Herzlich willkommen …

… auf den Seiten der Philharmonischen Gesellschaft Rostock e.V.!
Wir wollen Ihnen hier die Möglichkeit geben, aktuelle Informationen über unsere Vereinsarbeit und die Norddeutsche Philharmonie Rostock zu erhalten und eine Plattform schaffen, die es Ihnen ermöglicht, mit uns und mit dem Orchester in Kontakt zu kommen.
Wir werden uns bemühen, Termine und Informationen stets aktuell zu halten, trotzdem möchten wir Sie darauf hinweisen, dass wir die Richtigkeit unserer Angaben keinesfalls garantieren können.
Bitte vergewissern Sie sich im Zweifel immer auf den Seiten des Volkstheaters Rostock!
Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Seite nutzen würden, um uns Ihre Wünsche und Hoffnungen, vielleicht auch Ihre Kritik, mitzuteilen. Dies gilt sowohl für die Arbeit unseres Vereins als auch für die Arbeit der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Gegebenenfalls leiten wir Ihre Anregungen gern weiter.

1. Classic light – Konzert “Don Juan” mit Gluck, Mozart und Strauss

Am kommenden Sonntag (19. Oktober 2014) tritt die Norddeutsche Philharmonie Rostock unter der Leitung des 1. Kapellmeisters des Volkstheaters  Manfred Hermann Lehner in der Yachthafenresidenz Hohe Düne auf. Das erste Konzert der Reihe “Classic light” in dieser Spielzeit findet um 16:00 Uhr statt und trägt den Titel “Don Juan”. Es erklingen Werke von Christoph Willibald Gluck, Wolfgang Amadeus Mozart und Richard Strauss.



Um Sie und uns auf dieses Konzert einzustimmen, hat diesmal Hella Walther, Mitglied der 2. Violinen der Norddeutschen Philharmonie Rostock folgende Zeilen verfasst:

