orchestra in Los Angeles wurde weltweit übertragen. Mit Beethovens 9. Sinfonie und der in seiner Heimat China beliebten “Yellow River Cantata” gab Hu Yongyan 2003 sein Debüt in der Carnegie Hall. Im klassischen Bereich arbeitete er mit Künstlern wie Yo-Yo Ma, Itzhak Perlman, Lang Lang, Barbara Hendricks und Pinchas Zukerman, im Pop u. a. mit Charlotte Church, Nana Mouskouri und Mark O’Connor.
Und nun eben mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Präsentieren wird der chinesische Dirigent auch ein zeitgenössisches Stück aus der Heimat. Die sinfonische Fantasie „Lebe wohl, meine Konkubine“ für Sopran vom Komponisten Xia Guans, der sein Werk für traditionelle chinesische Instrumente und Sinfonieorchester schrieb. Dieses Stück besitze viel vom Flair einer Peking-Oper, verspricht die Rostocker Dramaturgin Corina Wenke. In der traditionellen chinesischen Oper vermischen sich bekanntlich viele künstlerische Elemente wie Singen, Tanzen und darstellendes Spiel. Die Solistin Junhua Chen bringe neben ihren farbenprächtigen Kostümen auch eine eigene Maskenbildnerin mit, erzählt Wenke. „Der Zuschauer darf sehr gespannt sein. Er wird in die Zeit von vor 2000 Jahren entführt und erlebt eine dramatische Liebesgeschichte.“
Musikalische „Romeo und Julia“-Versionen stellen auch die anderen Werke des Konzertabends dar. Von Leonard Bernstein (1918-1990) sind die Sinfonischen Tänze aus der „West Side Story“ zu hören. Im Jahr 1957 hatte der weltberühmte Dirigent und Komponist eine moderne „Romeo und Julia“-Adaption auf die amerikanische Musicalbühne gebracht, die vom Broadway aus einen gigantischen Siegeszug in der ganzen Welt feierte. Die Sinfonischen Tänze erlebten 1961 mit den New Yorker Philharmonikern ihre Uraufführung.
Die Suite „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofjew (1891-1953) vervollständigt den musikalischen Abend im Großen Haus. Sie entstand nach dem gleichnamigen Ballett, das Prokofjew im Jahr 1935 im Auftrag des Bolschoi-Theaters schrieb und das am 30. Dezember 1938 in Brünn in der damaligen Tschechoslowakei uraufgeführt wurde. Das Ballett bildet einen Höhepunkt im musikalischen Schaffen von Prokofjew. Bis 1946 fertigte der Komponist insgesamt drei Suiten für Orchester sowie Klavierbearbeitungen einiger Stücke an.

Das 7. Philharmonische Konzert erklingt am Sonntag, 29. März 2015 um 18:00 Uhr und am Montag und Dienstag, 30. und 31. März 2015 jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters Rostock, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

Text: Anette Pröber
Fotos: Künstler

4. Konzert der Reihe “Classic light” unter dem Motto “Im Frühling” – diesmal im Großen Haus des Volkstheaters

Kommenden Sonntag lockt die Norddeutsche Philharmonie Rostock ihr treues Classic-light-Publikum aus Hohe Düne ins Stammhaus zwischen Doberaner Straße und Patriotischem Weg.

Wie „Im Frühling“ soll es sich im Großen Haus des Volkstheaters fühlen; das ist Titel und auch Programm zugleich.
So werden Ausschnitte aus der „Frühlingssinfonie“ von Robert Schumann, der beliebte „Frühlingsstimmenwalzer“ von Johann Strauss oder „Der letzte Frühling“ von Edvard Grieg einen farbenreichen Lenz-Bogen zeichnen.
Was schon zum guten Ton der Classic-light-Konzerte gehört: Neben solchen Klassikern wird fast Vergessenes oder selten Gehörtes von Mussorgsky, Rimski-Korsakov, Debussy, Halletz und Kodaly seinen Platz behaupten.
Die Leitung übernimmt diesmal der für seine ambitionierten Programme und pointierten Moderationen bekannte Berliner Dirigent Igor Budinstein.
Lassen Sie sich einladen zu einem bunten Sonntagsnachmittagskonzert zum Frühlingsbeginn, bei dem es mitunter auch Stürmisches oder Kurioses zu entdecken gibt.