Don Juan – Die Sage:
Der jüngste Sohn eines spanischen Hidalgos, der große Bekanntheit durch seine Kämpfe gegen die Mauren erlangte, war Höfling des kastilianischen Königs Pedro des Grausamen. Sein Anteil an den Taten seines Herren machte ihn in Sevilla und Umgebung zum Gegenstand abenteuerlicher und schauriger Erzählungen. Als er versucht, Giralda, eine junge Sevillanerin, zu verführen, gerät er in einen Zweikampf mit ihrem Vater, dem Gouverneur der Stadt. Don Juan tötet ihn und verspottet später dessen Denkmal. Er lädt den steinernen Gouverneur zum Abendessen ein. Dieser erscheint tatsächlich und fährt mit Don Juan zur Hölle.
Unter dem Titel El burlador de Sevilla y convidado de piedra erscheint 1630 die erste dramatische Fassung des Don Juan von Tirso de Molina. In den folgenden Jahrhunderten wird dieser Stoff Inspiration für Künstler der verschiedenen Genres sein. Genannt seien hier nur Moliere, E.T.A. Hoffmann, Puschkin, Gluck, Mozart, Strauss und Slevogt.
Die Werke des bevorstehenden Konzertes unserer Reihe “Classic light” zeigen eindrucksvoll die unterschiedlichen Ansätze der Rezeption des Themas durch Christoph Willibald Gluck, Wolfgang Amadeus Mozert und Richard Strauss.
Christoph Willibald Gluck (1714-1787), dessen Geburtstag sich am 2. Juli 2014 zum 300. Mal jährte, schrieb die Musik zum Ballett “Don Juan”, das 1761 in Wien uraufgeführt wurde. Choreograf Gasparo Angiolini, der das bis dahin typische repräsentative Ballett durch eine neue, der Handlung verpflichtete und einem dramaturgisch sinnvollen Ablauf folgende Tanzpantomime ablösen wollte, schreibt über Gluck:  „Gluck hat die Musik gesetzt. Er hat das Stück vollkommen erfasst und versucht, die Leidenschaften, die vorgestellt werden und das Grausen, das die Katastrophe beherrscht, auszudrücken! Die Musik ist bei der Pantomime die Hauptsache: sie ist es, die spricht, wir machen nur die Bewegungen […] Es wäre uns fast unmöglich uns ohne Musik verständlich zu machen und je mehr sie an das angepasst ist, was wir ausdrücken wollen, desto besser werden wir verstanden.“  Don Juan war ein großer Erfolg für Gluck, der schon zu Lebzeiten zu den geschätzten Opernkomponisten gehörte.
Das Finale der Ballettmusik wird er später ein zweites Mal als Furientanz in seiner Oper “Orpheus und Euridice” aufgreifen.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) schreibt 1787 seinen Don Giovanni, ein Meisterwerk der Operngeschichte. Am 29.10.1787 wird sein Dramma giocoso “Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni” KV 527 in Prag uraufgeführt. Das Libretto hatte Lorenzo da Ponte geschrieben.
Die Einleitung der Ouvertüre,die  mit schweren Akkordschlägen, heftigen dynamischen Gegensätzen und ausdrucksstarken rhythmischen Wendungen beginnt, steht in d-Moll. Nach der Affektenlehre steht diese Tonart für Rache und Vergeltung. (Auch die Arie der Königin der Nacht aus der Zauberflöte steht in dieser Tonart.) Mozart hat diese Tonart bewusst gewählt, um auf musikrhetorischer Ebene dem Zuhörer einen emotionalen Zugang zu Don Giovanni zu schaffen, dem jedes Mittel vom Heiratsversprechen bis zur Gewalt recht ist, um sein Ziel zu erreichen. Hat er es erreicht, langweilt es ihn aber auch schon wieder. Die Dramatik der Handlung verdeutlicht Mozart in der Ouvertüre auch durch den Kontrast des Unheil verkündenden Einleitungsteils Andante alla breve und dem schnellen Hauptteil Molto Allegro in D-Dur. Er fasst die charakteristischen Züge der Opernkunst seiner Zeit zusammen, um sie gleichzeitig weiter zu entwickeln.
Richard Strauss (1864-1949) war 24 Jahre alt, als er seine sinfonische Dichtung Don Juan op. 20 komponierte. Uraufgeführt wurde das Werk am 11. November 1889 in Weimar. Inspirationsquelle für diesen Don Juan ist ein Versdrama Nikolaus Lenaus. Einige Zeilen daraus, in denen Don Juan spricht, stellt Strauss der Partitur voran, um den Interpreten in seinem Verständnis zu unterstützen. In acht einzigartigen energiegeladenen Takten stürmt das Thema des Titelhelden mit ungebremstem Elan voran. Don Juan – der virile,ungestüme und charmante Siegertyp betritt die Szene ohne Umschweife. Programmatisch angelegt, offeriert das Stück Liebesszenen, Abenteuer, eine Fastnachtsszene und einen Schwertkampf. Strauss illustriert mit schillernder Farbigkeit große Emotionen bis hin zur Ekstase. Dieser Don Juan siegt, genießt, wird überdrüssig und fällt am Schluss hörbar in sich zusammen:
„Vielleicht ein Blitz aus Höh’n, die ich verachtet,
Hat tödlich meine Liebeskraft getroffen,
Und plötzlich ward die Welt mir wüst, umnachtet;
Vielleicht auch nicht; – der Brennstoff ist verzehrt,
Und kalt und dunkel ward es auf dem Herd.“

Gespräch der Theater- und Orchesterfördervereine mit Staatssekretär Sebastian Schröder im Kultusministerium

Am Dienstag vergangener Woche trafen sich die Fördervereine der Theater und Orchester in Mecklenburg-Vorpommern auf Einladung von Staatssekretär Sebastian Schröder mit diesem zu einem Gedankenaustausch in Schwerin, zugegen waren auch Frau Dr. Süße (Abteilungsleiterin Kultur) und Frau Schumacher (Referatsleiterin Theater).