Das 4. Classic-light-Konzert der Norddeutschen Philharmonie Rostock in der Saison 2014/15 findet am Sonntag, dem 22. März 2015 um 16:00 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters statt.

Text: Christiane Pelz, Foto: www.budinstein.de

Die “Initiative Volkstheater” ruft zur Demonstration für den Erhalt aller Sparten

Auf den kommenden Mittwoch arbeiten die drei Rostocker Jan-Ole Ziegeler, Thomas Kunzmann und Malte Rüther seit Monaten hin. Alle drei verbindet, dass das Volkstheater für sie ein wichtiges Stück Lebensqualität ihrer Wahlheimat Rostock ist. Weil sie nicht hinnehmen wollen, dass Teile dieser traditionsreichen Kulturstätte dem Rotstift der Politiker von Stadt und Land zum Opfer fällt, gründeten sie die Initiative Volkstheater. Diese Initiative ist eine private, unabhängige und überparteiliche Kooperative zum Erhalt des Rostocker Volkstheaters mit den Sparten Tanz und Oper. Sie wird unterstützt von der Rostocker Singakademie, dem Förderverein „Freunde und Förderer Volkstheater Rostock e.V.“, den „Rostocker Freigeistern“ und der Aufsichtsratsvorsitzenden des Rostocker Volkstheaters, Frau Eva-Maria Kröger.
Vorläufiger Höhepunkt ihres Kampfes ist die Rednergala, zu der morgen, am 28. Januar 2015 um 14:45 Uhr auf dem Neuen Markt vor dem Rostocker Rathaus nicht nur 1500 Rostocker, sondern auch zahlreiche prominente Unterstützer erwartet werden.
Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung haben die Politikerin Dr. Christine Lucyga (1990 bis 2005 Rostocker Abgeordnete in der SPD-Fraktion des Deutschen Bundestages) und der Schauspieler Charly Hübner (uns Rostockern vor allem als Kriminalhauptkommissar Sascha Bukow im Polizeiruf 110 bekannt). Kulturschaffende, aber auch Politiker aus der gesamten Bundesrepublik unterstützen das Vorhaben der Rostocker Bürger, den Kulturabbau in der Hansestadt Rostock und darüber hinaus im ganzen Land zu verhindern.
Einige Prominente werden persönlich anwesend sein, wie der Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant Peter Sodann und der Schauspieler und Musical-Darsteller Nik Breidenbach, andere bekunden ihre Solidarität per Videobotschaft (Schauspieler(innen) Corinna Harfouch, Devid Striesow, Peter Bause und viele mehr) oder in schriftlichen Grußbotschaften (unter anderem Claus Peymann, Intendant Berliner Ensemble und Detlef Meierjohann, Geschäftsführer Hamburgische Staatsoper und Vorsitzender des Landesverbandes Nord im Deutschen Bühnenverein), die während der Veranstaltung vorgetragen werden.
Auch Musiker der Norddeutschen Philharmonie Rostock werden lautstark akustischen Beistand leisten.
Alle Rostockerinnen und Rostocker sind aufgerufen, morgen Nachmittag die Veranstaltung auf dem Neuen Markt zu besuchen und damit ihre Stimme zu erheben gegen den Raubbau am Kulturleben unserer Hansestadt!