Dr. Michael Jungrichter, Vorsitzender der Theaterfreunde Schwerin e. V. fasst das Gespräch im Folgenden zusammen:

Versuch einer Zusammenfassung des Gespräches beim Kultus-Staatssekretär am 7.10 2014 in Schwerin im Kultusministerium:

Am 7.10. 2014 trafen sich auf Einladung des Staatssekretärs Sebastian Schröder im Kultusministerium Vorstands-Mitglieder der Theater- und Orchesterfördervereine aus Güstrow, Neubrandenburg, Neustrelitz, Parchim, Rostock und Schwerin zu einem Gedankenaustausch. Seitens des Ministeriums waren auch die Abt.-Leiterin Kultur Frau Dr. Süße und die Referatsleiterin Theater Frau Schumacher Teilnehmer des Gespräches.
Zunächst dankte Frau Jonas aus Rostock dem Staatsekretär für die Möglichkeit zum Gespräch und sprach die Erwartung aus, dass Herr Schröder an die Fördervereine Fragen habe.
Diesen Ball nahm er aber nicht auf, sondern bat die Anwesenden, Ihre jeweilige Sicht zum Stand der Umsetzung der Theaterreform darzulegen. So hatten alle Vereine die Möglichkeit, diese aus Ihrer örtlichen Perspektive darzustellen. Es wurde sichtbar, dass es derzeit sehr unterschiedliche Situationen gibt.
Besonders weit ist Schwerin in der Umsetzung der Reformvorhaben vorangekommen, wenn auch mit schmerzlichen Einschnitten. Diese Einschätzung wurde vom Staatssekretär geteilt. Er sieht das Schweriner Theater, wie auch der Förderverein, auf gutem Wege in die Zukunft.
Für die Weiterentwicklung in Parchim hinsichtlich eines Theaterneubaus (mit Unterstützung des Landes) sieht der Staatssekretär die Kooperation mit Schwerin für unablässig an, was auch vom Parchimer Förderverein so gesehen wurde. Wie in Rostock werde es auch für Parchim eine Landesbeteiligung am Neubau erst geben, wenn die Strukturen geklärt sind. Nicht zufriedenstellend sei bislang die künstlerische Kooperation zwischen Schwerin und Parchim. Das Land prüfe z. Zt. rechtlich und finanziell seine Beteiligung an einer Theater – GmbH gemeinsam mit der Stadt Schwerin und dem Landkreis Ludwigslust – Parchim.
Damit würde dann das Schweriner Haus zum Staatstheater Mecklenburg werden.

Ebenso erklärte er auf Nachfrage, dass die Landespolitik noch Gespräche mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg führen muss, damit dieser wie auch der Landkreis Ludwigslust – Parchim Anteilseigner der GmbH wird. Dann wären auch Kooperationen mit dem Theater in Wismar denkbar, was ja einen Neubau erhält.Das Land ist festen Willens, 2016 den Einstieg zu realisieren, die notwendigen vorbereitenden Arbeiten sind angelaufen.

Der Güstrower Förderverein erklärte, dass er mit dem Kooperationspartner zufrieden ist. Er wünscht sich einen Fördertopf des Landes, aus dem alle Theater sich Veranstaltungen anderer Bühnen, auch freier Bühnen, zur Ergänzung ihres Programms “einkaufen” können. Weiterhin hält er eine Förderung von Klassenfahrten zu Theaterbesuchen für notwendig um Kinder, die nicht an Theaterstandorten unterrichtet werden, nicht zu benachteiligen. Dem stimmte der Vereinsvorsitzende aus Schwerin zu und informierte über das Schülerprojekt des Fördervereines am Schweriner Theater.

Die Rostocker Vertreter schätzen ein, dass es mit dem neuen Intendanten einen Neuanfang und Aufbruch in die Zukunft geben kann. Alles hängt aber von einem Theaterneubau bis 2018 ab und von Entscheidungen der Rostocker Bürgerschaft zum Umfang des Theaterangebotes in der Hansestadt (Spartenanzahl usw.).