Rostock feiert 150. Geburtstag von Jean Sibelius

Die Norddeutsche Philharmonie wird ihr 5. Philharmonisches Konzert unter prominenter Leitung aufführen. Zu Gast ist die junge polnische Dirigentin Ewa Strusinska (38), die erst vor wenigen Monaten nach ihrer Tätigkeit in Manchester die künstlerische Leitung der neuen Philharmonie in Stettin übernahm.
Das im September 2014 eröffnete Gebäude der Philharmonie wurde übrigens nach Plänen junger Architekten aus Italien und Spanien erbaut, kostete 30 Millionen Euro und ist architektonisch ein Glanzlicht. Markante Spitzen sollen an die einstigen Bürgerhäuser im Stadtzentrum erinnern, unterstreichen aber auch die künstlerischen Ambitionen der Stadt Stettin. Die ersten Konzertbesucher waren von dem Ambiente, aber auch vom Klangerlebnis in den zwei Sälen (für 951 und 192 Zuhörer) hellauf begeistert. Das Gebäude bietet auch Platz für Ausstellungen und künstlerische Projekte für Kinder.
Im Großen Haus Rostock wird Ewa Strusinska mit dem hiesigen Orchester zwei großartige Sinfonien von Künstlern aus den Ostsee-Anrainer-Staaten zu Gehör bringen. Der Finne Johan Julius Christian („Jean“) Sibelius (1865 – 1957) ist wohl der berühmteste Komponist seines Landes. In diesem Jahr feiert die Musikwelt seinen 150. Geburtstag. Sibelius begeisterte mit seinen Melodien am Übergang von der Spätromantik zur Moderne. Im Jahr 1929 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft der Londoner Royal Philharmonic Society. Nach ihm ist auch die Sibelius- Akademie in Helsinki benannt.
Gespielt wird die 4. Sinfonie a-Moll op. 63, die in den Jahren 1910 und 1911 entstand und am 3. April 1911 in Helsinki mit dem Sinfonischen Orchester Helsinki unter Leitung des Komponisten uraufgeführt wurde. Die Musik ist voll düsterer Stimmungen, die Spekulationen Raum geben, Sibelius hätte die Atmosphäre vor Beginn des Ersten Weltkrieges aufgenommen. Er selbst hatte zu der Zeit aber auch persönliche Schicksalsschläge wie einen Tumor zu bewältigen. In einem Brief an seine Freundin und spätere Biografin Rosa Newmarch schrieb er über seine Sinfonie: „Sie steht als Protest gegen die Gegenwartsmusik. Sie hat keinerlei Zirkusähnlichkeit an sich.“ Für Sibelius waren seine Sinfonien stets „Glaubensbekenntnisse“, wie er 1910 seinem Tagebuch anvertraute.
Als weiteres Werk steht die Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36 von Peter Tschaikowsky (1840 – 1893) auf dem Programm. Der russische Komponist erreichte schon zu seinen Lebzeiten große internationale Anerkennung für seine Werke. Heute zählen sie zu den bedeutendsten der Romantik. Mit „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“ verfasste er die beiden berühmtesten Ballettstücke der Musikgeschichte.
Seine Sinfonie Nr. 4 f-Moll schrieb Tschaikowsky im Jahr 1877 und parallel zur Oper „Eugen Onegin“. Das war auch die Zeit einer intensiven Korrespondenz zu seiner Gönnerin Nadeschda von Meck. Er litt unter der unglücklichen Ehe mit Antonina Miljukowa und seiner geheim gehaltenen Homosexualität und widmete auch das Werk „a mon meilleur ami“, meinem besten Freund, gemeint war Frau von Meck. Die Sinfonie wurde am 10. Februar 1878 in Moskau uraufgeführt, Dirigent war Nikolai Rubinstein. Die Sinfonie hadert mit Schicksal und Glück und gilt als die mit der größten biografischen Nähe. Den vierten
Satz bestimmt ein Volksfest. „Wenn Sie in sich selbst keinen Anlass zur Glückseligkeit finden, blicken Sie auf andere. Gehen Sie unter das Volk“, schrieb Tschaikowsky, und später weiter: „Freue dich an der Freude anderer – und das Leben ist doch zu ertragen.“

Das 5. Philharmonische Konzert können Sie am Sonntag, 25. Januar 2015 um 18:00 Uhr und am Montag und Dienstag, 26. und 27. Januar 2015 jeweils um 19:30 im Großen Haus des Volkstheaters Rostock erleben, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

Text: Anette Pröber
Fotos: Ewa Strusinska, Wikipedia

Prof. Dr. Heinz-Jürgen Staszak zum Konzert im Salzburger Festspielhaus

Wir freuen uns, dass Prof. Dr. Heinz-Jürgen Staszak uns seinen in der Ostseezeitung veröffentlichten Text über das Konzert der Norddeutschen Philharmonie Rostock im Großen Festspielhaus Salzburg zur Verfügung stellte, sodass sie ihn im Folgenden nachlesen können:

Ein Auftritt im Großen Festspielhaus von Salzburg, dem europäischen Musentempel, ist in der Vita eines jeden klassischen Musikers ein dicker Pluspunkt. Einen solchen können sich nun auch die Norddeutsche Philharmonie Rostock und ihr ehemaliger Chef, der Wiener Dirigent Florian Krumpöck (36) anheften. Am Mittwochabend gaben sie dort, wo sommers die großen Events der Salzburger Festspiele stattfinden, ein erfolgreiches Gastkonzert. Das verwöhnte Salzburger Publikum dankte mit anerkennendem, langanhaltendem Beifall, in den sich auch begeistertes Fußgetrappel mischte, so dass noch eine zugkräftige Zugabe spendiert werden musste.
Das Konzert im Rahmen des Abonnements-Zyklus „Die große Sinfonie“ taktete sich in den Salzburger musikalischen Alltag ein, der aber reich und hochwertig ist. Da fand sich die Rostocker Philharmonie in bester Gesellschaft: gleich nach ihr gastiert das Kölner Gürzenich Orchester und Anfang Februar das Konzerthaus-Orchester Berlin unter Michael Sanderling.
Als „große Sinfonie“ hatte Krumpöck die gefühlmächtige und wirkungsvolle, melancholisch durchtränkte „Fünfte“ von Tschaikowski ausgewählt, in der er die Philharmonie, ohne pompöse emotionale Aufpolsterung, mit großen sinfonischem Atem spielen ließ. Voran gestellt war das Violinkonzert (1940) von Aram Chatschaturjan, dessen polyrhythmischen und exotisch-melodischen Reize die Salzburger Geigerin Christine Maria Höller (36) mit souveräner Virtuosität und Musikalität zur Geltung brachte – und auch sie kam nicht ohne Zugabe davon.
„Hochform“ bescheinigte ein Salzburger Netz-Kritiker der Solistin und dem Orchester und zeigte sich „beindruckt“, bei gelegentlichen „verschmerzbaren rhythmischen Unschärfen“, vom „sonoren Streicherklang und den niemals oberflächlich auftrumpfenden Bläsern“ des Orchesters.
Angespornt durch den imponierenden Saal und seine hervorragende Akustik, herausgefordert durch die erwartungsvollen 2000 Zuhörer, enthusiasmiert durch einen vorzüglichen Dirigenten, der sie und ihre Stärken bestens kennt, musizierte die Philharmonie an ihrer obersten Leistungsgrenze, mit schöner homogener Klangkultur und einer beeindruckenden hingebungsvollen gemeinschaftlichen Intensität. Internationale Imagepflege und eigenes Teambuilding zugleich, in denen das Orchester erleben konnte, wie gut es eigentlich ist. Krumpöck fand, dass die Musiker schier Unglaubliches geboten hätten und er resümierte: „Dieses Konzert wird uns immer in Erinnerung bleiben“.