In diesem Zusammenhang wurde von Prof. Plath auf das am gleichen Tage erschiene Interview des Kultusministers zur Situation in Rostock hingewiesen, welches sich aus seiner Sicht mit der Rostocker Situation in weiten Teilen deckt. Der Staatssekretär Schröder machte deutlich, dass man seit vielen Jahren die Situation in Rostock mit Sorge betrachte und die Landesregierung abwarten müsse, in welche Richtung (auch hinsichtlich der Besucherzahlen) sich das Theater entwickelt.
Seitens der Vereinsvorsitzenden von Rostock wurde die Erwartung ausgesprochen, dass sich die Landespolitik mehr der Qualitätsentwicklung in den Theatern und den dort tätigen Künstlern zuwendet, als nur fiskalische Parameter zu betrachten. Es müsse mehr „Herz und Empathie“ in die Reform einfließen.
Auch auf die Bedeutung von Theatern für die Bildung junger Menschen und damit künftiger Theaterbesucher wurde besonders von der Rostocker Delegation hingewiesen.
Die Vertreter aus Neubrandenburg und Neustrelitz machten deutlich, dass sie schmerzhafte Veränderungsprozesse für ihre Einrichtungen vor sich sehen, diese aber aktiv begleiten wollen. Dabei gibt es jedoch im Neustrelitzer Verein Stimmen, die von der Unterstützung bis zur Ablehnung der vorgeschlagenen Reformpläne gehen. Die Schwierigkeit besteht in diesem Raum darin, dass durch die Kreisgebietsreform und die Neuwahlen in den politischen Gremien derzeit nicht klar zu erkennen ist, wer für die Vereine die Ansprechpartner und Verbündeten sind. Als richtige Entscheidung hat sich die Berufung von J. Kümmritz als Intendant erwiesen.

Der Staatssekretär verwies in seiner Zusammenfassung darauf, dass es je nach Reformfortschritt und vorhandener regionaler Besonderheiten unterschiedliche Situationen im Lande gibt. Er zeigte auf, dass die Metrum – Vorschläge daraufhin angepasst werden können und müssen und belegte das mit einem Beispiel aus Schwerin. Das liegt aber in Abstimmung mit dem Land in der Verantwortung der Theaterleitungen und der kommunalen Träger. Keinesfalls will es sich in künstlerische Belange einmischen. In diese Diskussionsprozesse um die Einzelheiten der Reformpläne sollten sich die Fördervereine aktiv einbringen. Das Land möchte bis zum Jahresbeginn wesentliche Schritte weiter sein und im ersten Halbjahr 2015 Klarheit haben.

Die Vereine verabredeten abschließend, sich zu Jahresbeginn erneut zu treffen (auch wegen der Kontinuität des Austausches). Der Güstrower Verein will Gastgeber sein und wird einladen.

Am Rande bat das neue Vorstandsmitglied der MUTHEA Dr. Jungrichter alle Mitglieder der Landeskonferenz, sich einmal auf den Internetseiten der MUTHEA (www.muthea.de) umzusehen, sich über die Angebote dieser Bundesvereinigung zu informieren und über eine Mitgliedschaft nachzudenken (100 € Beitrag pro Jahr, Ermäßigungen sind möglich bei kleineren Vereinen), denn dort gibt es einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch deutschlandweit. Außerdem ist unbestritten, dass man in der Öffentlichkeit besser wahr- und ernst genommen wird, je mehr Mitglieder eine Vereinigung hat.

Dr. Michael Jungrichter
Theaterfreunde Schwerin e.V.

2. Philharmonisches Konzert mit Harfensolistin Sarah Christ

Beim zweiten Philharmonischen Konzert wird die prominente deutsch-australische Künstlerin Sarah Christ in Rostock ihr Debüt mit der Norddeutschen Philharmonie geben. Die heute 35-jährige, die aus einer Musikerfamilie stammt, hat sich mit ihrer Harfe in die oberste Liga der Musikwelt gespielt und steht regelmäßig mit den größten Orchestern der Welt auf der Bühne. Bereits als 21-Jährige wurde sie eines der jüngsten Ensemble- Mitglieder der Wiener Staatsoper. Nach zwei Jahren entschied sie sich jedoch für eine solistische und kammermusikalische Tätigkeit. Parallel spielte sie in Orchestern wie
den Berliner Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, der Bayerischen Staatsoper oder dem Gewandhaus Orchester Leipzig und wurde seit 2004 von Claudio Abbado zum Luzern Festival Orchester eingeladen.
In Rostock wird Sarah Christ als Solistin im Konzert für Harfe und Orchester op. 74 von Reinhold Glière zu erleben
sein. Der russische Komponist deutscher Abstammung (1875-1956), der vor allem in Kiew und Moskau lebte und wirkte, galt als anerkannter Volkskünstler der UdSSR und hatte sich musikalisch der russischen Nationalromantik verschrieben. Viele folkloristische Elemente und Melodien, die er auf seinen vielen Reisen durch das große Land kennen lernte, lassen sich in seinen Werken finden. Das Konzert für Harfe
entstand 1938.
Eröffnet werden die drei Abende des zweiten Philharmonischen Konzertes mit dem Streicherstück „Insula deserta“ des Esten Erkki-Sven Tüür (geb. 1959), das er 1989 schrieb. Von 1979 bis 1984 war er Komponist, Flötist, Keyboarder und Sänger des von ihm gegründeten kammermusikalischen Rockensembles „In Spe“, das schnell zu einer der beliebtesten Rockgruppen in Estland avancierte. Erkki-Sven Tüür studierte und lehrte Komposition an der Estnischen Musikakademie in Tallinn.
Aus Estland kommt auch der 40-jährige Dirigent des Abends – Hendrik Vestmann. Er ist seit der Saison 2013/14 Chefdirigent der Oper Bonn. Vestmann wird im zweiten Teil des Konzertabends die „Schottische Sinfonie“ von Felix Mendelssohn Bartholdy erklingen lassen. Die Sinfonie Nr. 3 in a-Moll op.56 erlebte ihre Uraufführung 1842 im Leipziger Gewandhaus unter der Leitung des Komponisten. Erste Skizzen zu dem Werk schrieb Mendelssohn aber bereits 1829 unter dem Eindruck seiner Reise nach Schottland. Der damals 20-Jährige besuchte mit einem Freund die historischen Stätten um Maria Stuart, die nördlichen Highlands und die Hebriden und ließ sich von der düsteren Natur in ihren Bann ziehen. Aber erst 13 Jahre später vollendete er sein Werk.

Das 2. Philharmonische Konzert können Sie am Sonntag, 12. Oktober 2014 um 18:00 Uhr und am Montag und Dienstag (13. und 14. Oktober 2014) jeweils um 19:30 im Großen Haus des Volkstheaters Rostock erleben, Karten erhalten Sie an den bekannten Vorverkaufskassen des Volkstheaters.

Text: Anette Pröber, Fotos: Thilo Beu & © www.sarah-christ.de

Norddeutsche Philharmonie als Kulturbotschafter in Prag

Die Norddeutsche Philharmonie gastiert am 8. November 2014 als Kulturbotschafter der Hansestadt Rostock und des Landes Mecklenburg-Vorpommern im  Dvořák-Saal des Prager Rudolfinums.
Aus Anlass des 25. Jahrestages des Falls der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs in Europa kommen unter der Leitung von Ulrich Backofen Werke von Beethoven, Dvorák und Schostakowitsch zur Aufführung, gemeinsam mit der Norddeutschen Philharmonie musizieren der Kühn-Chor Prag sowie Romana Vaccaro, Sopran, und der amerikanische Star-Tenor Marc Heller.

Nähere Informationen zu diesem Konzert erhalten Sie auf der ankündigenden Konzertseite.

 

1. Philharmonisches Konzert der 120. Saison – Achtung, neue Termine!

Die Norddeutsche Philharmonie Rostock eröffnet ihre 120. Konzertsaison mit drei Werken, die – jedes für sich – einen festen Platz in der Musikgeschichte haben und im Repertoire eines Sinfonieorchesters nicht fehlen sollten.
Joseph Haydns Symphonie Nr. 103 Es-Dur “mit dem Paukenwirbel“, die vorletzte, die er komponierte, wurde in London am 2. März 1795 uraufgeführt. Der namensgebende Paukenwirbel, der – ungewöhnlich für den Beginn einer Sinfonie – ganz am Anfang steht, ist im Autograph als ganze Note mit Fermate notiert und mit “Intrada” überschrieben. Da Angaben zur Dynamik fehlen, billigt der Komponist dem ausführenden Pauker einen großen Gestaltungsspielraum zu. Ebenso kann der Begriff “Intrada” als Aufforderung zu einer  Improvisation verstanden werden, eine durchaus gängige Praxis zur damaligen Zeit, bei der auch in Instrumentalkonzerten vom jeweiligen Solisten eine frei improvisierte Kadenz verlangt wurde. Lassen Sie sich also überraschen, mit welcher Interpretation die Norddeutsche Philharmonie Rostock Sie überraschen wird …
Auch die übrigen Sätze zeigen bis hin zum Finale, “Allegro con spirito” auf meisterliche Art und Weise den Komponierstil Haydns, mit wenigen Mitteln und aus dem Nichts kommend einen großen musikalischen Satz zu bauen. Der zweite Satz “Andante più tosto allegretto” skizziert mit Volksweisen aus Ungarn und Kroatien ein Idyll, während der dritte Satz das “Menuet – Trio” einen Tanz darstellt, mit dem sich gerne der Adel des 18. Jahrhunderts identifizierte – wären da nur nicht ein paar zusätzliche Takte, die ein Tanzen nach dieser Musik eigentlich unmöglich machten. Das Londoner Publikum war bei der Uraufführung jedenfalls verblüfft und begeistert zugleich. Die Londoner vergötterten Joseph Haydn nahezu, der englische König bot ihm aufgrund seiner Beliebtheit und Wertschätzung gar eine Wohnung auf Schloss Windsor an.
Seine ersten acht “Slawischen Tänze” (op. 46) komponierte Antonín Dvořák 1878 ursprünglich für Klavier zu vier Händen. Bereits kurz nachdem Dvořák die Orchesterfassung erstellte, traten sie ihren Siegeszug durch die großen Konzertsäle an. Alle namhaften Dirigenten wollten sie in ihr Programm aufnehmen. 1886 entschloss sich der Komponist auf Anraten seines Verlegers Fritz Simrock, acht weitere Slawische Tänze (op. 72) zu komponieren, die er schließlich von November 1887 bis Januar 1888 ebenfalls orchestrierte. Aus dieser zweiten Serie hören wir die Tänze Nr. 5 – 8. Die Stücke orientieren sich hauptsächlich an charakteristischen Mustern böhmischer und mährischer Volkstänze, mitunter hat Dvořák aber durchaus auch Tänze der Nachbarländer einfließen lassen. So handelt es sich beim Tanz Nr. 5 beispielsweise um einen “Spacirka“, einen langsamen böhmischen Schreittanz, der zu einem schnellen Rundtanz übergeht, Tanz Nr. 7 ist hingegen ein serbischer Kolo.
Johannes Brahms, der erst 22 Jahre nach seinem ersten Klavierkonzert das zweite Werk dieser Gattung komponierte, hat wohl mehr eine Sinfonie mit Klaviersolo geschaffen. Mit vier Sätzen und einer Aufführungsdauer von etwa 50 Minuten wirkt das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83 im Vergleich zu damaligen Klavierkonzerten regelrecht monumental und war zum Zeitpunkt seiner Enstehung dass längste überhaupt. Das Werk erlebte seine Uraufführung 1881 in Budapest und kein geringerer als Brahms selbst spielte den Solopart. Es wurde – im Gegensatz zum damals mit eher zögerlichem Beifall bedachten ersten Klavierkonzert – recht schnell ein großer Erfolg.
Den Solopart des Konzertes übernimmt der Pianist Lars Vogt, der bereits zum fünften Mal mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock musiziert. Die Leitung des Konzertes hat der englische Dirigent David Parry.

Wir weisen noch einmal ausdrücklich auf die neuen Konzerttermine hin, ab dieser Spielzeit finden die Philharmonischen Konzerte Sonntags bis Dienstags statt, so dass Sie das 1. Philharmonische Konzert also am Sonntag, 28. September 2014 um 18:00 Uhr und am Montag, 29. September und Dienstag, 30. September jeweils um 19:30 Uhr im Großen Haus des Volkstheaters erleben können.
Neue Termine bergen stets ein gewisses Risiko. Wir möchten Sie deshalb um Ihre Mithilfe bitten, diese Änderung in Rostock und Umgebung bekannt zu machen!
(Den ankündigenden Text zu diesem Philharmonischen Konzert verfasste dankenswerterweise der Soloschlagzeuger der Norddeutschen Philharmonie, Wolfgang Morbitzer.)